18. Juni 2018 / 13:16 Uhr

200 Telefonate für zehn Spieler: TSV Burgdorf steht vor großem Umbruch

200 Telefonate für zehn Spieler: TSV Burgdorf steht vor großem Umbruch

Christoph Hage
Hannoversche Allgemeine / Neue Presse
Die Neuzugänge der TSV Burgdorf.
Die Neuzugänge der TSV Burgdorf. © privat
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Landesligist TSV Burgdorf steht vor einem großen Umbruch. Nach den Abgängen von neun Spielern wollen die Verantwortlichen künftig vor allem auf regionale Gesichtspunkte setzen - und haben dafür bereits konkrete Zielvorgaben.

Die Verantwortlichen der TSV Burgdorf nennen es liebevoll den „Burgdorfer Weg“, die Zahlen machen einen großen Umbruch daraus. Nicht weniger als neun Spieler haben den Landesligisten in der Sommerpause verlassen, dafür rücken zehn, zumeist jüngere Kräfte nach. „Vor fünf, sechs Jahren waren wir eine Söldnerriege, das sind wir jetzt endgültig nicht mehr“, sagt TSV-Trainer Holger Kaiser.

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Neun Abgänge stehen fest

Patrick Hiber (FC Lehrte), Eugen Klein (FSV Sarstedt), Nasser Dullay (SV Altencelle), Johannes Lübow (SV Ramlingen/Ehlershausen), Tobias Redemann (TSV Wettmar), Daniel Bothe (OSV Hannover), Ufuk Yildizadoymaz und Dawid Dziegielewski (beide Ziel unbekannt) standen bereits als Abgänge fest. Armend Musa, den es ebenfalls zum OSV zog, ist der neunte und letzte.

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Der Burgdorf-Coach herzt die RSE-Legende: Holger Kaiser mit Kurt Becker. Zur Galerie
Der Burgdorf-Coach herzt die RSE-Legende: Holger Kaiser mit Kurt Becker. ©

Regionaler Gesichtspunkt "sehr, sehr wichtig"

Bei den Zugängen habe man den Fokus neben der sportlichen Qualität vor allem auf regionale Gesichtspunkte gesetzt, sagt Abteilungsleiter Dirk Bierkamp. „Das ist uns sehr, sehr wichtig. Wir wollen dem Burgdorfer Publikum ein Team aus dem Altkreis präsentieren. Schon jetzt werden über 80 Prozent der Spieler aus dem Umkreis von 15 Kilometer ihren Wohnort haben.“


Zielvorgabe sind 85 Prozent

Mittelfristig sollen demnach die besten Akteure des Altkreises ihre Schuhe für die TSV schnüren. „Wir erhoffen uns dadurch eine höhere Identifikation mit dem Verein und einen hoffentlich besseren Zuspruch unserer Zuschauer. Mittelfristig ist eine Zielvorgabe von 85 Prozent der Spieler aus dem Altkreis angepeilt“, sagt Bierkamp.

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Führungsrolle für Neuzugang Schuder

Prominentester Name auf der Liste der Zugänge dürfte der Name von Patrick Schuder, der mit Jonas Künne zusammenarbeitet, sein – nach Wlad Masljakow, Yannick Bahls, Jannis Iwan und Sahin Caran ein weiterer Leistungsträger, der Nachbar Heeßeler SV den Rücken kehrt.

Er dürfte neben Michael Fitzner (FC Lehrte) einer der Akteure sein, die die jungen Tom Hanekopf (A-Junioren Heeßeler SV), Benjamin Grund (TuS Celle FC), Marvin Schade (A-Junioren VfV 06 Hildesheim), Immanuel Thamm (FC Lehrte), Julian Poth (TSV Wettmar), Niklas Priess (TSV Engensen), Marlon Weber (1. FC Germania Egestorf/Langreder II) und Konstantin Kutz (VfL Wahrenholz) führen soll.

Zwei Spieler sollen noch kommen

Bevor diese zehn Akteure feststanden, führte Kaiser seit Mitte März „locker 200 Telefonate“. „Um einen Spieler zu bekommen, musste ich vier, fünf Gespräche führen, persönlich versteht sich.“ Über das Konzept des Burgdorfer Weges sagt der TSV-Trainer: „Es ist halt auch wichtig eine gute Kabine zu haben. Und in der Landesliga geht es mit Talent und Willen, da bin ich mir sicher.“

Der Zusammenhalt solle die Aue-städter auch in der neuen Saison zum Klassenerhalt führen. Die Planungen sind indes noch nicht abgeschlossen. Ein erfahrener Innenverteidiger sowie ein Sechser werden noch händeringend gesucht.