09. März 2021 / 11:35 Uhr

„2000er passen immer gut“: Jan Ohms ist DJ bei der BG Göttingen

„2000er passen immer gut“: Jan Ohms ist DJ bei der BG Göttingen

Filip Donth
Göttinger Tageblatt
Jan Ohms sorgt für den Musik-Mix bei den Heimspielen der BG Göttingen.
Jan Ohms sorgt für den Musik-Mix bei den Heimspielen der BG Göttingen. © R/privat
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Zum Aufwärmen gibt’s für die Spieler Hip-Hop, später für die Zuschauer eher Mainstream. DJ Jan Ohms sorgt für die Musik bei den Heimspielen des Basketball-Bundesligisten BG Göttingen – und hat dafür schon Lob von Fernsehmachern und Schiedsrichtern erhalten.

Wenn die BG Göttingen zu einem Heimspiel in der Basketball-Bundesliga aufläuft, gibt er Takt und Ton an: Jan Ohms ist DJ und verantwortlich für die Musik in der Sparkassen-Arena. Während er dabei normalerweise vor der Herausforderung steht, mehr als 3000 Musikgeschmäcker unter einen Hut zu bekommen, muss er es derzeit schaffen, vor leeren Rängen gute Stimmung zu verbreiten. Den Spaß an seiner Aufgabe hat er dadurch nicht verloren.

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Bereits zwei Stunden vor Spielbeginn ist Jan Ohms in der Halle und spielt während des Aufwärmens Musik für die Spieler. Von diesem Zeitpunkt an ist er bis zur Schlusssirene im Dauereinsatz: Musik vor Spielbeginn, Musik während des Einlaufens der Mannschaften, Musik während Spielunterbrechungen, Musik in der Halbzeit und so weiter. „Viele denken, die Musik kommt per Radio oder über eine Spotify-Playlist“, sagt der 18-Jährige. Doch weit gefehlt. Nahezu alles, was aus den Lautsprechern in der Sparkassen-Arena ertönt, steuert Ohms von seinem Platz am Kampfgericht aus.

Kein Song wird voll ausgespielt

Als DJ legt Ohms vor allem bei Hochzeiten oder anderen privaten Feiern auf. Seit August 2019 ist der 18-Jährige auch bei den Heimspielen der BG Göttingen im Einsatz. Jonas Friedrich, bei der BG unter anderem verantwortlich für die Spieltagsorganisation, wurde während einer Party aufmerksam auf den jungen DJ und holte ihn zu den Veilchen in die Sparkassen-Arena.


Das sei für ihn eine vollkommen neue Erfahrung gewesen, sagt Ohms. Vieles sei anders als beispielsweise bei einer Hochzeit: „Ich kann die Songs während des Spiels nicht voll ausspielen, sondern lediglich zehn Sekunden. Die Schwierigkeit ist, die zehn Sekunden aus einem Song rauszufiltern, die am aussagekräftigsten sind.“

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Zudem gebe es kaum direkte Interaktion mit den Zuschauern in der Halle. Die Tribüne ist eben keine Tanzfläche. Deshalb müsse er „das Publikum auf eine andere Art lesen“, um die zur Stimmung passende Musik spielen zu können. Eine Aufgabe, für die er ein Gespür entwickelt habe, so Ohms, die aber eigentlich auch unmöglich ist: „Bei mehr als 3000 Zuschauern ist es schwierig, alle Musikgeschmäcker unter einen Hut zu bekommen.“

Zum Aufwärmen gibt es Hip-Hop

Nach welchen Kriterien wählt der DJ seine Musik aus? „Die Spieler wollen während des Aufwärmens vor allem Hip-Hop hören, die haben einen sehr ähnlichen Geschmack“, sagt Ohms. Sobald Zuschauer in die Halle kommen, wechsle er zu Charts und Pop-Musik. Grundsätzlich sei er aber auch immer offen für Musikwünsche aus dem Publikum.

Seine Musik hat der DJ nach Jahrzehnten und Genres in Ordnern sortiert. Musikalisch gehe er bei der BG in den Jahrzehnten aber nicht weiter zurück als in die 1980er. „Meistens bewege ich mich in den 2000ern, das passt immer ganz gut“, erklärt der 18-Jährige. „Ich versuche mich auch immer daran zu orientieren, zu welchen Songs man gut tanzen kann.“ Zudem achte er darauf, nicht immer dieselben Lieder zu spielen: „Es sollen keine Wetten auf mich abgeschlossen werden können, sondern ich möchte bei jedem Spiel individuell sein.“

Geisterspiele sind eine andere Herausforderung

Sein Ziel sei es, die Emotionen der Zuschauer gut „zu untermalen“, allen in der Halle ein „gutes Erlebnis“ zu ermöglichen. Ohms betont: „Das Schlimmste wäre, wenn die Stimmung in der Halle durch die Musik schlecht werden würde.“

Aufgrund der Geisterspiele steht er in seiner zweiten Saison als BG-DJ vor einer vollkommen anderen Herausforderung: Stimmung vor leeren Rängen zu machen. Kein Publikum bedeutet für den DJ: kein Feedback. „Das war eine große Umstellung für mich“, sagt Ohms. „Das DJ-Dasein lebt normalerweise vom Feedback.“ Deshalb habe er sich sehr darüber gefreut, als kürzlich die Aufnahmeleiterin von MagentaSport und ein Schiedsrichter zu ihm kamen, um die Musikauswahl zu loben.

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Da Jan Ohms und die BG Göttingen von Zuschauern oft nach bestimmten Songs, die während eines Heimspiels gespielt wurden, gefragt werden, hat der DJ eine Playlist auf Spotify erstellt, die er regelmäßig aktualisiert. Der Link ist auch in seinem Instagram-Profil (djjangoettingen) zu finden.