28. September 2019 / 19:20 Uhr

3:2! Ryan Malone lässt den VfB Lübeck beim HSV II in der Schlussminute jubeln

3:2! Ryan Malone lässt den VfB Lübeck beim HSV II in der Schlussminute jubeln

Volker A. Giering
Lübecker Nachrichten
Die Mannschaft von Rolf Landerl jubelt mit den mitgereisten Fans.
Die Mannschaft von Rolf Landerl jubelt mit den mitgereisten Fans. © Volker Giering
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Herzschlagfinale an der Hagenbeckstraße mit gutem Ende für die Landerl-Elf

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Malone wird beim HSV zum VfB-Helden

Dieser Mann hat Nerven wie Drahtseile. Erst verschoss Ryan Malone einen Handelfmeter (88.), ehe sich der Neuzugang nur zwei Minuten später erneut den Ball beim zweiten Strafstoß für den VfB Lübeck schnappte. Dieses Mal entschied sich der US-Amerikaner erfolgreich für die andere Ecke und sorgte somit für den späten, aber verdienten 3:2-Auswärtssieg im Regionalliga-Duell beim Hamburger SV II.

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"Eier? Nein, das ist einfach Mentalsache"

„Was hat der Mann für Eier? Unfassbar!“, kommentierte der Verein auf seiner Facebook-Seite den viel umjubelten Siegtreffer an der Hagenbeckstraße. „Eier? Nein, das ist einfach Mentalsache“, sagte Malone dem Sportbuzzer. „Wenn du stark bleibst, dann ist das Ding drin. Druck ist nur ein Wort.“ Das Spiel vor 750 Zuschauern war nichts für schwache Nerven: Zwei geschenkte Tore, zwei Platzverweise und schließlich der irre Auftritt von Malone. Trainer Rolf Landerl hatte mit der Formation aus der zweiten Halbzeit vom Heimspiel gegen Oldenburg begonnen, als es lief beziehungsweise seine Elf den 1:1-Pausenstand in ein 3:1 drehte. Sven Mende und Dennis Hoins kehrten in die Startelf zurück. Dafür mussten Dongsu Kim und Nicolas Hebisch auf der Bank Platz nehmen.

"Patzer-Doppelpack" schwächt VfB

Die Gäste erwischten einen perfekten Start, spielten resolut und kompakt. In der 8. Minute prüfte Florian Riedel den HSV-Torwart Julian Pollersbeck aus 25 Metern. Die Profi-Leihgabe und Europameister von 2017 konnte nur mit Mühe zur Ecke klären. Nur eine Minute später führte die zweite Ecke, von Kresimir Matovina getreten, zum 0:1. Die HSV-Abwehr konnte nicht klären und Stürmer Patrick Hobsch knallte das Leder entschlossen aus sechs Metern ins linke Eck. Danach unterlief dem Hamburger Henrik Giese ein krasser Fehlpass im Mittelfeld genau in die Füße vom wiedergenesenen Ahmet Arslan. Der Ex-HSVer versuchte es direkt aus 50 Metern, da Pollersbeck zu weit aufgerückt war. Doch der Ball landete auf dem Tornetz (23.). Der 1:1-Ausgleich fiel dann völlig aus dem Nichts. VfB-Torwart Lukas Raeder segelte nach einer Ecke von Khaled Mohssen vorbei, so dass Patrice Kabuya (29.) nur noch abstauben brauchte. Der nächste Patzer ließ indes nicht lange auf sich warten. Verteidiger Tim Weißmann spielte einem HSV-Spieler den Ball ebenfalls genau in die Füße. Nutznießer war Julian Ulbricht (32.). „Fehler, das passiert im Fußball. Wir haben weiter an uns geglaubt“, meinte Malone.

Ryan Malone schießt VfB Lübeck zum Sieg gegen den HSV II

Irres Finale an der Hagenbeckstraße! Official: Ryan Malone schießt den VfB Lübeck v. 1919 e. V. per Strafstoß zum Sieg!

Gepostet von Sportbuzzer Lübeck am Samstag, 28. September 2019

Das Spiel war plötzlich gedreht. Die bislang harmlose HSV-U21-Elf wurde völlig unnötig aufgebaut. Doch die Grün-Weißen zeigten Moral. In der 34. Minute traf Florian Riedel aus spitzem Winkel ins lange Eck zum 2:2. Es war sein erst zweiter Treffer für die Grün-Weißen im 47. Einsatz. Jetzt war der VfB wieder im Vorwärtsgang. Bis zur Pause vergaben Arslan (38.), der aufgerückte Abwehrchef und Kapitän Tommy Grupe aus dem Gewühl (39.) und abermals Arslan, der einen Freistoß an den linken Innenpfosten zirkelte (45. +1). Nach dem Seitenwechsel scheiterten Yannick Deichmann nach Vorlage von Hobsch (47.) und Arslan (51.) jeweils an Pollersbeck, bevor die Lübecker mit zunehmender Dauer abbauten. „Wir haben nicht immer gute Lösungen gefunden“, resümierte Landerl. „Wir haben den Faden verloren“, fand „Hobschi“ und ergänzte: „Trotzdem zeichnet uns aus, dass wir jederzeit ein Tor machen können.“

Zwei Platzverweise in der Schlussphase

Nach der Gelb-Roten Karte für Weißmann wegen wiederholten Foulspiels an der Strafraumgrenze an Ulbricht (80.) hätten sich andere Teams wohl mit einem Punkt zufrieden gegeben. Nicht aber die Landerl-Elf, die zum wiederholten Male in dieser Saison unter Beweis stellte, dass sie einen super Charakter hat. Selbst nicht, als Malone einen von Gentrit Limani verursachten Handelfmeter in die rechte Ecke schoss und Pollersbeck stark parierte (88.). Schon in der Vorwoche hatte er einen Strafstoß gehalten. Zum Glück zeigte Schiedsrichter Theodor Potiyenko in der Schlussminute erneut auf den Punkt nach einem dämlichen Foulspiel von HSV-Stürmer Ulbricht an Hoins. „Deswegen laufe ich als Angreifer auch nie zurück in den eigenen Strafraum“, sagte Hobsch. Malone lief erneut an, traf ins linke Eck und belohnte sich mit seinem ersten Treffer im Trikot der Grün-Weißen für seine Nervenstärke. „Hut ab, dass sich Ryan den Ball nochmal geschnappt hat. Das ist sein Selbstvertrauen“, sagte Grupe stellvertretend.

Statistik zum Spiel:

Hamburger SV II: Pollersbeck – Pinckert, Ambrosius, Giese – Geißen, Haut, Mohnsen, Limani, Schneider – Kabuya (82. Heil), Ulbricht. 

VfB Lübeck: Raeder – Riedel, Malone, Grupe, Weißmann, Matovina – Deichmann (73. Schelle), Mende, Hoins – Hobsch, Arslan (69. Hebisch). 

Schiedsrichter: Theodor Potiyenko (Hude).

Zuschauer: 750.

Tore: 0:1 Hobsch (9.), 1:1 Kabuya (29.), 2:1 Ulbricht (32.), 2:2 Riedel (36.), 2:3 Malone (FE, 90.). 

Gelbe Karten: Mohssen, Kabuya, Giese – Riedel (2) Matovina (1). 

Gelb-Rote Karte: Limani (88.) wegen Handspiels – Weißmann (80.) wegen wiederholten Foulspiels.

Regionalliga-Saison 2019/2020 VfB Lübeck

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Los ging die Saison 2019/2020 am 27. Juli 2019 mit einem 3:1-Heimsieg über den SSV Jeddeloh. Vor 2413 Zuschauern auf der Lohmühle trafen Tommy Grupe (v.l.), Ahmet Arslan und Patrick Hobsch. ©