15. September 2019 / 17:52 Uhr

26:25 – SC DHfK Leipzig beißt sich zum Sieg gegen Göppingen

26:25 – SC DHfK Leipzig beißt sich zum Sieg gegen Göppingen

Antje Henselin-Rudolph
Leipziger Volkszeitung
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Der SC DHfK Leipzig erkämpft sich in der heimischen Arena einen knappen Sieg gegen Frisch Auf Göppingen. © Christian Modla
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Nach intensiven 60 Minuten haben die Leipziger Bundesliga-Handballer das bessere Ende für sich, feiern im fünften Spiel der Saison den vierten Sieg.

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Leipzig. Am Ende konnten sie doch noch jubeln. Denn zwischenzeitlich schien ein Erfolg des SC DHfK Leipzig gegen Frisch Auf Göppingen alles andere als sicher. Ein Tor machte schließlich den Unterschied, 26:25 (1:11) setzten sich die Grün-Weißen am Sonntagnachmittag vor 3507 Zuschauern durch. Vorausgegangen war ein Schlagabtausch, in dem es beiden Seiten vor allem an Konstanz fehlte.

Es war der Tag der grün-weißen Geburtstagkinder. Denn neben Spielmacher Philipp Weber, der seinen 27. Ehrentag feierte, ließ sich auch der SC DHfK selbst hoch leben. Denn der erfolgreichste Verein der Welt (gemessen an Olympia- WM- und EM-Titeln) beging seinen 65. Geburtstag. Im Foyer der Arena konnten die Zuschauer mit aktuellen Spitzen-Athleten, wie Nic Ihlow, Robert Farken oder Anne-Kathrin Thiele ins Gespräche kommen oder sich beispielsweise am Ruder-Ergometer versuchen. Später hieß es dann, gemeinsam Daumen drücken für die Handballer.

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Der SC DHfK Leipzig gewinnt das Heimspiel gegen Frisch Auf Göppingen knapp mit 26:25. Zur Galerie
Der SC DHfK Leipzig gewinnt das Heimspiel gegen Frisch Auf Göppingen knapp mit 26:25. ©
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Die legten einen ordentlichen Start hin – keine Selbstverständlichkeit in der noch jungen Saison. Das erste Tor gehörte den Hausherren. Marco Mamic traf zum 1:0. Es entwickelte sich ein offener Schlagabtausch, in dem die Haber-Sieben zwar stark verteidigte, es aber versäumte, das Duell zu beruhigen. Das lag auch daran, dass Keeper Joel Birlehm einige Minuten brauchte, um Anschluss ans Geschehen zu finden.

Göppingen kommt zurück

Als der 22-Jährige dann die ersten Bälle zu fassen bekam, gelang es seinen Vorderleuten allmählich, sich mit mehr als einem Tor von den äußerst robust agierenden Gästen abzusetzen. Deren Gangart bescherte Teamarzt Prof. Dr. Pierre Hepp mehr Arbeit, als ihm lieb sein konnte. In Hälfte eines musste er gemeinsam mit Physio Eric Baer gleich zweimal auf‘s Parkett eilen. Zunächst hatte es Franz Semper erwischt, der in der 16. Minute liegen blieb. "Im Angriff bin ich mit dem linken Zeigefinger im Trikot hängengeblieben und habe ihn nach hinten überstreckt. Es war sehr, sehr schmerzhaft." Der Doc behandelte, Semper kühlte, holte sich zwischendurch auch mal einen Ball für ein zwei Probeübungen. Weiter ging es für ihn aber erst nach der Pause. Immerhin. Ebenfalls zu Boden ging ausgerechnet Geburtstagskind Weber nach einem Schlag ins Gesicht, Nasenbluten war die Folge. Auch hier versprach ein Eisbeutel Hilfe.

Die zwischenzeitlichen Ausfälle zwangen Coach André Haber zu mehreren Wechseln. So kamen nach und nach Philipp Müller, Viggo Kristjansson und Maciej Gebala zum Zug. Die frischen Kräfte brachten auch frischen Wind. Zwischenzeitlich stand eine Vier-Tore-Führung zu Buche. Das 14:11 zur Pause war leistungsgerecht. Trainer André Haber sprach später von einer der besten ersten Halbzeiten, die er je in der Arena verfolgt habe.

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André Haber (Trainer SC DHfK Leipzig): Wir haben in dieser Woche in der Vorbereitung viel investiert. Ich habe heuet die beste erste Halbzeit der bisherigen Saison gesehen, eine der besten, die ich hier überhaupt jemals gesehen habe. Göppingen ist bisher völlig unter Wert geschlagen. Wir haben sehr gute verteidigt. In der zweiten Halbzeit haben wir es dann über die Mentalität, die Halle und auch Einzelaktionen entschieden. Zur Galerie
André Haber (Trainer SC DHfK Leipzig): "Wir haben in dieser Woche in der Vorbereitung viel investiert. Ich habe heuet die beste erste Halbzeit der bisherigen Saison gesehen, eine der besten, die ich hier überhaupt jemals gesehen habe. Göppingen ist bisher völlig unter Wert geschlagen. Wir haben sehr gute verteidigt. In der zweiten Halbzeit haben wir es dann über die Mentalität, die Halle und auch Einzelaktionen entschieden." ©

Drei Tore vor bedeuten nicht allzu viel im Handball. Entsprechend blieben die Göppinger bei ihrer Linie und agierten auch nach Wiederanpfiff unbequem. Körperlich hart, immer nah dran am Mann, vor allem am Kreis machten sie die Räume eng. Zudem hatte Keeper Daniel Rebmann wie sein Gegenüber Birlehm auch keinen ganz schlechten Tag, hielt unter anderem einen Siebenmeter gegen Patrick Wiesmach. Die logische Folge: In der 41. Minute leuchtete ein 17:17 von der Anzeigetafel.

Packende Schlussphase

Zum Glück für die Grün-Weißen hatten es die Frisch-Auf-Männer an diesem Nachmittag nicht so mit der Konstanz, denn mir nichts dir nichts, zog der SC DHfK erneut davon – 20:17. Die Hausherren profitieren von Fehlwürfen, Fehlabspielen und anderen Unzulänglichkeiten ihrer Kontrahenten. Ein Ruhekissen war aber auch diese Führung nicht. 21:21 hieß es in der 50. Minute. Auch hier fehlte Konstanz. Zudem offenbarte Keeper Birlehm eine schmerzhafte Anfälligkeit bei Würfen über die Außenpositionen, ein Umstand, den Frisch Auf über Marcel Schiller zunehmend zu nutzen verstand.

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In der 53. Minute gingen die Gäste erstmals in Führung. Eine heiße Schlussphase stand bevor. Kapitän Jens Vortmann nahm den Platz im Tor der Gastgeber ein. Jeder Fehler konnte nun der entscheidende sein. Die Fans in der Arena gaben wie immer zuverlässig und vor allem laut den achten Mann. Weber setzte den Treffer zum 25:24. Noch 87 Sekunden zu gehen. Auszeit Frisch Auf. Dann Angriff Göppingen, die Grenze zum Zeitspiel ist deutlich überschritten, Vortmann hält. Noch 32 Sekunden. Auszeit DHfK. Gebala macht ihn rein. 26:24. Der Siebenmeter nach Ablauf der regulären Spielzeit, er änderte nichts mehr. Der Rest: ohrenbetäubender Lärm. "Das war ein schöner Geburtstag bisher", freute sich Philipp Weber. "Wir haben uns auf die Härte von Göppingen eingestellt und waren auch nicht gerade zimperlich."

Leipzig: Vortmann; Birlehm; Semper (4); Wiesmach (8/3); Witzke; Krzikalla; Binder (5); Janke; Müller; Roscheck; Weber (4); Mamic (1); Gebala (3); Esche; Kristjansson (1).

Göppigen: Rebmann; Kastelic; Theilinger (2); Kneule (3); Heymann (2); Bagersted (1); Peric; Sliskovic (1); Sörensen; Schiller (11/5); Rentschler (3); Predragovic; Hermann; Zelenovic; Kozina (2).

Strafen: Leipzig 2; Göppingen 4.

Siebenmeter: Leipzig 3/4; Göppingen 5/5.

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