01. März 2020 / 12:22 Uhr

3:3! Borna erkämpft in dramatischem Spitzenspiel einen Punkt. 

3:3! Borna erkämpft in dramatischem Spitzenspiel einen Punkt. 

Ingo Dießner
SPORTBUZZER-Nutzer
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Die Wyhrastädter sahen gegen den Roßweiner SV bereits wie der sichere Verlierer aus, doch zwei späte Treffer durch Jens Wagner Johannes Heisig sicherte dem Tabellenführer doch noch einen Zähler. 

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Borna. Vom absoluten Spitzenspiel in der Kreisoberliga war in der Vorberichterstattung der Lokalmedien die Rede und beide Mannschaften hielten, was nicht nur die tabellarische Situation (Erster gegen Zweiter), sondern auch deren spielerische Anlagen versprachen. Dabei habe die Partie Bornaer SV gegen den Roßweiner SV doch noch keinen entscheidenden Einfluss auf den Ausgang der Meisterschaft, so betonten die Verantwortlichen noch vor der Partie. Aber ein deutlicher Fingerzeig wäre ein Sieg schon, besonders für den BSV, der sich auch, trotz kurzfristig auftretender Personalsorgen, gleich von Beginn an engagiert ins Spielgeschehen warf. Entgegen den sonstigen spielerischen Anlagen war es mal ein Gewaltschuss, der für einen ersten freudigen Aufschrei, zumindest unter den Anhängern der Schwarz- Gelben, sorgte. Absender des Distanzschusses war Tom Haase, der das Spielgerät mit seiner linken Klebe aus gut 16 Metern auf die Reise schickte, das Leder klatschte erst an den rechten, dann an den linken Innenpfosten, um dann wieder auf das Feld zu springen. Gespielt waren noch keine drei Minuten und die Frisur war durchs Haare raufen schon im Eimer.

Aber genau in dem Tempo sollte es weiter gehen. Der Gastgeber mit der besseren Spielanlage: Immer wieder ging es schnell durchs Mittelfeld. Roßwein stellte seine körperliche Präsenz dagegen, war erst einmal zum agieren verdammt. Erste Offensivaktion der Gäste dann nach mehr als einer Viertelstunde. Vorausgegangen war ein leichtfertiger Ballverlust in der Vorwärtsbewegung des BSV. Und dann ging es mal richtig schnell, über die rechte Seite brachte Stanley Steenbeck das Spielgerät scharf vor das Tor, der heraneilende Benjamin Brambor verpasste knapp. Aber ein Gegentor hätte das Spielgeschehen auf den Kopf gestellt. Borna bis dahin deutlich besser, Roßwein wusste sich mit Mann und Maus zu verteidigen, ab und zu musste es dann auch einmal die härtere Gangart sein. Ein feiner Pass in die Tiefe zum gestarteten Nico Winkler, der nur noch von hinten für alle sichtbar vor den Beinen geholt werden konnte, nur Schiedsrichter Henrik Jahn sah das anders und zeigte Winkler Gelb für eine Schwalbe. Was für eine Fehlentscheidung, die den gesamten Spielverlauf auf den Kopf stellen sollte, denn Rot für eine Notbremse wäre hier die richtige Entscheidung gewesen. Aber nicht nur bei dieser Aktion zeigte der Schiedsrichter nicht das richtige Händchen, eine Gelbe Karte mal früher gezeigt hätte das Geschehen deutlich mehr beruhigt und die spielerisch bessere Mannschaft mehr geschützt.

Roßwein nutzt Bornaer Fehler eiskalt aus

So nach dreißig Minuten ließ der Dauerdruck des Bornaer SV langsam nach. Die in der Abwehr gutstehenden Gäste konnten sich befreien und auch offensiv Akzente setzen. Und wurden gleich belohnt: Ein langer Einwurf von der linken Seite in den Fünfmeterraum des BSV, Maximilian Welz im Tor verschätzte sich, unterlief den Ball. Nutznießer war David Renner, der sich im Kopfballduell durchsetzen konnte und zum 0:1 vollendete (39.). Der Schlag saß erst einmal, die Hausherren deutlich getroffen taumelten und wankten. Und Roßwein wusste dies gleich auszunutzen: Keine drei Minuten später, wieder ein leichtfertiger Ballverlust des BSV, Stephan Krondorf bekam den Ball zugespielt, wurde aber von der Abwehr des Bornaer SV zu inkonsequent angegriffen. Eine kleine Finte reichte, die freie Schussbahn nutzte er zu einem sehenswerten Flachschuss ins untere Eck zum 0:2 (42.). Nun war der bisherige Spielverlauf völlig auf den Kopf gestellt, der Gastgeber stand für den hohen Einsatz mit leeren Händen da, Roßwein clever und abgezockt nutzte eiskalt seine Chancen. Ein schnelles Tor für die Hausherren musste her, das war klar.

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Und der Tabellenführer war nach dem Seitenwechsel wieder da, suchte sofort wieder die Offensive. Musste aber immer wieder vor den schnellen Gegenangriffen der Gäste auf der Hut sein. Wie in der 51. Minute, als sich mal Roy Lißner aus der Distanz versuchte, Welz im Tor wusste sich aber auszuzeichnen. Der BSV ließ in seinen Bemühungen nicht nach und wurde prompt belohnt, wenn auch unter Mithilfe des Gegners. Ein schneller Angriff über rechts, Johannes Heisig brachte das Spielgerät scharf in den Strafraum, der heraneilende Yannik Richter verpasste um Zentimeter, der hinter ihm laufende Kay Lehmann bekam den Ball ans Bein und von da suchte sich das Leder den Weg ins eigene Tor zum Anschlusstreffer, Jentzsch hatte aus der kurzen Distanz keine Abwehrchance (58.). Nun sollte es mal eine Viertelstunde ungemütlich auf dem künstlichen Grün werden. Die Gangart wurde härter, einige Entscheidungen von Schiedsrichter Jahn ließen viele nur noch mit dem Kopf schütteln, die Partie schien ihm zu entgleiten. Dann ein langer Einwurf in den Strafraum des BSV, alle verpassten den Ball, Welz auf der Linie sichtlich überrascht konnte nur kurz abwehren, Tom Seydel bedankte sich und versenkte den Ball aus Nahdistanz und konnte den alten zwei Tore Abstand wiederherstellen (70.).

Doppelschlag in den Schlussminuten sichert einen Punkt

Wer nun dachte, das war’s, irrte. Borna mit eine unglaublichen Willensstärke zeigte viel Moral, glaubte noch an die Wende. Rannte immer wieder an, Roßwein verteidigte geschickt. Auch wenn die großen Möglichkeiten vorerst ausblieben, spannend und hochdramatisch sollte es bleiben. Eine Flanke in den Strafraum der Gäste bekam Krondorf an die Hand, Strafstoß.Jens Wagner verwertete sicher zum 2:3. Noch waren offiziell zwei Minuten zu spielen. Der Glaube beim BSV war merklich spürbar. Immer wieder rannte man an, Roßwein stand mit allen Spielern vorm eigenen Tor. Und dann, es lief schon die Nachspielzeit. Ein feines Pässchen von Kevin Kutzner in die Spitze, von der Seite lief Heisig ein, erkannte dabei, dass Jentzsch aus seinem Tor heraus geeilt kam und war den entscheidenden einen Schritt eher mit dem Kopf am Ball. Der Ball trudelte erst Richtung dann ins Tor. Ausgleich in der letzten Sekunde der Nachspielzeit, mehr Dramatik, mehr Spitzenspiel geht nicht. Am Ende war die Punkteteilung durchaus gerecht, auch wenn es einige Gästespieler nicht wahrhaben wollten und leider ihre vermutlich gute Kinderstube vergaßen. Für den BSV fühlte sich der späte Ausgleich fast wie ein Sieg an, hielt man die unmittelbare Konkurrenz doch auf Distanz.

Tore: 0:1 David Renner (39.), 0:2 Stephan Krondorf (42.), 1:2 Kay Lehmann (58. ET), 1:3 Tom Seydel (70.), 2:3 Jens Wagner (88. FE), 3:3 Johannes Heisig (90+2) 

Bornaer SV: Welz, Kutzner, Richter (65. Mäder), Heisig, Wagner, Haase, Wangermann, Brehmert (58. Almoussa), Aurig, Winkler, Vorwerk

Roßweiner SV: Jentzsch, Zerge, Renner, Peter, Steenbeck (87. Peschel), Seidel, Brambor (91. Haferlandt), Lißner (62. Mihalek), Lehmann, Messner, Krondorf   

Schiedsrichter: Henrick Jahn, Uwe Schönborn, Heiko Wetzig