05. Januar 2022 / 21:02 Uhr

25 Punkte von Baldwin reichen nicht: Dezimierte Veilchen verlieren in Bayreuth

25 Punkte von Baldwin reichen nicht: Dezimierte Veilchen verlieren in Bayreuth

Andreas Fuhrmann
Göttinger Tageblatt
Kamar Baldwin (am Ball) war mit 25 Punkten Topscorer der Partie, konnte die Niederlage der BG Göttingen gegen Medi Bayreuth aber auch nicht verhindern.
Kamar Baldwin (am Ball) war mit 25 Punkten Topscorer der Partie, konnte die Niederlage der BG Göttingen gegen Medi Bayreuth aber auch nicht verhindern. © Eibner-Pressefoto/Thorsten Ochs
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Am Ende fehlte einfach die Kraft: Die BG Göttingen hat am Mittwochabend in der Basketball-Bundesliga bei Medi Bayreuth eine 72:75 (35:36)-Niederlage hinnehmen müssen. Bis zum letzten Viertel konnten die Veilchen das Spiel ausgeglichen gestalten, doch dann machte sich der personelle Aderlass brutal bemerkbar.

Vor dem Spiel musste die BG Göttingen eine Hiobsbotschaft verkraften. Spielmacher Stephen Brown hat sich mit dem Coronavirus infiziert und fällt vorerst aus. Das positive PCR-Testergebnis hatte Brown am Dienstag im Mannschaftsbus während der Anreise nach Bayreuth erhalten. Daraufhin war er direkt nach der Ankunft in Bayreuth isoliert worden.

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Brown habe keinerlei Symptome, es gehe ihm gut, sagte BG-Pressesprecherin Birte Meyenberg. „Ich will spielen“, habe er gesagt. Das sei aber natürlich nicht möglich. Er befinde sich nun in Göttingen in Quarantäne. Eine Quarantäne für das gesamte Team habe das Göttinger Gesundheitsamt nicht verhängt, weil alle Spieler geimpft und geboostert seien. Zudem hätten sich alle Akteure am Mittwoch nochmals einem PCR-Test unterziehen müssen – ohne positiven Befund. Und so stand dem Spiel nach Ansicht der Verantwortlichen nichts mehr im Wege.

Medi Bayreuth - BG Göttingen Saison 2021/22

Ohne Spielmacher Stephen Brown hatte die BG Göttingen bei Medi Bayreuth einen schweren Stand. Zur Galerie
Ohne Spielmacher Stephen Brown hatte die BG Göttingen bei Medi Bayreuth einen schweren Stand. © Eibner-Pressefoto/Thorsten Ochs

Die Veilchen mussten also ohne ihren etatmäßigen Point Guard auskommen – und BG-Trainer Roel Moors dachte diese Rolle seinem besten Mann zu: Kamar Baldwin. Der übernahm auch sofort Verantwortung und war mit neun Punkten der Garant dafür, dass die BG nach dem ersten Viertel nur knapp zurücklag (19:20). Neben ihm spielte Harper Kamp stark auf, handelte sich aber wie Center-Kollege Philipp Hartwich schnell zwei Fouls ein.

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Zu Beginn des zweiten Durchgangs zogen die Gastgeber die Zügel an und setzten sich schnell auf 25:19 ab. Kamp und Jake Toolson konnten aber wieder verkürzen. Danach entwickelte sich eine zerfahrene Partie mit vielen Fehlwürfen auf beiden Seiten. Vor allem von jenseits der Dreier-Linie lief bei den Veilchen nichts zusammen. Reihenweise verfehlten die BG-Spieler selbst unbedrängt ihr Ziel. Auf mickrige 11 Prozent schrumpfte die Dreier-Quote, ehe Mathis Mönninghoff den Bann brach und drei Minuten vor der Pause zum 30:30 ausglich.

Bezeichnend, dass die BG im Gegenzug in der Defensive schlief und Jeff Roberson Ex-Veilchen Terry Allen nur mit einem Foul stoppen konnte. Wie gewonnen, so zerronnen: BG-Trainer Moors raufte sich am Spielfeldrand die Haare.

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Immerhin brachte Roberson per Dunking nach tollem Pass von Mönninghoff seine Farben wieder in Führung. Bayreuth konterte aber mit fünf Punkten in Folge. Zum Glück für die BG fand Distanz-Schütze Toolson im Gegenzug endlich mal sein Ziel, und so gingen die Teams leistungsgerecht mit 36:35 in die Pause. Das war die gute Nachricht nach den ersten beiden Vierteln: Die Veilchen lagen noch voll im Rennen.

Nach einem erneut ausgeglichenen Viertel, in das die BG mit sechs Punkten in Folge durch Baldwin furios startete, musste der letzte Durchgang die Entscheidung bringen. Dort führte die BG knapp vier Minuten vor Schluss bereits mit 66:62, doch dann legten die Gastgeber einen 9:0-Lauf auf das Parkett. Die Veilchen warfen zwar noch mal alles rein, stemmten sich bis zum Schluss gegen die Niederlage, am Ende ging ihnen aber die Puste aus.

Baldwin war trotz der Niederlage Spieler des Spiels und mit 25 Punkten Topscorer der Partie. Aber an diesem Abend fehlte ein Mann wie Brown vor allem in der entscheidenden Phase schmerzlich. Das machte am Ende den Unterschied.

Stimmen zum Spiel

Roel Moors (Headcoach BG Göttingen): „Es war aufgrund des limitierten Personals ein schweres Spiel für uns, das in beide Richtungen hätte gehen können. Kleinigkeiten und ein 9:0-Lauf am Ende haben das Spiel entschieden. 19 Führungswechsel sprechen dafür, dass es ein Spiel war, dass durch einzelne Details entschieden wurde. Für uns ist es eine bittere Niederlage, denn wir haben ein hartes Programm vor der Brust mit einem weiteren zusätzlichen Nachholspiel Mitte nächster Woche. Jetzt müssen wir sicherstellen, dass wir wieder in die Spur kommen. Ich bin stolz auf meine Spieler, denn sie haben gekämpft. Am Ende aber zählen im Basketball nur die Siege, und heute haben wir eine Niederlage einstecken müssen.“

Raoul Korner (Headcoach medi bayreuth): „Wir haben heute die zweite knappe Partie ohne Bastian Doreth gewonnen. Darauf kann das ganze Team stolz sein. In Würzburg haben wir über die Offensive gewonnen, heute war es in den letzten dreieinhalb Minuten die Defensive, in der wir einen Stop nach dem anderen erzielen konnten und so das Spiel für uns entschieden haben. Nachdem er ein wenig gebraucht hat, um ins Spiel zu finden, hat Terry Allen am Ende ein paar Big Plays für uns gemacht, wichtige Dreier getroffen und war ein wichtiges Puzzlesteinchen zum Sieg heute.“

Statistik

medi bayreuth – BG Göttingen 75:72 (36:35)

Die Viertel im Überblick: 20:19, 16:16, 16:19, 23:18   

BG Göttingen: Toolson (10 Punkte/2 Dreier), Roberson (14/2, 8 Rebounds), Vargas, Boakye (n.e.), Hujic (6/2), Wüllner (n.e.), Hartwich (1), Mönninghoff (5/1), Kamp (11), Giotis (n.e.), Baldwin (25/3, 5 Assists).

Medi Bayreuth: Anim (14 Punkte), Thornton (16/3 Dreier, 6 Assists), Wohlrath (5/1), Jalalpoor (3/1), Bruhnke (9/1), Sanders (n.e.), Allen (19/3), Sajus (7, 11 Rebounds), Joesaar (n.e.), Wells (2).


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