27. März 2021 / 22:12 Uhr

28:27 in Berlin: SC DHfK Leipzig holt einen dramatischen Sieg im Fuchsbau

28:27 in Berlin: SC DHfK Leipzig holt einen dramatischen Sieg im Fuchsbau

Tilman Kortenhaus
Leipziger Volkszeitung
Kampfgeist: Die Leipziger liefern beim Derby in Berlin.
Kampfgeist: Die Leipziger liefern beim Derby in Berlin. © Klaus Trotter Photography
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Was für eine Riesensensation! Der SC DHfK Leipzig hat trotz des katastrophalen Verletzungspechs in den eigenen Reihen die Füchse Berlin zerlegt. Die Haber-Sieben leistete sich in der ersten Hälfte kaum Fehler. Doch das Liga-Duell wurde fünf Minuten vor Spielende nochmal richtig spannend, weshalb die Messestädter erst in letzter Sekunde 28:27 (18:12) gewannen.

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Berlin. Im Schatten des vielleicht größten Handball-Krachers der Saison entzündete der SC DHfK Leipzig ein Feuerwerk bei den Füchsen Berlin. Knapp 50 Minuten nach dem Abpfiff zwischen Flensburg und Kiel (31:28) im Kampf um die Tabellenspitze, ging es für die Truppe von André Haber in Berlin darum, die fünfte Niederlage in Folge zu verhindern – eine wahre Herausforderung im gefürchteten Fuchsbau, den sie noch nie siegreich verlassen hatten. Doch im Duell gegen den Tabellensechsten gingen die Leipziger aufs Ganze, zeigten Treffsicherheit, Disziplin und ein überragendes Angriffsspiel. Doch nach 40 Minuten war die Luft raus und die Mannschaft brach völlig ein. Die Füchse starteten eine dramatische Aufholjagd, die erst in letzter Sekunde von Niclas Pieczkowski unterbunden werden konnte und den Sachsen den 28:27 (18:12)- Sieg holte.

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DHfK mit Notfallpersonal

Verzichten mussten die Sachsen auf Spielmacher Philipp Weber, der aufgrund seiner Knieprellung in der Max-Schemling-Halle fehlte, ließen sich davon aber keineswegs entmutigen. Wie ernst die Personalsituation bei den Grün-Weißen ist, zeigten aber auch drei ungewohnte Gesichter im Kader von Coach André Haber. Die U23-Spieler Elias Gansau und Jonas Hönicke sowie Sportkoordinator Philipp Müller.

DURCHKLICKEN: Die Bilder vom Auswärtsspiel in Berlin

Kracher-Sieg Sekunden vor Abpfiff: Die DHfK-Handballer gewinnen alles und nehmen zwei Punkte (28:27) aus dem Fuchsbau mit nach Hause. Zur Galerie
Kracher-Sieg Sekunden vor Abpfiff: Die DHfK-Handballer gewinnen alles und nehmen zwei Punkte (28:27) aus dem Fuchsbau mit nach Hause. ©

Das Notfallpersonal nahm jedoch auf der Bank platz und überließ einer überragenden ersten Sieben die Platte, die innerhalb von 30 Minuten den Fuchsbau lichterloh brennen ließ. Mit seiner 2,06 Meter Körpergröße und beachtlicher Sprungkraft stieg Julius Meyer-Siebert immer wieder über die Abwehrreihe der Füchse und knallte rotierenden Berliner-Keepern den Ball ins obere, lange Eck. Damit nicht genug, denn auch in der Defensive nutzte der 20-Jährige seine Größe geschickt und spielte so Keeper Joel Birlehm in die Hände.

Mit dickem Polster in die Pause

Der junge Torhüter war der zweite entscheidende Faktor in der frühen sächsischen Dominanz. Nach zehn Minuten war Birlehm bereits bei vier Paraden und in der 16. Minute einen Siebenmeter von Valter Chrintz aus der Luft schlug. Nach 30 Minuten kam der 23-Jährige auf acht Paraden, eine 40-Prozent-Quote und half seiner Mannschaft so, eine 18:12-Führung in die Pause zu bringen. Die Offensiv-Flaute der vergangenen Wochen war vergessen.

Die Löscharbeiten von Berlin-Coach Siewert in der Kabine halfen wenig, denn Haber hatte seine Truppe noch einmal glühend heiß gemacht. Innerhalb von drei Minuten prügelten die Gäste weitere vier Bälle in das Tor der Hausherren und gingen mit 22:14 in Front – mehr Tore als sie zuletzt in 60 Minuten bei den Kielern erzielen konnten. Tempogegenstöße von einem hellwachen Patrick Wiesmach, der mehrfach Pässe von Marian Michalczik und Co. abfing, hielten die Führung aufrecht und machten es den Hausherren immer schwerer aufzuholen.

Wie wenig Begeisterung die Füchse für das Leipziger Feuerwerk in der eigenen Halle übrig hatten, zeigten sie mit aller Kraft ab der 42. Minute. Nach und nach verkürzten die Berliner den Rückstand. 15 Minuten vor Schluss lagen die Gäste nur noch fünf Treffer vorn, wenig später nur noch drei. Die DHfK-Handballer wirkten nach 50 Minuten und nur wenigen Wechseln erschöpft. Über 15 Minuten (!) gelang der Truppe von Coach Haber kein einziger Treffer mehr – die Führung war kurz vor der Schlussphase dahingeschmolzen. In der 57. Minute übernahmen die Berliner die Führung, die sie nach einer solchen Aufholjagd absolut verdient hatten. Ein erlösender Treffer von Niclas Pieczkowski brachte die Sachsen zurück ins Spiel, zwei überragende Paraden von Birlehm hielten ein Unentschieden bevor ein weiterer Treffer von Pieczkowski den 28:27-Sieg besiegelte.