31. Oktober 2019 / 18:36 Uhr

3:1 beim TSB Flensburg – VfB Lübeck müht sich ins SHFV-Pokalfinale

3:1 beim TSB Flensburg – VfB Lübeck müht sich ins SHFV-Pokalfinale

Max Lübeck
Lübecker Nachrichten
Der Lübecker Torjubel nach dem 0:2 - Yannick Deichmann traf per Kopf.
Der Lübecker Torjubel nach dem 0:2 - Yannick Deichmann traf per Kopf. © Agentur 54°
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Im Finale geht es nun gegen den SV Todesfelde – Gommert und Deichmann verletzt raus

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Das war ein hartes Stück Arbeit für den VfB Lübeck. Beim 3:1-Auswärtssieg im SHFV-Pokalhalbfinale beim Viertplatzierten der Oberliga, dem TSB Flensburg, musste sich der Spitzenreiter der Regionalliga Nord ganz schön strecken, um den Einzug ins Finale – und die damit verbundene Chance auf eine Teilnahme am DFB-Pokal – zu erreichen.

SHFV-Pokalhalbfinale: TSB Flensburg - VfB Lübeck 1:3 (31.10. 2019)

Lars Ole Puttins (l.) im Laufduell mit Lübecks Dennis Hoins. Hoinser entkam seinen Bewachern schon in der Frühphase der Partie.  Zur Galerie
Lars Ole Puttins (l.) im Laufduell mit Lübecks Dennis Hoins. "Hoinser" entkam seinen Bewachern schon in der Frühphase der Partie.  ©
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Mit gleich fünf Veränderungen gegenüber dem jüngsten Heimsieg gegen Hannover 96 II schickte VfB-Trainer Rolf Martin Landerl seine „Burschen“ auf den Platz. Für Lukas Raeder stand nach langer Zeit mal wieder Zuschauerliebling Benjamin Gommert im Tor, Daniel Halke und Tim Weißmann rückten für Ryan Malone und Tommy Grupe in die Dreier-Abwehrkette, für Marcel Schelle durfte Youngster Corvin Bock spielen und für Patrick Hobsch begann Nicolas Hebisch im Sturm. Und bei schönstem Herbstwetter startete der Favorit aus der Hansestadt trotz dieser vielen personellen Wechsel gut in die Partie und wollte dieser gleich seinen Stempel aufdrücken. Die erste gute Gelegenheit hatte Startelfdebütant Bock, der in der siebten Minute mit einem guten Schussversuch an TSB-Keeper Ole Rathmann scheiterte.

VfB zu Beginn wie entfesselt

Doch der VfB machte vor circa 500 Zuschauern, darunter gut 200 Lübecker, weiter, ließ dem Gastgeber in der Anfangsphase kaum Zeit zum Durchatmen – und belohnte sich in der zwölften Minute dafür. Nach einem langen und hohen Pass von Sven Mende über die gesamte Flensburger Verteidigung war Top-Torjäger Ahmet Arslan frei vor dem Flensburger Gehäuse und lupfte den Ball über den herauslaufenden Schlussmann Rathmann – 1:0 für die Gäste.

Nach Zusammenprall: Sorge um Benjamin Gommert

Auch in der Folge kam der TSB Flensburg noch nicht so richtig in Fahrt, lediglich nach Standards strahlten die Flensburger etwas Gefahr aus. Doch Benjamin Gommert im Tor der Lübecker pflückte die ersten Flankenversuche souverän herunter – bis er nach einem weiteren Eckball unglücklich mit einem TSB-Spieler zusammenstieß und behandelt werden musste. Vorerst ging es für den Schlussmann der Grün-Weißen weiter, doch nach einem Befreiungsschlag blieb Gommert erneut liegen – und musste schließlich ausgewechselt werden. So musste Lukas Raeder seinen Torwartkollegen schon ab der 27. Minute ersetzen. „Benny hat sich am Sprunggelenk verletzt“, verriet Landerl nach dem Spiel.

VfB Lübeck: Einzelkritik zum Auswärtssieg bei TSB Flensburg

Benjamin Gommert: Musste schon in der 27. Minute ausgewechselt werden, weil er sich nach einem Zusammenprall eines TSB-Eckballes am Sprunggelenk verletzte. Hatte bis dahin einen ruhigen Arbeitstag und bekam höchstens mal einen Flankenball auf seinen Kasten, den er souverän abfing. Zur Galerie
Benjamin Gommert: Musste schon in der 27. Minute ausgewechselt werden, weil er sich nach einem Zusammenprall eines TSB-Eckballes am Sprunggelenk verletzte. Hatte bis dahin einen ruhigen Arbeitstag und bekam höchstens mal einen Flankenball auf seinen Kasten, den er souverän abfing. ©

Die VfB-Akteure spielten dennoch erst einmal unaufgeregt weiter und erarbeiteten sich weitere gute Chancen. Hebisch per Kopfball (23.) und Arslan mit einem abgefälschten Schuss (30.) setzten die nächsten Ausrufezeichen in Richtung des Flensburger Gehäuses. Doch auch der Gastgeber wurde auf einmal mutiger und kam ebenfalls zu ersten guten Gelegenheiten. Gerade nach Eckbällen wurde Gefahr ausgestrahlt, eine davon köpfte Nicholas Holtze (32.) auf das VfB-Gehäuse, doch Raeder war zur Stelle. Und wenig später versuchte es Björn Lass aus der zweiten Reihe. Es entwickelte sich ein offener Schlagabtausch, in dem es aber wieder der VfB war, der das nächste Tor schoss. Nach einer vermeintlich geklärten Lübecker Ecke legte Hoins den Ball hoch zu Deichmann, der per Kopf über Rathmann hinweg ins Tor traf und zum 2:0 einnetzte (39.).

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Wer nun aber gedacht hätte, dass das Spiel entschieden sei, täuschte sich. In der Folge stellte der VfB nämlich fast das Fußballspielen ein, die Gastgeber wurden immer besser und übernahmen nun die Spielregie. Das zog sich bis in die zweite Hälfte hinein, in der der VfB nun Glück hatte, noch mit zwei Toren Differenz zu führen. Immer wieder war es Raeder, der den VfB Lübeck vor einem Gegentreffer bewahrte. Doch in der 57. Minute war auch der Lübecker Schlussmann machtlos. Nachdem er einen Schuss von Tarik Pannholzer noch überragend an die Latte gelenkt hatte, stand Timo Carstensen frei vor dem Tor und brauchte den Ball nur noch im Tor unterbringen. In der 70. Minute musste zudem VfB-Torschütze Yannick Deichmann, der schon zuvor zweimal am Boden lag, mit Oberschenkelproblemen ausgewechselt werden – für ihn kam Sören Lippert in die Partie.

Der Ausgleich lag in der Luft

Der VfB schwamm nun gewaltig und hätte nach einer Reihe von Eckbällen fast den Ausgleich hinnehmen müssen. Doch entweder der stark aufgelegte Raeder oder aber ein Sören Lippert, der einen Ball von der Linie kratzte (85.), verhinderten den zweiten Einschlag. Und in der Offensive nutzten die Gäste den richtigen Moment für den entscheidenden 3:1-Treffer. Nach einer Weißmann-Flanke stand Hebisch goldrichtig und vollendete artistisch ins TSB-Gehäuse – der K.o. für den forsch aufspielenden Oberligisten. Weiterer Wermutstropfen:

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„Wir sind froh im Finale zu stehen, das ist das Wichtigste. Ärgerlich sind die Verletzungen von Yannick Deichmann und Benjamin Gommert, die wir in unserer aktuellen Personalsituation nicht gebrauchen können. Gerade bei Yannick hoffe ich hinsichtlich des anstehenden Ligaspiels (am Sonntag bei der SpVgg Drochtersen/Assel, d. Red.), dass es nichts Schlimmes ist“, blickt der Lübecker Chefcoach Landerl besorgt auf die nächste Aufgabe voraus. TSB-Trainer Jan Hellström hingegen war sehr stolz auf die Leistung seiner Mannschaft, enttäuscht allerdings vom Gast: „Bei jedem noch so kleinen Foulspiel musste eine Behandlung das Spiel verzögern, das war kein gutes Verhalten des VfB Lübeck. Ausgenommen natürlich Gommert, dem wünsche ich eine gute Besserung“.

Im SHFV-Pokalfinale trifft der VfB Lübeck nun auf den SV Todesfelde, der sich in seinem Halbfinalspiel sensationell mit 1:0 gegen den SC Weiche Flensburg durchsetzte.

Gelbe Karten: Ingwersen, Pannholzer, Puttins / Halke, Bock

Zuschauer: Ca. 500, davon ca. 200 Lübecker

TSB Flensburg: Ole Rathmann – Davin Thomsen, Nicolai Vosgerau (ab 90. Minute Denny Pawlow), Arne Ingwersen, Lars-Ole Puttins - Tom Warncke, Jan Ole Butzek - Tarik Pannholzer, Nicholas Holtze, Timo Carstensen - Björn Lass

VfB Lübeck: Benjamin Gommert (ab 27. Minute Lukas Raeder) - Tim Weißmann, Dongsu Kim, Daniel Halke - Sven Mende, Yannick Deichmann (ab 70. Minute Sören Lippert), Dennis Hoins, Corvin Bock (ab 83. Minute Ryan Malone), Florian Riedel - Ahmet Arslan - Nicolas Hebisch

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