02. April 2022 / 22:37 Uhr

1:0-Sieg gegen St. Pauli – Neidhart lässt Hansa jubeln

1:0-Sieg gegen St. Pauli – Neidhart lässt Hansa jubeln

Sebastian Lindner
Ostsee-Zeitung
Die entscheidende Szene: Nico Neidhart (r.) drückt den Ball hier aus spitzem Winkel für Hansa Rostock über die Linie.
Die entscheidende Szene: Nico Neidhart (r.) drückt den Ball hier aus spitzem Winkel für Hansa Rostock über die Linie. © LUTZ BONGARTS
Anzeige

Sieg im Nordduell für den FC Hansa Rostock: Die Ostseestädter besiegen den FC St. Pauli mit 1:0. Nach einer intensiven Partie machen die Mecklenburger einen großen Schritt in Richtung Klassenverbleib in der 2. Bundesliga.

Rostock​. Hansa Rostock hat am Samstagabend unter Flutlicht im Ostseestadion gegen den FC St. Pauli seine Siegesserie ausgebaut und durch das 1:0 (0:0) den Tabellenführer gestürzt. Den entscheidenden Treffer markierte Nico Neidhart nach 59. Minuten. Hansa feierte den vierten Sieg in Serie, die Punkte 35, 36 und 37 sowie weiterhin Platz elf in der 2. Bundesliga. Bis zum Abpfiff war es im Stadion sowie im Umfeld ruhig geblieben.

Anzeige

Hansa begann im Vergleich zum Spiel gegen Sandhausen vor zwei Wochen mit vier Neuen in der Startelf. Für Julian Riedel, Björn Rother, Pascal Breier und Haris Duljevic durften Calogero Rizzuto, Lukas Fröde, Hanno Behrens und Nico Neidhart ran. Außerdem stellte Trainer Jens Härtel seine Grundordnung um, ließ sein Team mit einer Dreierkette aus Timo Becker, Ryan Malone und Damian Roßbach agieren. Rizzuto auf rechts und Neidhart links mimten dazu die Flügelspieler, die sich gegen den Ball mit in die letzte Reihe einsortierten.

In Bildern: FC Hansa Rostock - FC St. Pauli

Fans des FC St. Pauli zündeten kurz vor dem Anpfiff Pyrotechnik im Gästeblock. Zur Galerie
Fans des FC St. Pauli zündeten kurz vor dem Anpfiff Pyrotechnik im Gästeblock. ©

Vor allen Neidhart interpretierte seine Rolle sehr offensiv, setzte nach zwei Minuten auf den ersten Torschuss ab. Kaum hatten sich die 25.000 Zuschauer im ausverkauften Ostseestadion gesetzt, riss es sie auch wieder aus ihren Sitzen. John Verhoek schickte nach Balleroberung den schnellen Svante Ingelsson steil, der kam zum Abschluss, den Pauli-Keeper Nikola Vasilj aber entschärfen konnte. Nicht so aber den Nachschuss von Simon Rhein. Das vermeintliche 1:0 in der 3. Minute kassierte Schiesdichter Benjamin Brand aber, nachdem ihn Video-Referee Guido Winkmann kontaktierte. Nach Ansicht der Bilder soll Verhoek seinen Gegenspieler mit unfairen Mitteln aus dem Weg geräumt haben.

Anzeige

Danach zeigte sich erstmals der Gast vor dem Rostocker Tor. Am kurzen Pfosten kam Guido Burgstaller zum Abschluss, Hansa-Keeper Markus Kolke wehrte nach einer kleinen Unsicherheit aber zur Ecke ab. Es war die beste Szene der Hamburger im ersten Durchgang. Für den Rest der ersten Halbzeit dominierten die zweikampfstarken Gastgeber, die durch Szenenapplaus vom Publikum weiter motiviert wurden.

Nach zehn Minuten hatte auch Verhoek seine erste Chance, konnte den Ball im Strafraum aber nicht gut genug kontrollieren, um einen gefährlichen Abschluss zu kreieren. Danach sorgte der Niederländer aber für die erste Rudelbildung. Nach einem Foul an der Seitenlinie, für das der Ex-Paulianer Gelb sah, bildete sich eine Traube um den gefoulten Leart Paqarada, da keine der beiden Parteien mit der Entscheidung zufrieden war. Nur wenige Sekunden später sah auch Malone nach einem Tackling Gelb.

Dann wieder Fußball. Wieder Hansa. Rizzuto mit gutem Umschaltspiel, doch Behrens’ Abschluss war letztlich zu schwach. Rostock, zwar mit weniger Ballbesitz, aber den entscheidenden Ballgewinnen, blieb weiter am Drücker, Steilpässe, vornehmlich auf den immer wieder startenden Ingelsson blieben das bevorzugte Mittel. Trotzdem beruhigte sich die Partie ein wenig, erst in den letzten Minuten vor der Pause gab es wieder Strafraum-Action. Nach 38. Minuten wurde Verhoek direkt zentral vor der Strafraumkante gefoult. Rizzuto setzte die Möglichkeit aber in die Mauer.

Mehr zum FC Hansa Rostock

Kurz darauf hatte der sehr auffällige Neidhart die nächste Gelegenheit. Sein Distanzschuss aus 18 Metern wurde gefährlich abgefälscht, Vasilj verhinderte den Einschlag mit einem Riesenreflex gegen seine Laufrichtung (40.). Für die letzten Minuten ließ sich Hansa dann zwar etwas hinten reindrücken, blieb aber durch Konter die bestimmende Mannschaft. So wurde ein Schuss von Rhein aus 18 Metern eine Minute vor der Pause geblockt. Noch gefährlicher war der Lauf von Ingelsson in der Nachspielzeit, der, geschickt von Verhoek, gegen zwei Verteidiger aber keinen Schuss absetzen konnte, der Vasilj hätte überwinden können. So ging es torlos in die Pause.

Auch der Beginn der zweiten Halbzeit gehörte Hansa, Chancen sprangen dabei zunächst nicht heraus. Erst in der 59. Minute. Nach einem Ballgewinn trieb Behrens den Ball durchs Zentrum. Nach Pass auf rechts zu Rizzuto spielte der flach und scharf vors Tor. Am langen Pfosten verpasste zunächst Verhoek, doch dahinter stand noch Neidhart, der den Ball zum 1:0 über die Linie drückte.

Nun musste St. Pauli kommen. Und tat es auch. Die Gäste erspielten sich mehrere Ecken, die Hansa aber klären konnte. Bei einer davon verletzte sich Verhoek, der in der 68. Minute durch Danylo Sikan ersetzt wurde. Aus dem Spiel heraus ging bei St. Pauli weiterhin wenig, Spielmacher Daniel-Kofi Kyereh war bei Fröde und Co. in guten Händen. Das hielt den ghanaischen Nationalspieler aber nicht davon ab, es per Freistoß direkt aus gut 22 Metern zu versuchen – knapp vorbei (72.).


Hansa zog sich für die letzten Minuten weiter zurück, blieb aber weiter nach Ballgewinnen brandgefährlich. So wie in der 74. Minute, als Neidhart schon am herausgeilten Vasilj vorbei war, dabei aber nach außen abgedrängt wurde und den Ball dann nicht mehr in die Mitte bekam. Zwölf Minuten vor Ablauf der regulären Spielzeit wechselte Rostock seine beiden Flügelspieler aus. Riedel und Jonathan Meier sollten übernehmen, interpretierten ihre Aufgaben aber wesentlich defensiver als ihre Vorgänger, was auch der fortgeschrittenen Spielzeit geschuldet war. Brenzlig wurde es in der 81. Minute. Erst konnten Malone und Becker Burgstaller im Fünfer nicht vom Ball trennen, Sekunden später wischte Kolke an einer Flanke vorbei. Beide Aktionen blieben aber folgenlos.

Die letzten fünf Minuten der Partie begleiteten die Zuschauer im Ostseestadion mit Standing Ovations. Dabei hätten sie fast noch das 2:0 durch Ryan Malone nach einer Ecke bejubeln können. So aber wurden nur noch die Einwechselungen von Duljevic und Rother für Ingelsson und Rhein beklatscht – und natürlich der Schlusspfiff.

Nach Spielende feierte die Mannschaft mit den Fans auf der Südtribüne. Auch Minuten nach Spielende hatte kaum ein Zuschauer die Arena verlassen.

FC Hansa: Kolke – Becker, Malone, Roßbach, Neidhart (79. Meier) – Rhein (88. Rother), Fröde – Rizzuto (79. Riedel), Behrens, Ingelsson (88. Duljevic) – Verhoek (69. Sikan)
Tor: 1:0 Neidhart (60.).
Schiedsrichter: Benjamin Brand.
Zuschauer: 24900.

Jetzt abstimmen: Welche Noten gebt ihr den Hansa-Profis nach dem Heimspiel gegen St. Pauli?