01. Februar 2018 / 23:15 Uhr

3:1 gegen den HSV - der größte VfB-Lübeck-Sieg aller Zeiten

3:1 gegen den HSV - der größte VfB-Lübeck-Sieg aller Zeiten

Jürgen Rönnau
Lübecker Nachrichten
HSV-Legende Uwe Seeler (links) im Kopfballduell gegen Lübecks Artur Leipert.
HSV-Legende Uwe Seeler (links) im Kopfballduell gegen Lübecks Artur Leipert. © LN-Archiv
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Happy Birthday: Artur Leipert war VfB-Torschütze und feiert zwei Jubiläen

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2. Februar 1958, auf der Lohmühle sollte Fußball gespielt werden, der VfB Lübeck freute sich auf sein Punktspiel in der damals höchsten Klasse, der Oberliga, gegen den Hamburger SV mit seinen Stars wie Uwe Seeler und Jupp Posipal. Fast 20 000 Fans waren gekommen. Es lag Schnee, aber dann hatte es stundenlang geregnet. „Heute wäre das Spiel kommentarlos abgesagt worden“, sagt Artur Leipert, damals Rechtsaußen des VfB. „Aber wir haben natürlich auch unter solchen Bedingungen gespielt.“ Zum Glück. Denn es wurde ein historisches Match für die Grün-Weißen. 3:1 hieß es am Ende, es blieb der einzige Pflichtspielsieg des VfB gegen den HSV.

Leipert per Volley zum Ausgleich!

Artur Leipert war etwas aufgeregt vor dem Anpfiff. Denn an diesem 2. Februar feierte er seinen 20. Geburtstag, „und dann gegen den HSV spielen zu dürfen, das war schon ein Geschenk“, sagt er heute. Aber es kam noch besser. Zunächst lief alles nach Plan, der HSV ging durch Micky Neisner in Führung. Aber dann wendete sich das Blatt. Leipert beschreibt, was in der 34. Minute geschah: „Walter Gawletta schlug einen Freistoß von rechts in den Strafraum. Der Ball kam auf Kniehöhe auf mich zu, ich stand nur ein paar Meter vor dem Tor – und volley hab ich ihn reingemacht.“

Sieg wurde kräftig gefeiert

1:1. Die Lohmühle kochte, der Favorit geriet ins Wanken – und er fiel: Der überragende Gawletta, der später nach Kaiserslautern wechselte, erhöhte kurz nach der Pause auf 2:1 und legte schließlich auch noch das 3:1 auf durch Mittelstürmer Rolf Oberbeck, der heute noch im erweiterten VfB-Aufsichtsrat aktiv ist. Welch ein Tag! Sponsor Fritz Jacke, der elegante Damenmoden am Markt verkaufte, ließ eine Kiste Sekt springen, später zog man weiter´ in die „Hanseatendiele“.

"Uns Uwe" ohne Biss

Und was war mit „Uns Uwe“ an jenem Februartag vor sechzig Jahren? „Er hat alles versucht - aber entweder unsere Verteidiger waren zur Stelle oder unser Torwart Jonny Felgenhauer hat gehalten“, freut sich Leipert noch heute. Sechs Mal hat er in seiner Karriere gegen den HSV gespielt, viermal war Seeler sein direkter Gegenspieler, „weil ich später defensiver eingesetzt wurde.“ Stolz sei er, „dass Seeler nur drei Tore gegen mich gelangen“.

Monatsverdienst damals? 700 Mark!

Und stolz ist er darauf, ein Teil dieser VfB-Mannschaft gewesen zu sein. Als 16-Jähriger war er vom VfL Vorwerk an die Lohmühle gewechselt, von 1956 bis 1963 gehörte er als Profi für 400, später 700 Mark Monatssalär der Liga an, zwei Abstiege, drei Aufstiege in die höchste Klasse inklusive. Rund 200 Spiele in Grün-Weiß hat Leipert, der aus Ostpreußen stammt, bestritten. Und er rechnet hoch, er habe „sicher mehr als 70 Tore erzielt. Immerhin war ich auch unser fester Elfmeterschütze“.

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Karriereende schon mit 25 - Kaufmann und Klassik-Liebhaber

Schon mit 25 Jahren beendete Leipert seine Karriere. Die Mannschaft war nach dem verpassten Bundesligaaufstieg in zwei Lager gespalten – es ging um Geld, um Prämien. Leipert, inzwischen vom Kfz-Mechaniker im Autohaus Kittner zum Kaufmann mit Prokura beim Möbelgroßhändler Horstmann aufgestiegen, hängte die Buffer an den Nagel. Fußball und Poker um Profit war nicht sein Ding. Er wandte sich anderen Themen zu. Klassische Musik, Malerei – das Geschehen beim VfB verfolgt er zwar interessiert, aber die Lohmühle besucht er selten. Und seinen 80. Geburtstag an diesem für den VfB historischen 2. Februar feiert Artur Leipert im kleinen Kreis, „nachdem ich ein paar Stunden in meinem Geschäft in der Schwertfegerstraße ein paar Dinge erledigt habe“. Denn auf berufliche Aktivität will er noch immer nicht verzichten.

Vor 60 Jahren, 2. Februar 1958, Lohmühle: Der VfB Lübeck ringt den Hamburger SV mit 3:1 nieder. HSV-Star Uwe Seeler, hier im Zweikampf mit Lübecks Horst Kiow, bleibt ohne Treffer. Zur Galerie
Vor 60 Jahren, 2. Februar 1958, Lohmühle: Der VfB Lübeck ringt den Hamburger SV mit 3:1 nieder. HSV-Star Uwe Seeler, hier im Zweikampf mit Lübecks Horst Kiow, bleibt ohne Treffer. ©
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