21. August 2021 / 22:29 Uhr

1:3 - Hansas Sieglos-Serie gegen Dresden geht weiter

1:3 - Hansas Sieglos-Serie gegen Dresden geht weiter

Sönke Fröbe
Ostsee-Zeitung
Julius Kade (M.) feiert sein 3:1 für Dynamo Dresden während Hansas Damian Roßbach (l.) enttäuscht blickt.
Julius Kade (M.) feiert sein 3:1 für Dynamo Dresden während Hansas Damian Roßbach (l.) enttäuscht blickt. © LUTZ BONGARTS
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Ein Blitztor nach 37 Sekunden legte den Grundstein für den Auswärtserfolg der Sachsen im Ostseestadion. Seit mehr als zehn Jahren hat Hansa Rostock gegen Dynamo Dresden nicht mehr gewonnen.

Hansas Sieglos-Serie gegen Dynamo Dresden geht weiter: Die Mecklenburger haben den Ostklassiker unter Flutlicht am Sonnabend mit 1:3 (1:1) verloren. Die Blitzführung der Gäste durch Heinz Mörschel nach 37 Sekunden hatte Streli Mamba vor 14.500 Zuschauern im ausverkauften Ostseestadion zwar zur Pause ausgeglichen (43.), doch nach dem Seitenwechsel trafen Panagiotis Vlachodimos (63.) und Julius Kade (70.) für die Sachsen, die damit Spitzenreiter Regensburg als Tabellenzweiter auf den Fersen bleiben. Für die Hanseaten, die seit mehr als zehn Jahren auf einen Dreier gegen den alten Rivalen aus Dresden warten, war es die zweite Heimniederlage im zweiten Liga-Spiel vor eigenem Publikum. Zum Saisonauftakt hatte die Mannschaft von Trainer Jens Härtel zu Hause gegen Karlsruhe (1:3) verloren.

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Die Rostocker starteten überraschend doch mit Markus Kolke im Tor. Der Kapitän, der wegen einer Oberschenkelverletzung unter der Woche kaum trainieren konnte, hatte sich rechtzeitig spielfähig gemeldet. Neuzugang Jonathan Meier, der in der vergangenen Saison noch das Dresdner Trikot getragen hatte, saß zunächst auf der Reservebank.

In Bildern: Hansa Rostock - Dynamo Dresden

Dresdens 3:1-Torschütze Julius Kade legt sich den Ball am Rostocker Bentley Baxter Bahn (l.) vorbei. Zur Galerie
Dresdens 3:1-Torschütze Julius Kade legt sich den Ball am Rostocker Bentley Baxter Bahn (l.) vorbei. ©

Nach einer Gedenkminute für den im Alter von 75 Jahren in der vergangenen Wochen gestorbenen "Bomber der Nation" Gerd Müller starteten die beiden Aufsteiger in die 64. Auflage des traditionsreichen Ostderbys. Nach nur 37 Sekunden wurde es erneut ganz still im Ostseestadion, und Kolke stand sofort im Blickpunkt. Nach einem Konter lief Königsdörffer auf das Hansa-Tor zu und scheiterte am Keeper. Den Nachschuss beförderte Mörschel über die Torlinie - 0:1. Hansa war nur kurz geschockt, Dresden machte zunächst weiter Druck.

Nach zwölf Minuten musste dann auch noch Calogero Rizzuto vom Rasen, der sich bei einem Zweikampf eine blutige Nase geholt hatte. Für den Deutsch-Italiener brachte Härtel Kevin Schumacher. Hansa kam jetzt besser ins Spiel und hatte nach 18 Minuten die erste Chance: Verhoek lief auf das Dynamo-Tor zu, kam aber nicht zum Abschluss, weil er den Ball nicht unter Kontrolle bringen konnte. Den Schuss von Schumacher aus zehn Metern parierte SGD-Keeper Broll (26.).

Hansa hielt nach Dresdens Blitztor gut dagegen, spielte gefällig mit und nahm Tempo auf. Doch bei den wenigen gefährlichen Aktionen vor dem Gästetor fehlte es den Rostockern an Durchslagskraft. Als sich alle schon auf die Halbzeitpause einzustellen schienen, schlug Streli Mamba zu. Nach einer Flanke von Schumacher bekamen die Gäste den Ball nicht aus der Gefahrenzone. Der Ex-Paderborner erfasste die Situation am schnellsten und drosch den Ball aus fünf Metern unhaltbar für Broll ins Netz (43.). Mit dem leistungsgerechten Remis ging es in die Kabinen.

Das erste Achtungszeichen im zweiten Durchgang setzte Hansa, als Schumacher sich auf der linken Seite in Position lief. Sein Schuss aus spitzem Winkel ging flach am langen Eck vorbei (48.). Hansa blieb jetzt dran, und Schumacher hätte das ausverkaufte Ostseestadion zum Überkochen bringen können, doch aus fünf Metern schoss der Ex-Havelser den Ball über den Querbalken (55.).


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Nach dieser Großchance für Hansa sendete auch Dresden nach längerer Zeit wieder ein offensives Lebenszeichen: Der eingewechselte Hosiner zog von der Strafraumgrenze ab, doch Kolke tauchte reaktionsschnell ab (59.). Vier Minuten später war der Hansa-Keeper dann aber machtlos, als Vlachodimos den Ball gegen die Laufrichtung des Keepers zum 1:2 einköpfte (63.). Zum zweiten Mal lagen die Rostocker in dem bis dahin weitgehend ausgeglichenen Aufsteigerduell im Rückstand. Und es kam noch dicker für die Härtel-Elf, denn Dynamo legte nach: Zwar konnte Kolke einen Vlachodimos-Versuch entschärfen, doch im Nachsetzen war Kade zur Stelle und erhöhte auf 1:3 - die Vorentscheidung (70.).

Trainer Härtel reagierte auf das 1:3 mit einem Dreifach-Wechsel. Neuzugang Jonathan Meier kam somit gegen seinen Ex-Verein zu seiner Hansa-Premiere. Diese hätte sich die Leihgabe von Mainz 05 sicher anders gewünscht. Immerhin verhinderte Kolke mit einer Großtat gegen Daferner kurz vor Schluss das 1:4 (90.+1).

Am kommenden Wochenende müssen die Rostocker wieder auswärts ran, dort sind sie noch ungeschlagen. Gegner der Härtel-Elf ist dann Bundesligaabsteiger Werder Bremen (0:0 in Karlsruhe).

FC Hansa: Kolke - Neidhart, Meißner, Roßbach, Scherff (73. Meier) - Behrens (79. Rhein), Bahn, Ingelsson (73. Omladic) - Rizzuto (11. Schumacher), Verhoek (73. Munsy), Mamba.
Dynamo Dresden: Broll - Akoto, Sollbauer, Knipping (17. Mai), C. Löwe - Stark - Schröter (79. Will), Kade - Mörschel (46. Vlachodimos) - Daferner, Königsdörffer.
Tore: 0:1 Mörschel (1.), 1:1 Mamba (43.), 1:2 Vlachodimos (63.), 1:3 Kade (70.).
Schiedsrichter: Benjamin Cortus.
Zuschauer: 14500.

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