10. August 2019 / 19:46 Uhr

2:4 gegen Husum: Phönix Lübeck mit Dämpfer im Aufstiegsrennen

2:4 gegen Husum: Phönix Lübeck mit Dämpfer im Aufstiegsrennen

Volker A. Giering
Lübecker Nachrichten
Enttäuschung nach der Niederlage: Marco Pajonk (l.) und Lasse Sohrweide lassen das Spiel Revue passieren. 
Enttäuschung nach der Niederlage: Marco Pajonk (l.) und Lasse Sohrweide lassen das Spiel Revue passieren.  © 54°/Garve
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Eine unkonzentrierte Leistung beschert den "Adlerträgern" gegen den Husumer SV die erste Saisonpleite

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Lange Gesichter gab es am Samstag am Flugplatz. Mit der auch in der Höhe verdienten Heimpleite gegen einen frech und mutig aufspielenden Mitaufsteiger haben die Aufstiegsambitionen der Lübecker „Adlerträger“ einen ersten herben Dämpfer erhalten.

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Lübecker "Fehlpass-Festival"

Die 302 Zuschauer rieben sich verwundert die Augen und sahen ein Fehlpass-Festival der Hausherren, die nach zwei Auftaktsiegen mit 7:1 Toren nicht wiederzuerkennen waren. Unkonzentriert, ideenlos, ohne Körperspannung und ohne Laufbereitschaft präsentierte sich der Titelkandidat. „Ich habe selten eine so schlechte Leistung in der Abwehr gerade in der ersten Halbzeit gesehen. Das ist enttäuschend und nicht ausreichend für unsere eigenen Ansprüche. Das war mehr als zu wenig“, kritisierte Phönix´ Sportlicher Leiter Frank Salomon.

Fleige und Kiesbye vor Phönix-Tor eiskalt

Ein Schuss von Torjäger Marco Pajonk über das Tor (16.). Das war es vom Favoriten in Durchgang eins. Ganz anders die Gäste, die früh störten und die Gastgeber so zu Fehlern im Spielaufbau zwangen. Einen ganz schwarzen Tag erwischte Verteidiger Dustin Thiel. Seinen ersten Fauxpas konnte Torwart Yilmaz Caglar gegen Hendrik Fleige (20.) noch ausbügeln. Nur drei Minuten später ließ sich der frühere VfBer von Husums Neuzugang Sebastian Kiesbye vernaschen, der schließlich auch Caglar keine Chance zum 0:1 (23.) ließ. Dabei hatte Salomon vor dem HSV-Duo noch gewarnt. „Wir wollten uns nicht verstecken, sondern früh anlaufen und schnell umschalten. Das ist aufgegangen“, freute sich Gästetrainer Torsten Böker. „Die Tore sprechen Bände. Zur Pause können wir auch 2:0, 3:0 führen.“

Doppelwechsel schon zur Pause

Nach einer halben Stunde wurde der Ton unter den Phönix-Spielern rauer, weil einfach nichts funktionierte. An der Seitenlinie diskutierte Salomon intensiv mit Trainerkollege Daniel Safadi. „Jungs konzentriert euch“, rief ein Fans auf der Tribüne. Doch er wurde nicht erhört. In der 42. Minute vergab Bosse Wullenweber per Kopfball das 2:0 nach einer Ecke von Luca Steen. Ein Abseitstor von Pajonk auf der anderen Seite zählte nicht (45.). Salomon reagierte und brachte mit Marcello Meyer und Marcus Steinwarth zur zweiten Halbzeit zwei neue Leute. Doch es blieb bei einem kurzen Aufflackern. Lediglich Pajonk (47.) und Lasse Sohrweide (74.) kamen zu zwei Chancen.

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"Eine genaue Erklärung ist nicht einfach"

„Das war heute kein schönes Spiel von uns. Eine genaue Erklärung ist nicht einfach. Drei Spiele in sechs Tagen zerren an der Substanz“, konstatierte Salomon. Mit einem Sonntagsschuss in den Winkel erhöhte erneut Kiesbye (54.) auf 2:0. Zwar konnte „Cello“ Meyer per Strafstoß (56.) verkürzen. Doch die Gäste blieben das spielbestimmende Team. Erst traf Fleige (66.) nach einem Fehlpass von Sohrweide, ehe Kevin Knitel (86.) sogar das 1:4 erzielte. Ausgerechnet der indisponierte Thiel (87.) sorgte für Ergebniskosmetik. Der Titelkandidat war noch gut bedient. Kiesbye (62., 83.), Fleige (68.), Matthiesen (84.) und Soumah (90.) hätten für ein echtes Debakel sorgen können. „Das war Angsthasenfußball von uns“, meinte Phönix´ Kapitän Jan-André Sievers. „Es gehört mehr dazu als Können. Die Leidenschaft hat gefehlt.“

Abou Rashed vor Wechsel an den Flugplatz

Unter den Zuschauern weilte erneut Abdullah Abou Rashed. Der Ex-Offensivspieler von Oberliga-Meister NTSV Strand 08 steht vor einem Wechsel zu den Adlerträgern. „Er hat mehrmals mittrainiert. Eine finale Entscheidung wird in den nächsten Tagen fallen“, sagte Salomon auf LN-Nachfrage.


1. FC Phönix Lübeck: Caglar – Sievers, Blazheski (46. Steinwarth), Thiel, Hammerschmidt – Saar (69. Hadj) – Al-Tamemy, Matvieiev, Sohrweide, Kalbau (46. Marcello Meyer) – Pajonk.