25. Mai 2019 / 10:00 Uhr

24 Jahre nach dem Pokal-Viertelfinale: Der VfL Wolfsburg ist zurück an der Grünwalder Straße

24 Jahre nach dem Pokal-Viertelfinale: Der VfL Wolfsburg ist zurück an der Grünwalder Straße

Marcel Westermann
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung
Grünwalder Straße
Damals und heute: Vor 24 Jahren zog der VfL Wolfsburg durch einen 2:1-Efolg beim FC Bayern II (kl. Bild l.) ins Pokal-Halbfinale ein. Am Sonntag kämpft die U23 des VfL im Relegations-Rückspiel bei den Münchner Amateuren (kl. Bild r.) um den Aufstieg in die 3. Liga.
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Mit einem 3:1 aus dem Relegations-Hinspiel geht der VfL Wolfsburg II am Sonntag (16 Uhr, live auf Magenta Sport und im Livestream auf br.de) ins Rückspiel beim FC Bayern München II. Einfach wird es dort aber keineswegs. Nicht nur, dass der Gegner ziemlich heimstark ist, auch die Spielstätte ist eine ganz besondere. Im Stadion an der Grünwalder Straße wird es richtig zur Sache gehen – wie vor 24 Jahren, als der VfL den Einzug ins Pokal-Halbfinale klarmachte.

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„Da steckt viel Tradition und Geschichte drin“, weiß auch Eckhard Krautzun, der von 1993 bis 1995 VfL-Trainer war und die Wolfsburger damals ins Semifinale führte. Und der 78-Jährige weiß genau, wovon er spricht. Bis zur Einweihung des Olympiastadions 1972 war das Stadion an der Grünwalder Straße die bedeutendste Sportstätte der Stadt. Heutzutage ist es das drittgrößte Stadion in München und wird – nach kleineren Renovierungsarbeiten über die Jahre – von der Frauenmannschaft, Bayerns Amateuren und 1860 genutzt.

Relegations-Hinspiel: VfL Wolfsburg II gegen FC Bayern München II

Relegations-Hinspiel: VfL Wolfsburg II gegen FC Bayern München II Zur Galerie
Relegations-Hinspiel: VfL Wolfsburg II gegen FC Bayern München II © Boris Baschin

Und letztere wollen gegen den VfL II das Hinspiel-Ergebnis drehen und den Aufstieg in die 3. Liga perfekt machen. Die Unterstützung von den Rängen wird ein maßgeblicher Punkt sein. Knapp 15.000 Zuschauer werden erwartet. „Die Stimmung ist dort immer gut. Es gibt viele Stehplätze“, weiß Krautzung, nimmt den jungen VfLern aber auch die Anspannung. „Die Jungs müssen in der Saison eigentlich genug Selbstvertrauen getankt haben. Und mit 19 oder 20 bist du heutzutage viel weiter als früher.“

Krautzun weiß noch genau, wie es sich in den 1980er und 90er Jahren angefühlt hat, an der Grünwalder Straße zu spielen. Und er weiß auch, was die Atmosphäre mit den Spielern machen kann. „Die Fans sind nah dran und machen Radau, aber genau das nehmen die Spieler vielleicht auch positiv auf. Für viele ist es eine zusätzliche Motivation und gibt Extra-Adrenalin“, sagt der ehemalige VfL-Coach und glaubt fest an den Wolfsburger Aufstieg. „Das 3:1 aus dem Hinspiel müsste eigentlich reichen. Sie haben einen tollen Trainer, einen sehr guten Torwart, machen es defensiv echt gut und Blaz Kramer gefällt mir vorne drin. Ich bin davon überzeugt, dass sie es schaffen.“

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Public Viewing im AOK-Stadion

So wie vor 24 Jahren der VfL, der es im Viertelfinale des DFB-Pokals mit einem extrem starken Drittligisten zu tun bekam. Bei dem mit späteren Stars wie Sammy Kuffour und Alexander Zickler gespickten FC Bayern II drehten die Wolfsburger einen 0:1-Rückstand. Tobias Hager erzielte die Führung. „Ich hatte die Hoffnung, dass wir das schaffen. Und ich habe daran geglaubt, weil ich wusste, dass wir stärker sind“, erinnert sich Krautzun. Und genauso kam es. Das legendäre Fallrückzieher-Traumtor von Brian McBride sowie der Treffer von Thomas Seeliger drehten die Partie. „McBride hat tolle Spiele für uns gemacht. Aber das war das schönste Tor überhaupt“, so Krautzun. Und was für ein wichtiges. Doch es folgte Krautzuns Aus, Gerd Roggensack übernahm und führte den VfL durch einen 1:0-Sieg beim 1. FC Köln ins Finale. Im Endspiel unterlag Wolfsburg Borussia Mönchengladbach mit 0:3.

4600 Zuschauer hatten das Relegations-Hinspiel zwischen dem VfL Wolfsburg II und dem FC Bayern München II am Mittwochabend verfolgt – jetzt steigt das Rückspiel und alle Interessierten haben die Möglichkeit, gemeinsam mit der Mannschaft von Trainer Rüdiger Ziehl zu hoffen. Denn der VfL bietet zu dieser Partie ein Public Viewing im VIP-Bereich des AOK-Stadions an. Der Livestream wird auf eine große Leinwand übertragen, damit alle Fans, Freunde und Verwandte den Kampf der U23 verfolgen und ihr zusammen die Daumen drücken können. Ab 15.30 Uhr ist Einlass. Kurzentschlossene bekommen im Stadion an der Grünwalder Straße noch Tickets, ab 14 Uhr ist die Gästekasse geöffnet.