23. November 2021 / 17:59 Uhr

2G im Hallensport: Dieses Zwischenfazit ziehen Brandenburgs Clubs

2G im Hallensport: Dieses Zwischenfazit ziehen Brandenburgs Clubs

Tobias Gutsche
Märkische Allgemeine Zeitung
Die Handballer – wie zuvor schon die Fußballer – beschlossen, den Spielbetrieb bis zum 22. November einzustellen
Gerade im Handball sorgte die 2G-Regelung in Brandenburg für einige Spielabsagen. © imago images
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Am vergangenen Wochenende fand in Brandenburg Sport unter 2G-regelung statt. Fast zwei Drittel der Handballspiele wurden verlegt, ein Club protestiert lautstark. Wenig Sorge gibt es hingegen im Basketball und Volleyball - ein Überblick.

Der Hallen-Kontaktsport hat bereits sein erstes Spieltagswochenende unter 2G-Regel für Erwachsene hinter sich – und vor allem im Handball sind die Einschränkungen spürbar gewesen. In den Landesspielklassen fanden 23 der angesetzten 37 Partien nicht statt, macht eine Quote von 62 Prozent. „Es zeigt, dass unser Angebot angenommen wird“, sagt Mathias Jeschke, Vizepräsident für Spieltechnik im Handball-Verband Brandenburg (HVB).

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Der HVB hatte beschlossen, dass Teams bis Jahresende kostenfrei Spiele verlegen können, wenn sie wegen der 2G-Regelung Probleme haben sollten. „Wir wollen damit eine Brücke bauen für diejenigen, die sich jetzt noch impfen lassen möchten“, erklärt Jeschke. Die bisherigen Signale seien positiv. „Wir haben von Mannschaften gehört, bei denen einige Leute umdenken. Da scheint die Lust auf Sport und gesellschaftliche Teilhabe gegenüber der Impfskepsis zu überwiegen“, berichtet der HVB-Vizepräsident.

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Allerdings tun sich auch Fronten auf. Der HC Bad Liebenwerda hat für all seine Männermannschaften beschlossen, gleich sämtliche Spiele, die noch 2021 hätten ausgetragen werden sollen, verlegen zu lassen. Der Ausschluss von nicht geimpften Spielern sei nicht hinnehmbar, teilte der Verein mit. "Unsere Mannschaften stellen eine gemeinsame Einheit dar und dies möchten sie mit dieser Entscheidung dokumentieren. Wir plädieren eindeutig weiterhin für die 3G-Regel, um einen fairen Punktspielbetrieb für alle Mannschaften zu gewährleisten“, hieß es.


Bad Liebenwerda liegt in Elbe-Elster. Der Landkreis hat mit einer Sieben-Tage-Inzidenz von 1324,6 nach Oberspreewald-Lausitz (1358,9) aktuell die zweithöchste in Brandenburg – der Wert beträgt mehr als das Doppelte im Vergleich zum Landesdurchschnitt. "Die Spielverlegungen sind legitim. Angesichts der dramatischen Lage dort ist es aber auch fraglich, ob die Ablehnung der Maßnahmen verständlich ist“, sagt Jeschke.

"Wir sehen uns für den weiteren Saisonverlauf stabil aufgestellt"

Weniger 2G-Sorgen herrschen im Brandenburger Basketball und Volleyball. Bei den Korbjägern fielen am Wochenende nur drei von elf Spielen aus, in der Männer-Oberliga als höchster Spielklasse fanden alle vier Partien planmäßig statt, die Landesliga hatte komplett Pause. "Wir sehen uns für den weiteren Saisonverlauf stabil aufgestellt. Unsere Vereine gehen gut mit den Vorgaben um“, sagt Tobias Ingler aus der Geschäftsstelle des Brandenburgischen Basketball-Verbands. Zusätzliche Maßnahmen wie das Angebot der unkomplizierten Spielverlegungen habe man nicht ergreifen müssen. Der Volleyball-Verband Brandenburg hat das wiederum gemacht. Am Wochenende fanden aber 50 der 57 Matches planmäßig statt.

Dass nun auch im Freiluft-Kontaktsport 2G gelten soll, verbucht Handball-Vize Jeschke nicht als Akt der Gleichberechtigung: "Wir waren vorher weder neidisch auf König Fußball noch sagen wir jetzt, das geschieht ihm Recht.“ Das Infektionsrisiko sei schließlich draußen nachweislich geringer. "Aber auch da werden Umkleiden genutzt. Am Ende müssen wir jetzt eben alle Verantwortung tragen, um den Sport und das gesellschaftliche Leben irgendwie zu erhalten.“