13. Januar 2022 / 17:34 Uhr

2G bei den Amateuren: Gelingt der Neustart im Leipziger Fußball?

2G bei den Amateuren: Gelingt der Neustart im Leipziger Fußball?

Frank Müller
Leipziger Volkszeitung
Letzte Tests der Kreisliga- und Kreisklassen-Teams
Es soll langsam wieder losgehen auf den Sächsischen Plätzen. Aber wie? © imago/foto2press
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Zwar dürfen die Fußballer in Sachsen wieder zusammen trainieren und spielen (wenn auch nur unter der 2G-Regelung), so einfach ist das ganze trotzdem nicht: Wer kriegt Mannschaften zusammen? Wie sieht es mit der fehlenden Praxis aus? Einen groben Zeitplan soll es aber schon geben.

Leipzig. Die Amateurfußballer scharren mit den Füßen, endlich kam das ersehnte Signal, dass sie wieder gemeinsam trainieren und theoretisch auch wieder spielen können, alles wohlgemerkt unter der sogenannten 2G-Regel. Dementsprechend dürfen nur Spieler zum Training erscheinen, die geimpft oder genesen sind – und auch nur diese kommen in wenigen Wochen für den Spielbetrieb in Frage.

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„Trainingsmäßig habe ich meine Jungs in dieser Zwangspause in Ruhe gelassen“

„In unseren Vereinen ist die Impfquote insgesamt nicht höher als in der sächsischen Bevölkerung. 2G kann also bedeuten, dass Mannschaften nicht vollständig sind und Spiele ausfallen werden“, bewertet Hermann Winkler, Präsident des Sächsischen Fußballverbands, die Lage. Der Spielbetrieb in den Ligen des Nordostdeutschen Fußballverbands soll zeitnah wieder starten, bereits in der letzten Januarwoche ist neben der Regionalliga auch der Restart der Oberliga angedacht. „Wegen der Verletzungsgefahr gehe ich davon aus, dass wir mindestens drei Wochen Training brauchen, ehe der Spielbetrieb fortgesetzt werden kann“, so Winkler mit Blick auf den restlichen Amateurbereich.

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Trainer Marcus Jeckel von Sachsenligist SG Taucha ist optimistisch: „Trainingsmäßig habe ich meine Jungs in dieser Zwangspause in Ruhe gelassen, sie wissen ohnehin worauf es ankommt, um sich fit zu halten. Jetzt haben wir aber allen eine Nachricht geschickt, dass wir am Montag gegebenenfalls trainieren. Ich weiß, dass die Impfquote bei uns sehr hoch ist.“ Bei Landesklasse-Spitzenreiter Radefelder SV gab es in der Corona-Zwangspause immer dienstags ein Online-Training, wie Coach Kai-Uwe Ziegler berichtet. „Ab nächster Woche wollen wir nach 2G-Regel trainieren“, kündigt er an. „Ungeimpfte unter unseren Spielern sollen zu anderer Zeit separat in Zweiergruppen üben. Und sich auch an anderem Ort umziehen, wir haben dafür einen Fitnessraum vorgesehen.“


„Wir wollen das mit den Vereinen besprechen“

Wann auf Landesebene wieder gespielt werden kann, ist noch relativ offen. „Für realistisch halte ich Anfang März“, erklärt SFV-Spielausschuss-Chef Volkmar Beier. „Natürlich hängt das davon ab, wie sich die Pandemie entwickelt.“ Die Saison solle dort fortgesetzt werden, wo sie unterbrochen wurde. Ziel ist es, die Saison mit einer sportlichen Wertung beenden zu können.“ Das würde bedeuten, dass die vor dem Spieljahr beschlossene Festlegung greift, wonach die Wertung dann eintreten kann, wenn mindestens 75 Prozent der Teams die Hälfte aller Partien absolviert haben.

Beier betont: „Das sind erstmal unsere Überlegungen im Verband. Wir wollen das mit den Vereinen besprechen.“ Und das könne dauern. Denn er will die Vereine diesmal nicht nur per Video-Schalte dazu kontaktieren, sondern zumindest in die regionalen Schwerpunkte fahren und sich mit ihnen mindestens in Leipzig, Dresden und Chemnitz treffen. Mit Frank Schober und Tilman Kortenhaus