16. September 2017 / 20:30 Uhr

2:2 gegen Gladbach: RB Leipzig verpasst dritten Bundesligasieg – Keita fliegt vom Platz

2:2 gegen Gladbach: RB Leipzig verpasst dritten Bundesligasieg – Keita fliegt vom Platz

Anne Grimm
Leipziger Volkszeitung
RB Leipzig - Borussia Mönchengladbach (Imago) (2)
Hauptdarsteller beim Remis in Leipzig: RB-Verteidiger Dayot Upamecano (re.) und Gladbach-Torschütze Lars Stindl. © Imago
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RB Leipzig kann trotz zweimaliger Führung und einer überragenden ersten Halbzeit nicht gegen Gladbach gewinnen. Keita muss wegen eines Tritts ins Gesicht von Christoph Kramer mit Rot runter.

Leipzig. Turbulentes Bundesligaduell vor 42.558 Zuschauern mit Borussia Mönchengladbach: RB Leipzig kommt trotz zweimaliger Führung und einer überragenden ersten Halbzeit gegen das Team von Trainer Dieter Hecking nicht über ein 2:2 (2:1) hinaus. Der Vizemeister muss die Partie sogar zu zehnt beenden, weil Naby Keita mit Rot vom Platz fliegt. Der Guineer trifft seinen Gegenspieler mit den Stollen im Gesicht.

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Vor ausverkauften Rängen legt Timo Werner (17.) für den Gastgeber vor. Gladbach gleicht dank eines verwandelten Foulelfmeters (25.) von Thorgan Hazard aus. Nach einer halben Stunde erzielt Neuzugang Augustin seinen ersten Bundesligatreffer im RB-Trikot zum 2:1. In der zweiten Halbzeit gleichen die Gäste durch einen Treffer von Lars Stindl (61.) zum zweiten Mal aus. Leipzig ist nun Fünfter, Gladbach Zehnter.

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RB Leipzig - Borussia Mönchengladbach (Imago) (2) Zur Galerie
RB Leipzig - Borussia Mönchengladbach (Imago) (2) ©

Dieter Hecking war nach dem 90 intensiven Minuten durchaus zufrieden:  „Wer heute im Stadion war, hat sein Kommen nicht bereut. Es war ein sehr gutes Bundesligaspiel. RB hat in der ersten Halbzeit 25-30 Minuten gezeigt, warum sie Champions League spielen. In der zweiten Halbzeit haben wir gezeigt, dass wir eine große Qualität haben. Ich bin zufrieden mit dem Punkt.“ Sein Gegenüber Ralph Hasenhüttl bemängelte die fehlende Konsequenz in der Rückwärtsbewegung:  „Wir waren trotz vieler Wechsel nach vorne richtig gut. Nach hinten nicht so konsequent. Mir war schon in der Halbzeit klar, dass wir ein drittes Tor brauchen, um das Spiel zu gewinnen. Hinten raus musst du dankbar sein, dass du noch einen Punkt mitnimmst.“

Fünf Neue in der Startelf

Hasenhüttl rotiert gleich auf fünf Positionen im Vergleich zum 1:1 gegen Monaco am Mittwoch in der Champions League. Bernardo, Naby Keita, Konrad Laimer, Jean-Kevin Augustin und Kevin Kampl sind neu in der Startelf. Kapitän Willi Orban, Marcel Sabitzer und Marcel Halstenberg stehen noch nicht einmal im Kader. Dafür trägt Emil Forsberg erstmals die Binde des Mannschaftsführers.

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Peter Gulacsi: Bei beiden Toren chancenlos, ansonsten nur ein, zwei Mal wirklich gefordert. Note: 3 (@ GEPA Pictures) Zur Galerie
Peter Gulacsi: Bei beiden Toren chancenlos, ansonsten nur ein, zwei Mal wirklich gefordert. Note: 3 (@ GEPA Pictures) ©

Die Stimmung im ausverkauften Stadion ist besser als am Mittwochabend zur Königsklassenpremiere. Die Choreographie der Gladbacher Fans mit „Scheiss RB“ allerdings wenig originell. Die Gäste legen los wie die Feuerwehr, haben bereits nach anderthalb Minuten die Führung auf dem Fuß. Doch Jonas Hofmann schießt aus fünf Metern weit drüber.

Die Leipziger sind nach dem ersten Schock die deutlich aktivere Mannschaft, versuchen es vor allem immer wieder über die linke Seite. Über diese wird dann auch die Führung eingeleitet: Bernardo mit einer flachen Hereingabe, Nationalstürmer Werner spitzelt den Ball ins rechte untere Eck zum 1:0.

Guido Schäfer zum Remis zwischen RB Leipzig und Gladbach

Gladbach-Fans mit leisem Protest

„Tradition seit 1900“ steht in Anlehnung an das Gründungsjahr der Gladbacher am Gästeblock, exakt nach 19 Minuten brechen die Borussen-Fans ihr Schweigen. Stört zumindest die RB-Fußballer auf dem Rasen nicht, denn die bleiben extrem dominant, lassen dem Hecking-Team kaum Luft zum Atmen.

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Ralph Hasenhüttl: „Wir waren trotz vieler Wechsel nach vorne richtig gut. Nach hinten nicht so konsequent. Mir war schon in der Halbzeit klar, dass wir ein drittes Tor brauchen, um das Spiel zu gewinnen. Hinten raus musst du dankbar sein, dass du noch einen Punkt mitnimmst.“ (@dpa) Zur Galerie
Ralph Hasenhüttl: „Wir waren trotz vieler Wechsel nach vorne richtig gut. Nach hinten nicht so konsequent. Mir war schon in der Halbzeit klar, dass wir ein drittes Tor brauchen, um das Spiel zu gewinnen. Hinten raus musst du dankbar sein, dass du noch einen Punkt mitnimmst.“ (@dpa) ©

Der Ausgleich fällt mit Leipziger Hilfe. Bernardo schubst Gladbachs Hofmann im Strafraum. Hazard verwandelt den Elfmeter nach 24 Minuten unhaltbar zum Ausgleich. RB lässt sich nicht beeindrucken, drückt Gladbach weiter in die eigene Hälfte. Die erneute Führung ist absolut verdient: Neuzugang Augustin bleibt vor Keeper Sommer cool und netzt zum 2:1 ein.

Vor der Halbzeit noch zwei Aufreger: Keita bleibt nach einem Stoß gegen den Kopf am Boden liegen, kann aber nach einer Behandlungspause weiter spielen. Sekunden vor dem Pausenpfiff pariert Gulacsi zunächst einen Torschuss von Stindl, der Nachschuss von Raffael geht nur Zentimeter am RB-Gehäuse vorbei.

Stindl gleicht erneut aus

Direkt nach dem Wiederanpfiff kann Forsberg bereits das 3:1 und damit alles klar machen, doch der schwedische Nationalspieler zögert zu lange. Gladbach investiert nun deutlich mehr ins Spiel nach vorn, als noch im ersten Durchgang.

Hasenhüttl reagiert, bringt Diego Demme für Torschütze Augustin und stellt sein Team damit etwas defensiver auf. Doch es nützt nichts. Gladbach nutzt ein Missverständnis zwischen Keita und Demme, Stindl zieht aus 25 Metern zum erneuten Ausgleich ab.

Die Gäste laufen nun richtig heiß, bei RB läuft hingegen kaum noch etwas zusammen. Bruma kommt eine Viertelstunde vor Schluss für Kampl. RB beendet das Spiel zu zehnt, weil Keita Gladbachs Verteidiger Kramer mit den Stollen im Gesicht trifft.

Die Statistik zum Spiel:

RB: Gulasci - Klostermann, Ilsanker, Upamecano, Bernardo – Keita (83. Rote Karte), Laimer – Kampl (76. Bruma), Forsberg (C) (84. Poulsen) - Werner, Augustin (57. Demme) 


BMG: Sommer - Elvedi, Ginter, Vestergaard, Wendt - Kramer, Zakaria – Hofmann (46. Herrmann), Hazard - Stindl, Raffael 

Tore: 1:0 Werner (17.), 1:1 Hazard (25., Foulelfmeter), 2:1 (31. Augustin), 2:2 Stindl (61.) 

Zuschauer: 42.558 (ausverkauft)

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