10. Juli 2021 / 20:12 Uhr

3:1 gegen Frohburg: Roßweiner SV holt den Kreispokal

3:1 gegen Frohburg: Roßweiner SV holt den Kreispokal

Heiko Henschel
Leipziger Volkszeitung
Der Frohburger Toni Frank trifft zwar zum 1:0, aber am Ende setzt sich der Roßweiner SV mit 1:3 durch.
Der Frohburger Toni Frank trifft zwar zum 1:0, aber am Ende setzt sich der Roßweiner SV mit 1:3 durch. © Wolfang Riedel
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Die leicht favorisierten Gäste aus Roßwein hatten nach 90 spannenden Minuten die Nase vorn. Torjäger Martin Schwibs war mit seinen zwei erzielten Treffern der Mann des Tages.

Frohburg. Nach zwei völlig verregneten Tagen pünktlich der bestellte Sonnenschein, angenehme 25 Grad, ein paar Schönwetterwölkchen, ein bestens präparierter Rasen, eine tolle Kulisse – Fußballherz, was willst du mehr? Die äußeren Bedingungen beim Pokalendspiel der Männer im Verband Muldental/Leipziger Land hätten besser nicht sein können. Jubeln konnte am Samstag Nachmittag im Frohburger Werner-Seelenbinder-Stadion nach dem Schlusspfiff der Begegnung zwischen dem heimischen BSV Einheit und dem Roßweiner SV allerdings naturgemäß nur eine Mannschaft.

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„Er war eine Legende des Roßweiner Fußballs“

Die Gäste aus Roßwein behielten im mit Spannung erwarteten Finale vor 570 Zuschauern sowie unter Leitung von Schiedsrichter Dominik Hildebrandt vom Falkenhainer SV mit 3:1 (2:1) die Oberhand. Dabei waren die gastgebenden Rennstädter nach einer knappen Viertelstunde durch Toni Frank in Führung gegangen (14.). Der Vorsprung der Hausherren hatte jedoch nicht lange Bestand, denn nur wenig später stellte Tom Seydel mit seinem Treffer den Gleichstand her (23.). Unmittelbar vor dem Seitenwechsel brachte Torjäger Martin Schwibs den laut Papierform leicht favorisierten RSV in Front (44.). Kurz vor Ultimo ließ es sich der Goalgetter nicht nehmen, den Deckel in diesem Match drauf zu machen (87.).

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Der Sieg war für Roßweins Trainer Jörg Soujon eine äußerst emotionale Geschichte, immerhin war es für ihn der erste Kreispokalsieg in seiner Karriere als Spieler beziehungsweise Coach. Nach dem Spiel zeigte sich der 46-jährige sehr zufrieden mit dem Auftritt seiner Mannschaft. „Ich habe mich bei den Jungs ganz herzlich für ihre beherzte Leistung bedankt. Die Frohburger sind mit viel Dynamik gestartet und keineswegs unverdient in Führung gegangen. Nach einer taktischen Umstellung haben wir dem Gegner allerdings kaum noch etwas gestattet, da wurde es eigentlich nur noch bei Freistößen von Andre Spranger richtig gefährlich. Insgesamt gesehen hätte ich den BSV tatsächlich einen Tick stärker erwartet. Doch in unseren Reihen haben Max Zimmermann und Stanley Steenbeck als Doppel-Sechs fast alles abgeräumt und gefühlt jeden Zweikampf gewonnen. Und der Treffer von Tom Seydel zum Ausgleich war allererste Sahne, aus 25 Metern volley in den Winkel. Wie wichtig Martin Schwibs für uns ist, hat er bei seinen zwei Toren wieder einmal eindrucksvoll unter Beweis gestellt. Aber Kompliment an die komplette Truppe.“

Dabei mussten die Roßweiner wenige Stunden vor der Begegnung einen tragischen Schicksalsschlag verkraften. Mit Ulf Kirchhof war ein Vereinsidol völlig überraschend verstorben. Bis zuletzt war er unter anderem im Nachwuchsbereich als Übungsleiter tätig. Soujon widmet ihm den Pokalerfolg ganz besonders: „Er war eine Legende des Roßweiner Fußballs und obendrein ein guter Freund von mir. Ihm gebührt riesengroßer Respekt für sein nimmermüdes Engagement. Ich denke, dass die Mannschaft durch dieses schlimme Ereignis noch zusätzlich zehn Prozent heraus geholt hat.“

„Das Drumherum war auch perfekt“

Auch der 60. Geburtstag von Hauptsponsorin Cornelia Brambor war Motivation pur. „Wir haben ihr als Geschenk ein Video vom Triumph geschickt. Ich denke, sie hat sich genau so gefreut wie wir.“ Für den Landespokal hat der RSV-Trainer keine großen Wünsche: „Es muss nicht unbedingt sofort ein Hammerlos werden, die eine oder andere Runde würden wir schon gern weiter kommen. Letztlich nehmen wir es so, wie es kommt. Meinem früheren Verein HFC Colditz würde ich aber gern aus dem Weg gehen.“, so der Coach mit verschmitzter Miene.


Bei der Siegesfeier am Abend in Roßwein ließ er es sich mit seinem Team beim Bierchen und bei Grillspezialitäten gut gehen. Später machte er sich mit seiner Familie auf den Heimweg, im Gegensatz zu einigen seiner Schützlinge. Die nämlich zogen noch um die Häuser und machten die Nacht zum Tag. Schließlich wird man nicht jeden Tag Kreispokalsieger. Den Pott hatte im Frohburger Werner-Seelenbinder-Stadion Staffel-Leiter Jens Bretschneider überreicht. „Glückwunsch an den Gewinner. Frohburg begann wie die Feuerwehr, doch mit dem Ausgleich ist die Partie in die Roßweiner Richtung gekippt. Die haben es nach ihrer Führung dann wirklich clever nach Hause gebracht. Man hat deutlich gesehen, dass zwei der besten Mannschaften der Liga auf dem Platz standen. Und das Drumherum mit toller Kulisse im weiten Rund und super Gastronomie war auch perfekt.“