20. September 2021 / 17:14 Uhr

3:0! FC Grimma gewinnt Heimpartie gegen Rudolstadt

3:0! FC Grimma gewinnt Heimpartie gegen Rudolstadt

Tom Rietzschel
Dresdner Neueste Nachrichten
3V8A0492
Jubel beim FC Grimma: Der FC Einheit Rudolstadt konnte mit 3:0 besiegt werden. © hanni
Anzeige

Wichtiger Schritt für den FC Grimma: Im Husaren-Sportpark bezwang das Team von Trainer Alexander Kunert die Gäste aus Rudolstadt mit 3:0 Toren.

Grimma. Nach zwei sieglosen Meisterschaftsspielen in Folge hat der FC Grimma in der Oberliga ein nicht unbedeutendes Zeichen gesetzt. Im heimischen Husaren-Sportpark bezwangen die Muldestädter den FC Einheit Rudolstadt mit 3:0 (2:0) und machten – nach dem Stotter-Start mit vier Punkten aus sechs Begegnungen – den ersten Schritt in die richtige Richtung. Dabei boten die Gastgeber ihre bisher beste Saisonleistung, der Sieg entsprach auch in der Höhe absolut dem Spielverlauf. Defensiv diesmal äußerst kompakt agierend, war bei den Muldestädtern auch im Spiel nach vorn ein deutlicher Fortschritt im Vergleich zu den Vorwochen erkennbar.

Anzeige

Doppelschlag lenkt die Partie früh

„Wenn man sich in 90 Minuten anderthalb Torchancen herausspielt, ist es natürlich nicht möglich, hier etwas mitzunehmen“, erkannte Einheit-Coach Holger Jähnisch den Sieg der Gastgeber neidlos an. „Nach dem bravourös erkämpften Punkt in der Vorwoche gegen Erfurt, fahren wir diesmal als verdienter Verlierer nach Hause.“ Sein Gegenüber Alexander Kunert war aufgrund des Ergebnisses natürlich erst einmal erleichtert. „Nachdem wir in den letzten Wochen immer nah dran waren, freue ich mich diesmal natürlich über diesen 3:0-Sieg“, analysierte der Grimmaer Übungsleiter in der anschließenden Pressekonferenz. „Wie die Mannschaft die Treffer erzielt und vor allem diesmal das eigene Tor verteidigt hat, nötigt meiner Elf großen Respekt ab.“ Damit traf der Grimmaer Coach absolut den Nagel auf den Kopf, obgleich der FC-Trainer kurz darauf schon wieder leicht auf die Euphorie-Bremse trat. „Dieser Erfolg darf jedoch keine Eintagsfliege bleiben“, so Kunert. „Am kommenden Wochenende müssen wir versuchen, in Nordhausen nachzulegen.“

DURCHKLICKEN: Die Bilder zu Grimma – Rudolstadt

Der FC Grimma setzt sich mit einem deutlichen 3:0 gegen den FC Einheit Rudolstadt durch. Zur Galerie
Der FC Grimma setzt sich mit einem deutlichen 3:0 gegen den FC Einheit Rudolstadt durch. ©

Dabei nahmen die personell weiterhin höchst angeschlagenen Gastgeber von Beginn an das Zepter in die Hand. Frühzeitig legte die Kunert-Elf extreme Entschlossenheit und Leidenschaft an den Tag, welche man bis zum Schlusspfiff beibehielt. Zwar hatte Rudolstadt mit zwei Kopfbällen von Matthias Kühne und Benjamin Bahner die ersten Torannäherungen (6., 8.), doch bereits in der Anfangsphase war jegliches Engagement bei den Muldestädtern deutlich sichtbar. Die Offensivaktionen der Platzherren waren von Zielstrebigkeit geprägt, mit viel Tempo im Spiel setzte man die Gäste immer wieder unter Druck. So kam es, dass die Muldestädter mit einem Doppelschlag die Begegnung frühzeitig in die gewünschten Bahnen lenkten. Zunächst spielte der anfangs wieder in vorderster Front agierende Kevin Wiegner seine enorme Schnelligkeit aus, als er sich zunächst einen Pass von Michel Schwarz erlief und Max Bresemann im Einheit-Gehäuse anschließend keine Abwehrchance ließ – 1:0 (12.). Kurz darauf brachte Maximilian Sommer einen Schwarz-Freistoß mit einer flachen Eingabe gefährlich ins Sturmzentrum – Felix Mertes hielt den Fuß hin und erhöhte auf 2:0 (15.).

Becker mit Reflex

Diese zwei frühen Tore waren natürlich Wasser auf die Mühlen der Gastgeber, die sich auch in der Folgezeit nicht von ihrem Konzept abbringen ließen. Zwar wurde es in einer Situation etwas turbulent, als Benjamin Bahner nach einem Schlegel-Eckball die leichte Konfusion im Grimmaer Strafraum nicht zu nutzen vermochte (vorbei, 19.), doch wie kompakt und resolut die Einheimischen in der Defensive agierten, war schon bemerkenswert. „Zweieinhalb Gegentore pro Spiel waren natürlich deutlich zu viel“, blickte Alexander Kunert recht nüchtern auf die Probleme im Defensivbereich der letzten Wochen zurück. „Diese Baustelle war augenscheinlich. Schon aus diesem Grund bin ich sehr froh, wie konzentriert wir diesmal im Rückwärtsgang gearbeitet haben.“ Das konnte er freilich auch sein, zumal es seiner Elf in der Folgezeit auch offensiv weiterhin gelang, torgefährlich zu agieren.

Nach einer sehenswerten Einzelleistung von Matty Goldammer lenkte Einheit-Keeper Bresemann einen Schuss von Leonhard Wolf über den Querbalken (28.), anschließend traf Michel Schwarz mit einem schlitzohrig ausgeführten Eckball den Pfosten des Rudolstädter Gehäuses (38.). Gegen Ende der ersten Halbzeit kämpften sich die Thüringer zwar etwas besser in die Begegnung, doch bis auf eine Ausnahme wurden die Gäste kaum torgefährlich. Verfehlte zunächst ein Distanzschuss von Nils Halbauer recht klar das Ziel (41.), musste man im Grimmaer Lager Sekunden vor dem Pausenpfiff jedoch einmal tief urchatmen. So fand eine Flanke von Maximilian Schlegel den im Sturmzentrum lauernden Torjäger Benjamin Bahner, doch konnte FC-Schlussmann Nico Becker mit einem Blitzreflex den Anschlusstreffer der Gäste verhindern und ersparte seinem Team für die zweiten 45 Minuten eventuell einsetzendes Übel (44.). So gingen die Muldestädter summa summarum letztlich mit einer 2:0-Pausenführung in die Kabine, welche angesichts der Spielanteile absolut in Ordnung ging.

In Nordhausen nachlegen

Nach dem Wechsel setzten die Grimmaer dann ihre couragierte Vorstellung fort. In der Offensive agierte man weiterhin mit jeder Menge Mut und spielte frühzeitig auf das dritte Tor. Sehr gut von Moritz Griesbach eingeleitet, setzte sich Kevin Wiegner zunächst mustergültig gegen Tim Rühling durch, doch machte Gäste-Keeper Max Bresemann rechtzeitig das kurze Eck dicht (58.). Sieben Minuten später sollte sich dann jedoch eine Art Vorentscheidung anbahnen. Erneut war es Wiegner, der hohes Zuspiel von Jan Hübner direkt nahm – äußerst präzise schlug die Kugel flach zum 3:0 im langen Eck ein (58.). „Zwei Tore von unserem ältesten Spieler – vor Kevin Wiegner kann ich nur den Hut ziehen“, sparte auch FC-Trainer Alexander Kunert im Anschluss nicht mit Lob. Nach diesem dritten Gegentreffer reagierte Gäste-Trainer Holger Jähnisch und setzte alles auf eine Karte. Rudolstadt hatte fortan zwar etwas mehr Ballbesitz zu verzeichnen, doch in Sachen Torgefahr war weiterhin nichts Nennenswertes zu verzeichnen.


Mehr zum Fußball

Einzig beim einem Flachschuss des eingewechselten Nils Noak musste Nico Becker abtauchen, doch strich das Streitobjekt knapp am Tor vorbei (68.). Ansonsten blieben die Platzherren im Defensivbereich weiterhin höchst kompakt und ließen überhaupt nichts zu. „Zwar konnten wir in den letzten 20 Minuten das Geschehen mit dem Mut der Verzweiflung etwas ausgeglichener gestalten, doch haben wir uns keine nennenswerte Tormöglichkeit erspielt“, legte ein enttäuschter Einheit-Coach Jähnisch im anschließenden Pressegespräch den Finger in die Wunde. „Wenn du nicht am Limit spielst, ist es schwer, in dieser Liga zu punkten. Demzufolge werden wir die Dinge aufarbeiten und müssen uns darüber im Klaren sein, dass wir uns im Abstiegskampf befinden.“ So musste der Rudolstädter Trainer mitansehen, wie seiner Elf an diesem Tag die Mittel fehlten, um die mit viel Leidenschaft, Zweikampf-Intensität und Einsatzfreude auftretenden Grimmaer in Bedrängnis zu bringen.

So bewahrte Einheit-Schlussmann Bresemann seine Elf sogar noch vor dem vierten Gegentreffer, als er einen Distanzschuss von Matty Goldammer über die Querlatte lenkte (71.). So blieb es in der Endkonsequenz beim verdienten 3:0 (2:0)-Heimerfolg der Grimmaer – nach einer Vorstellung, die für die kommenden Aufgaben Mut machen sollte. Nichtsdestotrotz gilt es nun jedoch, dieses Ergebnis richtig einzuordnen und bereits am kommenden Sonntag in Nordhausen ähnlich couragiert aufzutreten. Beim bisher sieglosen Schlusslicht ist eine ebenso konzentrierte Vorstellung dringend von Nöten, um den nächsten Schritt in die richtige Richtung bewerkstelligen zu können.