24. Mai 2017 / 04:57 Uhr

20 Jahre Bundesliga - Teil 18: Der VfL Wolfsburg und der Pokalsieg 2015

20 Jahre Bundesliga - Teil 18: Der VfL Wolfsburg und der Pokalsieg 2015

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
20 Jahre Bundesliga 18
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20 Jahre, 20 Geschichten: In der großen AZ/WAZ-Serie blicken wir auf zwei Jahrzehnte Bundesliga-Fußball in Wolfsburg zurück. Zu jeder Folge gibt es nur hier im Sportbuzzer ein Video-Special mit Roy Präger und Mathias Stammann, die vor 20 Jahren mit dem VfL in die 1. Liga aufstiegen und heute immer noch für den Klub arbeiten

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So etwa ab der 84., 85. Minute fing auch Dieter Hecking an, daran zu glauben. Erfolgreich hatte sein VfL die 3:1-Pausenführung verteidigt, der Dortmunder Borussia ging spürbar der Glauben an eine Wende im Spiel verloren. Sehr langsam fiel beim Wolfsburger Trainer die Anspannung ab, während die Konfetti-Beauftragten des DFB längst dabei waren, die Kanonen mit grün-weißen Schnipseln zu füllen. Das Berliner Olympiastadion machte sich bereit, den DFB-Pokalsieger zu küren – den VfL Wolfsburg. Mit dem Endspiel war am 30. Mai 2015 ein Weg zu Ende, der neun Monate zuvor mühsam begonnen hatte. Sehr mühsam.

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Mathenia macht‘s schwer

In der Liga spielte der VfL eine überragende Saison, hatte in Kevin De Bruyne den besten in Deutschland tätigen Fußballer – und dessen Künste trieben Mitspieler wie Daniel Caligiuri, Ivan Perisic oder auch den zum Rechtsverteidiger umgeschulten Vieirinha auf Leistungslevel, an das sie danach kaum wieder heran reichten. Früh strebte dieser VfL mit überragend gutem Umkehrspiel der Vizemeisterschaft entgegen. Und im Pokal half nach dem Holperstart in Darmstadt etwas, was die Wolfsburger in ihren 20 Bundesliga-Jahren fast nie hatten: Losglück.

enheim in der zweiten Runde (4:1), beim Achtelfinale in Leipzig (2:0) oder beim Viertelfinal-Heimspiel gegen Freiburg (1:0) – aus den Liga-Erfolgen entwickelte der VfL das nötige Selbstbewusstsein, um seiner jeweiligen Favoritenrolle in den Pokalspielen ziemlich souverän gerecht zu werden. Und auch das Halbfinale bei Favoritenkiller Arminia Bielefeld erwies sich als leicht – weil der damalige Drittligist vorher Werder Bremen und Mönchengladbach rausgeworfen hatte, ging‘s der VfL hochkonzentriert an. Maxi Arnold traf schon in der 8. Minute, Luiz Gustavo legte in der 32. Minute nach, kurz nach der Pause sorgten De Bruyne und erneut Arnold für den 4:0-Endstand.



VfL in der Nebenrolle?

Berlin, Berlin, wir fahren nach Berlin! 20 Jahre nach dem ersten Einzug ins Pokalfinale, das für den damaligen Zweitligisten ein sensationeller Erfolg war, stand der VfL im Endspiel. Damals hatte er beim 0:3 gegen Gladbach eine Nebenrolle gespielt – und die war für Wolfsburg eigentlich auch diesmal vorgesehen. Auf der offiziellen DFB-Pressekonferenz am Tag vor dem großen Spiel ging es quasi nur um Borussia Dortmund und um den bevorstehenden Abschied von Kult-Trainer Jürgen Klopp. Sein Team, das die Elfmeterschießen-Ausrutscher des FC Bayern im Halbfinale bezwungen hatte, wollte ihm zum Abschied einen Titel schenken. VfL-Manager Klaus Allofs und Trainer Hecking waren stinksauer wegen der ungerechten Verteilung des öffentlichen Interesses.Aber genau das war für den BVB zu viel der Last. Trotz der Führung durch Pierre-Emerick Aubameyang verlor Dortmund im Finale nach 20 Minuten die Kontrolle, während beim VfL genau die drei Spieler trafen, auf die man vorher hätte kommen können: Erst De Bruyne, der überragende Mann des VfL. Dann Luiz Gustavo, der die meisten Wolfsburger Pokaltore in dieser Saison schoss. Und schließlich Bas Dost, Torjäger im Hauptberuf.

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Als diverse Alkoholika über diverse Köpfe geschüttet waren, musste Hecking die Frage beantworten, wie er sich fühle. „Bekloppt“, sagte er. Eine wohl kalkulierte Spitze gegen den Hype, der vor dem Finale um seinen Kollegen gemacht worden war. Wolfsburgs Trainer und sein Team waren auf einem Höhepunkt, den der Supercup-Sieg ein paar Wochen später noch verlängerte. Danach ging‘s auf leider wohlbekannte Weise abwärts: Dem Titel folgte erst Platz acht und dann der Abstiegskampf – so wie sechs Jahre zuvor auch...

Alle Teile der Serie "20 Jahre Bundesliga" finden Sie hier

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