22. April 2021 / 21:49 Uhr

3:2 gegen die Pinguins! Grizzlys Wolfsburg erzwingen Spiel 3 in Bremerhaven

3:2 gegen die Pinguins! Grizzlys Wolfsburg erzwingen Spiel 3 in Bremerhaven

Yannik Haustein
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung
Wichtiges Tor! Garrett Festerling brachte die Grizzlys mit dem Unterzahl-Treffer zum 3:2 auf die Siegerstraße.
Wichtiges Tor! Garrett Festerling brachte die Grizzlys mit dem Unterzahl-Treffer zum 3:2 auf die Siegerstraße. © Boris Baschin
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Entscheidung vertagt! Die Grizzlys Wolfsburg haben sich nach der unglücklichen 2:4-Pleite im ersten Viertelfinal-Spiel in den DEL-Play-Offs bei den Fischtown Pinguins zurückgemeldet. Am Donnerstagabend gewann das Team von Coach Pat Cortina mit 3:2 (1:0, 2:2, 0:0) - verlängerte so die Saison um mindestens zwei Tage und erzwang Spiel 3 in Bremerhaven am Samstag (17.30 Uhr).

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Siegen oder fliegen - die Grizzlys Wolfsburg waren im zweiten Viertelfinal-Spiel der DEL-Play-Offs gegen die Fischtown Pinguins unter Zugzwang. Und sie lieferten: Eine umkämpfte, streckenweise verrückte Partie ging mit 3:2 (1:0, 2:2, 0:0) an Wolfsburg, Spencer Machacek und Garret Festerling (2) trafen. Damit geht es am Samstag (17.30 Uhr) in Bremerhaven um den Einzug ins Halbfinale.

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Personal

Viele Änderungen im Vergleich zu Spiel 1 gab es nicht: Die Grizzlys gingen mit demselben Kader wie am Dienstag ins Spiel, im Wolfsburger Tor stand erneut Dustin Strahlmeier. Die Gäste aus Bremerhaven waren bis auf eine Position ebenfalls unverändert: Statt Youngster Filip Reisnecker bot Pinguins-Coach Thomas Popiesch Luca Gläser auf. Im Tor setzten die Bremerhavener wie Wolfsburg auf Konstanz: Brandon Maxwell startete auch in Spiel 2.

DEL-Play-Offs - Viertelfinale Spiel 2: Grizzlys Wolfsburg - Fischtown Pinguins.

DEL-Play-Offs - Viertelfinale Spiel 2: Grizzlys Wolfsburg - Fischtown Pinguins. Zur Galerie
DEL-Play-Offs - Viertelfinale Spiel 2: Grizzlys Wolfsburg - Fischtown Pinguins. © City-Press GmbH/Grizzlys Wolfsburg / Boris Baschin

Grizzlys starten schussfreudig

"Wir gewinnen am Donnerstag, weil wir 60 Minuten so spielen wie in Bremerhaven im ersten Drittel", war sich Grizzlys-Manager Charly Fliegauf nach dem 2:4 in Spiel 1 in Bremerhaven sicher gewesen. Und die Grizzlys begannen wie schon am Dienstag mit viel Dampf: Vom Start weg schnürte Wolfsburg die Gäste in ihrem eigenen Drittel ein, ließ die Pinguins kaum Vorstöße in Richtung des Tores von Dustin Strahlmeier wagen. Aber: Zunächst fehlten die ganz großen Chancen, lediglich bei einem Pfostenschuss von Jeff Likens (4.) wurde es knapp.

Ab Mitte des Drittels änderte sich das allerdings: Erst tauchte Gerrit Fauser in aussichtsreicher Position rechts von Fischtown-Goalie Brandon Maxwell auf, dann musste Carson McMillan wegen Beinstellens vom Eis. Die Grizzlys waren im folgenden Powerplay bemüht, einen Versuch von Sebastian Furchner konnte Maxwell noch vereiteln, dann schlug aber Garrett Festerling zu: Bully-Gewinn, Schuss von Toto Rech, Gewühl vorm Tor - 1:0!

Der Deutsch-Kanadier punktete damit im zehnten Spiel in Folge, mahnte in der Pause bei Magentasport aber: "Wir müssen die Energie beibehalten, den Fuß auf dem Gas lassen." Die Torschuss-Bilanz nach 20 Minuten: Wolfsburg 21 (!), Bremerhaven neun.

Wildes Mittel-Drittel

So ganz gelang den Grizzlys das nicht, stattdessen gab es ein wildes Mittel-Drittel: Die Bremerhavener (bestes Hauptrunden-Powerplay) konnten eine Strafe gegen Julian Melchiori nicht nutzen, umgekehrt scorte Wolfsburg nicht, als Mitch Wahl wegen Beinstellens draußen saß. Kaum war der Bremerhavener wieder auf dem Eis, hatte er durch einen Pass von Stanislav Dietz einen Break - und verwandelte eiskalt. Mehr noch: Nur gut eine Minute später knipste Miha Verlic nach missglücktem Klärungsversuch von Strahlmeier, den Ross Mauermann abgefangen und dem Slowenen aufgelegt hatte.

Danach wirkte es so, als würde den Grizzlys die Partie entgleiten: Bremerhaven machte Druck, Jan Urbas traf die Latte (33.). Auf der Gegenseite erarbeitete sich Mathis Olimb mit viel Einsatz die Scheibe, kombinierte schön mit Spencer Machacek, der im Fallen traf - der Ausgleich! Eine Strafe gegen Toto Rech kurz vor Drittel-Ende drohte, das Spiel aber wieder in Richtung der Pinguins zu kippen, doch auch im zweiten Anlauf gelang dem Powerplay der Gäste nicht viel. Stattdessen jubelten die Grizzlys: Festerling stocherte gegen vier Bremerhavener nach einem Schuss von Julian Melchiori nach, und traf mit dem dritten Versuch. Spiel wieder gedreht!

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Kein Vorbeikommen am Wolfsburger Abwehr-Beton

Der Schlussabschnitt begann verhalten und ohne gute Chancen auf beiden Seiten, Wolfsburg hatte aber etwas mehr vom Spiel. Mit einer Strafe gegen Dominik Bittner wegen Beinstellens (52.) kam wieder Schwung in die Partie, das folgende Unterzahlspiel überstanden die Grizzlys schadlos, es war aber knapp, Wahl scheiterte am Pfosten. Bremerhaven drückte, Wolfsburg hielt gut dagegen - und die Uhr tickte weiter.

Bremerhaven zog das Tempo an, die Grizzlys kämpften, machten hinten dicht, die Gäste fanden keinen Weg vorbei am Wolfsburger Abwehr-Beton. 95 Sekunden vor Schluss nahm Popiesch Maxwell vom Eis, um mit dem Extra-Angreifer noch etwas zu drehen - ohne Erfolg. Die Grizzlys erkämpften sich Spiel 3, wendeten die frühe Sommerpause ab.

"Für uns war Crunch-Time, wir haben die richtige Antwort gefunden", resümierte Grizzlys-Verteidiger Janik Möser. "Ein Lob an Bremerhaven, es war ein gutes Play-Off-Spiel. Strahli hat super gehalten, die Verteidiger haben ein gutes Spiel gemacht, die Stürmer viele Schüsse geblockt. Wir freuen uns, dass wir gewonnen haben, müssen es aber abhaken - am Samstag geht's schon weiter."

Cortina und Festerling loben Charakter der Grizzlys

"Es war ein gutes Spiel meiner Mannschaft", lobte Grizzlys-Coach Pat Cortina nach dem 3:2 gegen Bremerhaven. "Im ersten Drittel hatten wir die Kontrolle, im zweiten hat Bremerhaven viel Druck gemacht, wir lagen 1:2 zurück. Aber wir haben gekämpft und das Spiel gerettet." Der Ausgleich durch Mitch Wahl direkt nach einem torlosen Überzahlspiel hätte laut Cortina zum Knackpunkt werden können, "aber wir haben viel Charakter, viele erfahrene Spieler. Es hat uns viel Energie gekostet, aber wir haben gekämpft und an uns geglaubt, das braucht man in den Play-Offs."

Ähnlich sah es Doppel-Torschütze Garrett Festerling: "Wir hatten einen guten Start, aber auch eine schlechte Phase im zweiten Drittel. Es zeigt aber den Charakter, den wir in der Kabine haben, dass wir zurückgekommen sind und im letzten Drittel unseren Job gemacht haben, die Führung zu behalten." Das gab Schwung, der auch am Samstag in Spiel 3 helfen soll. Festerling: "Den müssen wir mitnehmen und von Anfang an auf Sieg spielen. Es ist kein Platz für schlechte Wechsel oder Drittel - wir müssen bereit sein!"

Weitere Ergebnisse

Während die Grizzlys Spiel 3 erzwingen konnten, steht der erste Halbfinal-Teilnehmer seit Donnerstag bereits fest: Der ERC Ingolstadt kegelte mit einem 5:4-Erfolg in der Overtime den EHC München aus den Play-Offs. Die Eisbären Berlin glichen ihre Serie gegen die Iserlohn Roosters mit einem 6:0 bei den Sauerländern aus, auch die Serie der Adler Mannheim um Ex-Grizzlys-Coach Pavel Gross gegen die Straubing Tigers braucht ein drittes Spiel: Mannheim gewann auswärts mit 3:1.

Grizzlys: Strahlmeier – Likens, Melchiori; Bruggisser, Wurm; Bittner, Möser; Raabe – Görtz, Järvinen, Furchner; Fauser, Festerling, Jormakka; Machacek, Olimb, Rech; Adam, Hungerecker, Busch.

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Fischtown Pinguins: Maxwell - Eminger, Dietz; Krogsgaard, Moore; Fortunus, Alber; Gläser - Verlic, Jeglic, Urbas; McGinn, Friesen, Uher; Mauermann, McMillan, Andersen; Gläser, Wahl, Hilbrich.

Schiedsrichter: Kopitz/Schrader. Zuschauer: keine. Strafminuten: Wolfsburg 10 /Bremerhaven 8.

Tore: 1:0 (16:43) Festerling (Rech/Fauser - 5:4), 1:1 (25:57) Wahl (Dietz), 1:2 (27:03) Verlic (Mauermann), 2:2 (34:14) Machacek (Olimb), 3:2 (39:54) Festerling (Melchiori - 4:5).