03. Januar 2021 / 21:08 Uhr

21 Schüsse, kein Tor: Nach langer Zeit mal wieder Wolfsburger Chancenfrust

21 Schüsse, kein Tor: Nach langer Zeit mal wieder Wolfsburger Chancenfrust

Marcel Westermann
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung
Kein Tor: Wout Weghorst sorgte für das letzte Luftloch des Spiels, Yannick Gerhardt (r.) hatte die erste Wolfsburger Top-Chance vergeben.
Kein Tor: Wout Weghorst sorgte für das letzte Luftloch des Spiels, Yannick Gerhardt (r.) hatte die erste Wolfsburger Top-Chance vergeben. © (c) Pool AP
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Für den VfL Wolfsburg wäre bei Borussia Dortmund deutlich mehr drin gewesen, hätte der Fußball-Bundesligist bloß seine Chance genutzt. Die dickste hatte Yannick Gerhardt, der trotz zweier Corona-Rückkehrern in der Startelf bleiben durfte - als Zehner.

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Er hatte die dickste Möglichkeit für den VfL auf dem Fuß, doch in Sachen Chancenverwertung hätte sowohl Yannick Gerhardt als auch der gesamte Wolfsburger Fußball-Bundesligist beim 0:2 in Dortmund mehr zeigen müssen. So gab's erneut keine Punkte bei der Borussia, obwohl Trainer Oliver Glasner wieder mehr Optionen im Kader hatte und beim BVB deutlich mehr drin gewesen wäre.

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Arnold kehrte nach überstandener Corona-Infektion zurück in die Startelf, auch Xaver Schlager war wieder dabei. Der Österreicher hatte als direkte Kontaktperson des Eigengewächses in vorsorgliche Quarantäne gemusst. Beide hatten die Partien vor Weihnachten gegen Stuttgart sowie im Pokal gegen Sandhausen verpasst. In Dortmund durften sie aber wieder auflaufen - verdrängten aber nur Kapitän Josuha Guilavogui aus der Anfangsformation. Gerhardt, der seine Sache zuletzt richtig gut gemacht und gegen den Zweitligisten getroffen hatte, spielte erneut vom Start weg - auf einer für ihn eher ungewohnten Position.

<b>Koen Casteels</b>: Da, wenn er gebraucht wurde – wie etwa bei den Chancen von Reus und Haaland, nur ein kleiner Patzer nach der Pause beim Herauslaufen. - Note: 2 Zur Galerie
Koen Casteels: Da, wenn er gebraucht wurde – wie etwa bei den Chancen von Reus und Haaland, nur ein kleiner Patzer nach der Pause beim Herauslaufen. - Note: 2 ©

Durch den Ausfall von Maximilian Philipp (Muskelverletzung) und der Tatsache, dass ein Startelf-Einsatz für Admir Mehmedi nach überstandenen Achillessehnen-Problemen noch zu früh gekommen wäre, agierte Gerhardt im offensiven Mittelfeld. "Yannick hat vor der Weihnachtspause richtig gut gespielt, war torgefährlich, hat einen Treffer im Pokal gemacht", begründete Glasner seine Entscheidung. Und Wolfsburgs Nummer 31 stand schnell im Blickpunkt. Nach verpasster Chance von Schlager (setzte den Ball rechts am Tor vorbei), war es der Abräumer, der den Ball zwei Minuten später in den Rückraum der BVB-Abwehr spielte. Dort lief Gerhardt ein, doch seinen Schuss aus neun Metern lenkte Mats Hummels mit dem hinteren Oberschenkel gerade noch an den Pfosten, von dort aus ging der Ball ins Aus. "Yannick hätte sich fast noch belohnt", so Glasner.

Sein Plan jedenfalls ging auf, zumindest in der ersten Halbzeit war der VfL das besseres Team. "Es war die Überlegung, mit Gerhardt, Arnold und Schlager ein laufstarkes Mittelfeld aufzustellen", erklärt der Österreicher. Laufstark war das Trio, doch woran es bei den Wolfsburgern haperte, war die Chancenverwertung. Neben Schlager und Gerhardt hatten Renato Steffen per Kopf (38.) und Wout Weghorst per Kopf (41.) und per Schuss (55.) noch weitere Gelegenheiten auf Tore. Einen Treffer gab es nicht - es sind jetzt acht Duelle nacheinander mit dem BVB, in denen der VfL ohne Treffer blieb. "Wenn man aus Dortmund etwas mitnehmen will, muss man treffen", ärgerte sich Arnold. Sportdirektor Marcel Schäfer fügte hinzu: "Wir sind gut ins Spiel reingekommen, haben Großchancen nicht genutzt. Es gibt Dinge, die wir deutlich besser machen müssen - etwa die Chancenverwertung."

Aber es gab nicht nur erneut keinen Treffer in Dortmund, es war auch das erste Spiel nach dem 0:0 gegen Augsburg am dritten Spieltag, an dem Wolfsburg ohne Torerfolg blieb. "Wir haben leider keine Chance genutzt. Schade, dass wir uns für den Aufwand nicht belohnt haben", bedauerte Glasner. Dennoch seien 21 Torschüsse für den VfL in Dortmund "eine phänomenale Zahl", wie der Trainer urteilte. Allerdings: "Wir waren zu ineffizient, deswegen fahren wir enttäuscht nach Hause." Gänzlich unzufrieden war Glasner aber nicht: "Ich bin enttäuscht über das Ergebnis", so der Trainer. "Ich glaube auch, dass wir mehr verdient hatten. Wir hatten einen großartigen Start, wir haben gute Chancen kreiert." Aber eben keine genutzt.