01. September 2021 / 14:10 Uhr

2G oder 3G? Göttinger und Eichsfelder Sportveranstalter haben klare Vorstellungen

2G oder 3G? Göttinger und Eichsfelder Sportveranstalter haben klare Vorstellungen

Kathrin Lienig
Göttinger Tageblatt
Fußballfans – hier die des SV Rotenberg – werden beim Sparkasse VGH Cup 2021 wahrscheinlich nur nach der 2G-Regelung Zutritt zur Lokhalle bekommen.
Fußballfans – hier die des SV Rotenberg – werden beim Sparkasse VGH Cup 2021 wahrscheinlich nur nach der 2G-Regelung Zutritt zur Lokhalle bekommen. © Helge Schneemann
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2G oder doch drei 3G? Veranstalter von Sportereignissen in der Region Göttingen/Eichsfeld haben teilweise klare Vorstellungen oder befinden sich noch in der Entscheidungsfindung, wie ihre Heimspiele, Shows oder Turniere in Zukunft besucht werden können.

Basketball-Bundesligist BG Göttingen hat Anfang der Woche klar Stellung bezogen und zum Start seines Dauerkartenverkauf für die Saison 2021/22 die Regel vorgegeben, dass nur Geimpfte und Genesene (2G) Zutritt zur Halle bekommen werden. Ausnahmen betreffen Kinder und nicht impffähige Zuschauer.

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Für Richard Crowder ist es ganz klar, dass auch die Bundesliga-Basketballerinnen der Veilchen Ladies nur vor einem 2G-Publikum antreten werden. „Das ist eine reine Vorsichtsmaßnahme – sowohl für die Zuschauer, aber auch für meine Spielerinnen“, sagt der Geschäftsführer der Veilchen Ladies. Diese Regelung soll schon beim Testspiel am kommenden Sonntag greifen.

Ekkehard Loest, Vereinsvorsitzender des TV Jahn Duderstadt, hat sich – nach eigenem Bekunden – noch keine genauen Gedanken darüber gemacht, wie es bei den Heimspielen der Eichsfelder in der Mitte September beginnenden Saison in der Handball-Oberliga praktiziert werden soll. „Wichtig ist erst einmal, dass alle Hygiene- und Sicherheitsregeln eingehalten werden – und wenn 3G möglich ist, dann lassen wir auch Getestete in die Halle“, sagt der Duderstädter.

Der Liga-Konkurrent HSG Plesse-Hardenberg hat bislang mit dem 3G-Prinzip gearbeitet. „Wenn die Inzidenzzahlen weiter steigen, behalten wir uns vor, auf 2G zu wechseln“, sagt Caroline Hendus-Kubanek, die sich beim Burgenteam um den Infektions- und Hygieneschutz kümmert. Man sei zwar seit eineinhalb Jahren eingespielt, lasse sich von den Besuchern immer alle Nachweise zeigen. Aufwändig sei diese Vorgehensweise sowieso, egal, für welche Regelung man sich entscheide. „Ich habe auch schon mit dem Ordnungsamt gesprochen. In der derzeitigen niedersächsischen Landesverordnung ist das alles sehr schwammig geregelt. Ob wir dann bei 2G tatsächlich mehr Zuschauer in die Halle lassen dürften, steht da nicht drin“, sagt Hendus-Kubanek.

Auch für Andreas Gruber, Geschäftsführer der Göttinger Sport und Freizeit GmbH, der gemeinsam mit dem Stadtsportbund im November die Veranstaltung „Sport meets Music“ in der Sparkassen-Arena plant, ist die Zuschauerzahl ein nicht unwesentlicher Faktor. „Wenn wir nur 500 Zuschauer reinlassen dürfen, arbeiten wir gerade kostendeckend. Bei 1000 Zuschauern würden auch die Vereine von einem Überschuss profitieren“, sagt Gruber, der am Mittwochvormittag mit der Planungsgruppe zusammen gesessen und inzwischen einen Antrag in Richtung Stadtverwaltung abgeschickt hat, um möglichst viele Zuschauer auf den Rängen zu haben.

Lutz Renneberg, von der Fest GmbH, die das internationale Hallenfußballturnier Sparkasse VGH Cup in der Lokhalle im Januar 2021 ausrichten möchte, bezeichnet das Konzept der BG Göttingen als „alternativlos“. Auch ihm geht es darum, die Gesundheit der Zuschauer nicht zu gefährden. Das ließe sich mit der 2G-Regelung besser durchsetzen. „Die Entscheidung der BG ist völlig nachvollziehbar und total gerechtfertigt. Die Menschen sollen sich bei solchen Veranstaltungen sicher fühlen und Spaß haben, ein unkalkulierbares Restrisiko gibt es immer“, sagt Renneberg. „Wir werden auch nicht um diese Regelung herum kommen, sie wird auch auf die Spieler der regionalen Mannschaften, die Schiedsrichter und die Helfer ausgeweitet werden. Die Profiklubs haben sowieso weitreichende Hygienekonzepte“, führt der Turnierorganisator weiter aus. Ein Konzept hatte der Veranstalter schon für 2021 erstellt, allerdings fiel das Turnier aus. „Wir fangen nicht von vorn an, aber es geht einfach darum, die breite Masse zu schützen.“


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Auch für den Einbecker-Brauherren-Cup, das Hallenfußball-Turnier zwischen Weihnachten und Silvester in der Sparkassen-Arena werde es eine 2G-Regelung geben. Bei den Fußball-Punktspielen des Bezirksligisten FC Grone sitzt Renneberg wegen der Nachverfolgungspflicht mit an der Kasse und kontrolliert die Zuschauer. „Da finde ich die Sorglosigkeit – vor allem der jungen Besucher – am erschreckendsten. Die haben den ganzen Tag das Handy in der Hand, aber sich nicht mal die Luca-App heruntergeladen.“