13. Januar 2019 / 20:33 Uhr

21. Potsdamer Stadtsportball: Sportfamilie rückt zusammen

21. Potsdamer Stadtsportball: Sportfamilie rückt zusammen

Stephan Henke
Märkische Allgemeine Zeitung
Am Samstagabend fand in der Potsdamer MBS-Arena der 21. Potsdamer Stadtsportball statt.
Am Samstagabend fand in der Potsdamer MBS-Arena der 21. Potsdamer Stadtsportball statt. © Friedrich Bungert
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21. Potsdamer Stadtsportball: Gala-Abend in der Potsdamer MBS-Arena steht ganz im Zeichen der Ehrenamtlichen.

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Viele neue Gesichter spielten beim 21. Potsdamer Stadtsportball am Samstagabend die Hauptrolle. Zum einen die neue Gastgeberin Ute Goldberg, die seit April Vorsitzende des Potsdamer Stadtsportbundes ist. „Wir wollen verstärkt auf das Ehrenamt zugehen“, war die Kernaussage ihrer ersten Rede.

2000 Ehrenamtliche

Denn diesem will sich Ute Goldberg, zugleich auch Vorsitzende des Tauchclubs Potsdam, besonders widmen. Stellvertretend für die rund 2000 Ehrenamtlichen im Potsdamer Sport wurde Gisela Meller (Preußischer Fechtclub) mit der Ehrennadel in Gold des Landessportbunds Brandenburg (LSB) ausgezeichnet. Auch Juliane Starke (Tauchclub Potsdam) wurde für ihr Engagement gewürdigt. Unter anderem will der Stadtsportbund eine dritte hauptamtliche Stelle schaffen, um die Ehrenamtlichen in den Potsdamer Sportvereinen bei ihrer Arbeit besser zu unterstützen.

Die besten Bilder vom 21. Potsdamer Stadtsportball

Turbine-Torhüterin Lisa Schmitz (r.) moderierte den Stadtsportball, Teamkollegin Svenja Huth kam als Gast. Zur Galerie
Turbine-Torhüterin Lisa Schmitz (r.) moderierte den Stadtsportball, Teamkollegin Svenja Huth kam als Gast. © Friedrich Bungert
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Dass diese Stelle geschaffen wird, kündigte Mike Schubert an, zudem werde die Nutzung der Sportstätten für die Vereine auch künftig kostenlos bleiben. Schubert kam erstmals als Potsdamer Oberbürgermeister zum Stadtsportball, also ebenfalls ein neues Gesicht an der Spitze, Ute Goldberg sprach von einem „Generationenwechsel“. Ihr Vorgänger Lutz Henrich, der 20 Jahre die Geschicke des Stadtsportbunds leitete, erhielt vom Landessportbund Brandenburg (LSB) die Ehrennadel in Gold für seine Verdienste. „Keiner hat sie mehr verdient als du, lieber Lutz“, würdigte Schubert die Leistung Henrichs.

Lisa Schmitz und Philip Saalbach moderieren

Neu war zudem das Moderatorenduo: Nationaltorhüterin Lisa Schmitz von Turbine Potsdam und Babelsberg-03-Kapitän Philip Saalbach führten durch den Abend in der mit 500 Gästen bis auf den letzten Platz gefüllten MBS-Arena. Das in der Vergangenheit etwas angespannte Verhältnis der beiden Vereine nahmen sie auf die Schippe. Als Lisa Schmitz ihre Turbine-Kapitänin Svenja Huth fragte, was sie den Babelsbergern als Tipp mitgeben würde, sagte Olympiasiegerin Huth Richtung Saalbach: „Wenn ihr künftig nicht mehr so viel grätschen würdet, dann hätten wir sonntags einen besseren Platz.“ Der konterte im nicht ganz ernst gemeinten Dialog: „Fußball ohne Grätschen ist kein Fußball.“

Neben der Auszeichnung der Nachwuchssportler stand auch die Enthüllung der neuen Stele für den Walk of Fame an. Die Bobsportler Lisa-Marie Buckwitz (Gold) und Kevin Kuske (Silber), die bei den Olympischen Winterspielen in Pyeongchang erfolgreich waren, sendeten beide per Videobotschaft Grüße an die Gäste. Zudem gab es für die Besucher das dazu passende Buch „Allee des Ruhms“ vom ehemaligen MAZ-Redakteur Horst Sperfeld und Fotograf Eberhard Thonfeld. Das unterhaltsame Programm gestalteten der Kinder- und Jugendcircus Montelino, Potsblitz, die Kaputtmachers und die Cheerleader der Potsdam Panthers mit.

Die Nachwuchssportler des Jahres:

U14: Gina Reich (USV Potsdam). Mit ihrem Zwillingsbruder Leon macht Gina Reich sehr vieles gemeinsam, unter anderem Taek-wondo beim USV Potsdam. Und das so gut, dass sie als Nachwuchssportlerin des Jahres (U14) ausgezeichnet wurde. Denn gemeinsam holten die Geschwister im Freestyle-Paarlauf, bei dem sie parallel die gleichen Übungen ausführen, unter anderem einen ersten Platz beim Weltranglistenturnier in Wien und einen zweiten bei der Deutschen Meisterschaft. „Ich möchte künftig mich noch mehr auf Taekwondo konzentrieren“, erzählt die 13-Jährige aus Kleinmachnow, weshalb sie die Sportschule für Akrobatik in Berlin verlassen wird, um noch mehr Zeit für ihren Sport zu haben, in dem sie schon so erfolgreich ist.

Ramsan Baliev (UJKC Potsdam): Als Ziel hat sich Ramsan Baliev das Höchste ausgesucht: „Ich möchte zu Olympischen Spielen und Olympiasieger werden“, sagt der 13-jährige Judoka des UJKC Potsdam. In Brandenburg ist er seit drei Jahren Landesmeister, bei einem bundesoffenen Sichtungsturnier wurde er Erster. „Er hat ein sehr schönes Gefühl für den richtigen Moment, das ist im Judo einfach sehr wichtig“, sagt sein Trainer Tom Schulz über seinen Schützling, der 2014 mit seinem Bruder zum Judo kam. „Sie sind gleich aufgefallen, weil sie immer Vollgas geben, wo andere vielleicht schon anfangen schlapp zu machen“, erzählt Schulz. Für den Sommer hat sich Baliev für die Sportschule beworben, es wäre der nächste Schritt zu seinem großen Ziel.

U18 National: Hannah Blechschmidt (KC Potsdam im OSC). Die inzwischen 18 Jahre alte Kanutin wurde Nachwuchssportlerin in der Kategorie U18 national. Bei den Deutschen Meisterschaften 2018 holte sie drei Titel. Trainer Lutz Altepost sagt über seinen Schützling: „Sie ist sehr fleißig im Training, hat ein Gefühl für das Paddel. Und sie will immer gewinnen.“ Die aus Fichtenwalde stammende Sportschülerin der 13. Klasse war vorher Schwimmerin, wurde dann von den Trainern für den Kanurennsport entdeckt. Die Auszeichnung nimmt sie als Ansporn, schließlich muss sie 2019 erstmals in der Leistungsklasse starten. Hannah Blechschmidt hofft auf eine Qualifikation in der U23 für die internationalen Höhepunkte. Auf den 1000 Metern sieht sie ihre Stärken.

U18 National: Giulio Ehses (Triathlon Potsdam). Im Triathlon ist Giulio Ehses ein Spätstarter. Erst 2016 wechselte der 18-Jährige zum Triathlon – nicht wie sonst üblich vom Schwimmen, sondern vom Fußball. „Er ist nicht ganz einfach, hat seinen eigenen Kopf. Seine Kreativität hat er vom Fußball mitgebracht. Er schaut sich die Schwimmer an und dann schwimmt er wie die Schwimmer“, lobt sein Trainer Tom Kosmehl den deutschen Vizemeister und Vize-Europameister im Mixed-Team. Für die anstehende Saison hat sich der Triathlet viel vorgenommen: „Bei den Junioren will ich Deutscher Meister werden, eine Top-Fünf-Platzierung bei der Europameisterschaft und eine Top-10-Platzierung bei der Weltmeisterschaft wären schon ganz geil“, sagt Ehses.

U18 International: Leni Freyja Wildgrube (SC Potsdam). Für die 17 Jahre alte Stabhochspringerin, die zur besten Nachwuchssportlerin in der Kategorie international gekürt wurde, war 2018 ein einziger Höhenflug. Erst Gold bei der U18-EM dann Gold bei den Olympischen Jugendspielen. Der Schützling von Trainer Toralf Neumann ist auch Deutschlands Nachwuchsleichtathletin des Jahres 2018. Die Sportschülerin der 12.Klasse hatte am Samstag bereits ihren ersten Wettkampf in der Hallen-Saison, schaffte 4,05 Meter aus verkürztem Anlauf. Auch über 60 Meter Hürden, wo sie 2018 deutsche Vizemeisterin wurde, siegte sie, verfehlte in 8,69 Sekunden ihre Bestzeit nur um sechs Hundertstel. Sogar Judo-Training hat die Ex-Turnerin zur Abwechslung absolviert.

U18 International: Elias Kurth (KC Potsdam im OSC). Der 17 Jahre alte Kanute konnte die Ehrung als bester Nachwuchssportler des Jahres 2018 in der Kategorie U18 international nicht persönlich entgegen nehmen. Mit Trainer Clemens Paarmann weilt Kurth im Trainingslager in Melbourne/US-Bundesstaat Florida. Der aus Kirchmöser stammende Kajakfahrer kam in der 7. Klasse auf die Sportschule, wo er nun die 12. Klasse besucht. Kurth holte bei den Junioren-Weltmeisterschaften Silber und Bronze. Er gilt als Kämpfer und einer, der nie aufsteckt. Deshalb ist er auf den 1000 Metern besonders stark. Außerdem konnte er im vergangenen Jahr dreimal bei den Olympic Hope Games gewinnen. Kurth steht für die Zukunft des erfolgreichsten Kanuvereins der Welt.

Nachwuchsmannschaft: Lilo Wätzel und Philip Honig (Pirouette Dance Company). Erst seit 2016 tanzen Lilo Wätzel und Philip Honig zusammen. „Es brauchte natürlich ein bisschen Zeit. Wir kannten uns vorher überhaupt nicht, nur vom Sehen“, erzählt Philip Honig. „Inzwischen sind wir aber ein sehr eingespieltes Team, kennen den anderen sehr gut“, ergänzt Lilo Wätzel. Und das spiegelt sich auch auf der Tanzfläche wider: Denn in der Kategorie Modern Dance wurden beide 2018 Deutsche Meister und Europameister. Seit Samstagabend sind sie auch Potsdams Nachwuchsmannschaft des Jahres. Auch an der WM haben sie in ihrer noch jungen, gemeinsamen Karriere schon teilgenommen. Um sich für diese auch 2019 zu qualifizieren, müssen sich die beiden über ein Vorrundenturnier im März für die Deutsche Meisterschaft qualifizieren und dort unter die Top-Zwei kommen und eine gewisse Punktzahl erreichen. „Das ist schon realistisch, dass wir das schaffen“, sagt Lilo Wätzel. Dafür trainieren die beiden hart, Philip Honig drei- bis viermal die Woche, Lilo Wätzel sogar fünfmal bei der Pirouette Dance Company von Trainerin Sophia Nabuda. „Wir arbeiten sehr viel mit Hebungen“, erzählt Philip Honig über ihre Art des Tanzes. Zweieinhalb bis drei Minuten dauern die Auftritte der beiden, im vergangenen Jahr hieß ihr Programm „Destroyed by You“ über häusliche Gewalt. Dafür bekamen sie sogar einen Sonderpreis für einen Workshop in Chicago im kommenden Sommer, für die anstehende Reise suchen beide noch Unterstützer.

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