23. April 2021 / 22:53 Uhr

3:2 nach Verlängerung: Scorpions ringen Herne im ersten Nordfinale nieder

3:2 nach Verlängerung: Scorpions ringen Herne im ersten Nordfinale nieder

Stephan Hartung
Hannoversche Allgemeine / Neue Presse
Ausgleich! Die Scorpions erzielen das 1:1 durch Christoph Kabitzky.
Ausgleich! Die Scorpions erzielen das 1:1 durch Christoph Kabitzky. © Florian Petrow
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Die Hannover Scorpions haben das erste Finale der Oberliga Nord gegen den Herner EV mit 3:2 nach Verlängerung für sich entscheiden können. Nach einem erwartet harten Kampf am Freitagabend könnten sich die Scorpions bereits am Sonntag in Herne das Ticket zum Aufstiegsfinale sichern.

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Es war die erwartete Play-off-Schlacht zwischen den Hannover Scorpions und dem Herner EV sowie ihrem Torhüter Björn Linda. Die Mellendorfer gewannen in der Oberliga das erste Spiel des Nordfinals mit 3:2 (0:1, 2:1, 0:0) nach Verlängerung. Am Sonntag (17 Uhr) kommt es in Herne zum zweiten Spiel der Serie. Dann könnten die Scorpions bereits das Aufstiegsfinale gegen die Selber Wölfe erreichen, den Vertreter der Staffel Süd.

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Bei den Scorpions stand Brett Jaeger wieder im Tor. Dafür fehlte Fedor Kolupaylo, der Deutsch-Russe hatte die Partie am Dienstag gegen die Crocodiles Hamburg angeschlagen verlassen und war nicht rechtzeitig fit geworden. Für ihn rückte Mike Glemser in die Sturmreihe neben Julian Airich und Mario Trabucco. Und diese Formation sorgte nach acht Minuten für die erste Chance des Spiels, als Airich wegen einer im letzten Moment verspringenden Scheibe am Schuss ins leere Tor gehindert wurde.

Bilder vom ersten Finale der Oberliga Nord zwischen den Hannover Scorpions und dem Herner EV

Hannovers Brett Jaeger im Tor geschlagen: Herne erzielt die 1:0 Führung durch Richard Mueller . Zur Galerie
Hannovers Brett Jaeger im Tor geschlagen: Herne erzielt die 1:0 Führung durch Richard Mueller . ©

Herner Führung aus dem Nichts - Linda rückt in Blickpunkt

Der Druck der Scorpions, die in der Defensive stabil standen, nahm in der Folgezeit zu. Tomi Wilenius (15.) verfehlte mit einem Rückhandschuss aus der Drehung das Tor, Victor Knaub (17.) scheiterte am Schoner von Björn Linda. Wie aus dem Nichts ging Herne fast im Gegenzug in Führung: Richard Mueller bezwang Jaeger zum 0:1 (18.).

Im Mitteldrittel rückte Linda immer mehr in den Blickpunkt und brachte die Scorpions sukzessive zur Verzweiflung. Seine Vorderleute verharrten weiter in der abwartenden Rolle und spekulierten auf Konter. In der 28. Minute fuhren sie einen ihrer seltenen Gegenangriffe, Nico Kolb versäumte jedoch die passende Gelegenheit für das Zuspiel auf den besser postierten Nebenmann. Es benötigte schon eine gemeinsame Kraftanstrengung von Knaub sowie Christoph Koziol und Christoph Kabitzky, um die Scheibe mit mehreren Versuchen irgendwie über die Linie zu drücken – Kabitzky war letztendlich der Torschütze zum 1:1 (30.).

Scorpions mit Geduld und Glück des Tüchtigen

Und endlich hatten die Scorpions den Bann gebrochen, da lagen sie 43 Sekunden später schon wieder in Rückstand – nach einem Scheibenverlust in der eigenen Zone. Nico Kolb gelang das 1:2 (31.). Bis zum Ende des Abschnitts verhexte Linda auch gegen Wilenius, Andy Reiss und Mario Trabucco sein Tor. Bei einem Schlagschuss von Patrick Schmid (40.), der seine ganze Wut in diesen Versuch zu legen schien, war der HEV-Keeper aber geschlagen – 2:2!

Und weil sich die Scorpions im Geduldsspiel üben mussten, verdienten sie sich auch zwischendurch mal das Glück – bei einer kuriosen Szene in der 44. Minute: Der Schuss von Hernes Marcus Marsall wäre im Tor gelandet, Jaeger war bereits geschlagen – Marsall traf aber den Fuß seinen Mitspielers Patrick Asselin, der gewissermaßen als Jagers Back-Up agierte. Auf der Gegenseite setzte sich das Duell Scorpions gegen Linda fort, diesmal scheiterte Koziol (46.) beim Versuch eines Lupfers mit der Rückhand.

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Dramatische Szenen in der Schlussphase

Es entwickelte sich eine dramatische Schlussphase. Dreieinhalb Minuten vor dem Ende der regulären Spielzeit traf Kolb mit einem Penaltyschuss die Querlatte des Scorpions-Tores. In der Verlängerung hämmerte Knaub die Scheibe zum 3:2-Siegtor ins Netz – und überwand Linda über dessen Schulter, die Scheibe sprang über die Latte rein. Es war die einzige Szene der Partie, in der der HEV-Keeper eine eher unglückliche Figur machte.

Tore: 0:1 (17:31) Mueller (Kolb, C. Ziolkowski), 1:1 (29:47) Kabitzky (Koziol, Knaub), 1:2 (30:30) Kolb (Mueller, C. Ziolkowski), 2:2 (39:00) Schmid (Wilenius), 3:2 (67:05) Knaub (Kabitzky, Reiss)