10. Oktober 2021 / 16:31 Uhr

3:4 in Bremerhaven! Grizzlys Wolfsburg kassieren dritte Saison-Niederlage

3:4 in Bremerhaven! Grizzlys Wolfsburg kassieren dritte Saison-Niederlage

Benno Seelhöfer
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung
Mussten sich in Bremerhaven geschlagen geben: Die Grizzlys Wolfsburg.
Mussten sich in Bremerhaven geschlagen geben: Die Grizzlys Wolfsburg. © City-Press / Grizzlys Wolfsburg
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Keine weiteren Punkte für die Grizzlys Wolfsburg am Sonntag: Das Team von Trainer Mike Stewart musste sich bei den Fischtown Pinguins Bremerhaven mit 3:4 geschlagen geben.

Nach dem wilden 6:5 nach Verlängerung gegen die Augsburger Panther am Freitagabend gab's für die Grizzlys Wolfsburg am Sonntag keine weiteren Punkte. Das Team von Coach Mike Stewart musste sich bei den Fischtown Pinguins Bremerhaven mit 3:4 (1:2, 0:0, 2:2) geschlagen geben. Ausschlaggebend für die Niederlage war ein treffsicherer Jan Urbas, der seine Ladehemmungen überwand und drei Tore der Hausherren erzielte. Für Wolfsburg trafen Spencer Machacek, Tyler Gaudet und Darren Archibald. Damit setzte es die erst dritte Niederlage im elften Spiel für die Wolfsburger, eine davon (1:2 in Köln) gab's nach Verlängerung.

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Personal

Die Grizzlys plagen ohnehin viele Ausfälle - und dann kam am Sonntag noch ein weiterer dazu. Aber wenigstens fiel mit Trevor Mingoia (nicht näher definierte Unterkörperverletzung) kein weiterer Verteidiger aus, sondern ein Angreifer. Ansonsten gingen die Grizzlys mit demselben spärlichen Aufgebot in das Spiel bei den Pinguins, wie bereits am Freitag beim 6:5 n. V. gegen Augsburg. Fabio Pfohl und Sebastian Furchner halfen wieder in der Abwehr aus, im Angriff reichte es mit zehn Stürmern erneut nur für drei komplette Reihen. Es fehlten neben dem langzeitverletzten Luis Schinko weiterhin Jan Nijenhuis, Steven Raabe, Janik Möser sowie Armin Wurm und Jordan Murray, die beide noch mehrere Wochen ausfallen. Zudem gab es einen Wechsel im Tor: Chet Pickard rückte für Dustin Strahlmeier in den Kasten.

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Das Spiel

Nach einem etwas behäbigen Beginn sorgten die Grizzlys für das erste Ausrufzeichen in Bremerhaven. Nur Sekunden, nachdem Pfohl nach einem Zusammenprall mit Alexander Friesen das Eis angeschlagen verlassen musste, fuhren die Wolfsburger einen Konter: Chris DeSousa bediente Machacek zum 1:0. Ebenfalls gut: Pfohl kehrte wenig später wieder aufs Eis zurück. Doch die Führung hielt nicht lang, nach dem Treffer nahm die Intensität zu. Gerrit Fauser checkte Friesen unnötig hart an der blauen Linie, der Bremerhavener musste von einem Teamkollegen und einem Betreuer sichtlich benommen in die Kabine geführt werden, wurde später mit Verdacht auf Gehirnerschütterung ins Krankenhaus gebracht. Die Schiris entschieden nach Video-Studium der Szene auf einen "unerlaubten Körperangriff" und eine Fünf-Minuten-Strafe für den Wolfsburger.

Und die nutzte Bremerhavens Jan Urbas eindrucksvoll. Bislang plagten den eigentlichen Top-Stürmer Ladehemmungen (nur ein Saison-Tor vor dem Spiel), doch nur wenige Augenblicke nach der Strafe benötigte der Slowene lediglich 34 Sekunden für einen Doppelpack. Spiel gedreht. Extrem bitter: Beim 1:2 sprang der Puck nach einer Hereingabe Urbas' von Dominik Bittners Bein ins Tor. Und nach einem Haken von Ryan Button überstanden die Grizzlys sogar noch ein zwischenzeitliches Drei-gegen-fünf.

Das zweite Drittel startete wie Durchgang eins mit wenigen Torchancen, die Grizzlys blieben trotz des Rückstandes aber aggressiv, setzten vier, fünf harte, aber faire Checks. Nach rund zehn Minuten geschah dann wieder mehr vor den Toren, aber im Netz zappelte der Puck nicht. Ihre zwei Powerplay-Möglichkeiten (nach zwei Dritteln insgesamt drei) ließen die Wolfsburger ungenutzt, wenn es mal gefährlich vor dem Kasten von Brandon Maxwell wurde, dann über Konter. So parierte der Bremerhavener Goalie gefährliche Schüsse nach Gegenstößen von Machacek oder Björn Krupp und auch Furchner und Tyler Gaudet vergaben einen Doppelchance nach einem Konterangriff.

Nachdem die ersten beiden Durchgänge etwas behäbiger gestartet waren, ging's im dritten Drittel vom Start weg rund. Erst glichen die Wolfsburger - wieder nach einer Konter-Situation über Darren Archibald - durch das Tor von Gaudet aus. Und das in Unterzahl. Kurios: Auch das zweite Drittel begannen die Wolfsburger wegen einer Strafe mit nur vier Feldspielern auf dem Eis. Doch für ein Wolfsburger Momentum sorgte das nicht. Urbas brauchte im Anschluss keine 30 Sekunden für die erneute Führung - und somit für seinen dritten Treffer in dem Spiel.


Rund sechs Minuten vor Spielende wurde es noch mal hektisch: Furchner musste wegen angeblicher Behinderung des gegnerischen Goalies auf die Strafbank, stand aber gar nicht im Torraum. Zweieinhalb Minuten vor Schluss gab's durch ein Vier-gegen-vier noch mal viel Platz auf dem Eis. Doch die Grizzlys, bei denen mittlerweile Pfohl in den Sturm gerückt war, schlugen daraus kein Kapital. Im Gegenteil: Wieder sprang der Puck von Bittner ins eigene Tor - 2:4. Nachdem Pickard das Tor verlassen hatte, traf Wolfsburg doch noch zum 3:4 - aber das war nur noch Ergebniskosmetik.

Powerplay als Knackpunkt

Für Kapitän Furchner war der Grund der Niederlage schnell klar. Er sagte am Magentasport-Mikrofon: "Das Powerplay war der Schlüssel. Wir haben kein Tor in Überzahl geschossen, Bremerhaven hat das eiskalt ausgenutzt. Dementsprechend haben sie auch das Spiel gewonnen." Dennoch war der Stürmer, der erneut in der Verteidigung aushalf, mit dem Einsatz seines Teams zufrieden: "Wir haben alles dagelassen, da kann man auch mal erhobenen Hauptes vom Eis gehen."

Mike Stewart zeigte sich auf der Pressekonferenz nach dem Spiel nicht unzufrieden, aber auch er sah das Powerplay als Knackpunkt. "Ich glaube, wir sind gut in die Partie gekommen, wir waren nach den ersten 20 Minuten nicht unzufrieden." Und das trotz des 1:2-Rückstandes. Aber: "Die Strafen haben uns vor Probleme gestellt, Bremerhaven hat eine hohe Qualität und diese Chancen genutzt." Anschließend haben beide Teams vor allem auf Fehler des Gegners gewartet. "Wir hatten zwei Zwei-auf-eins-Situationen, die haben wir nicht genutzt. Das war schade, wir wollten ein Momentum aufbauen."

Ständig einem Rückstand hinterherzulaufen, sei "schwer" gewesen, so Stewart. "Aber die Jungs haben sich bemüht, haben viel investiert. Wir haben derzeit wenige Spieler zur Verfügung, aber die haben gut gespielt." Und eine Ausrede sei der dünne Kader ohnehin nicht, betonte der Coach.

Statistik

  • Bremerhaven: Maxwell - Alber, Dietz; Eminger, Stowasser; Kreutzer, Moore - McGinn, Vikingstad, Uher; Verlic, Jeglic, Urbas; Mauermann, Friesen, Andersen; Kinder, Wahl, Lutz.
  • Wolfsburg: Pickard - Button, Melchiori; Bittner, Pfohl; Krupp, Furchner - Machacek, DeSousa, Busch; Festerling, Gaudet, Rech; Reichel, Fauser, Archibald; Hungerecker.
  • Schiedsrichter: Kopitz/MacFarlane.
  • Zuschauer: 2650. - Strafminuten: Bremerhaven 8 / Wolfsburg 13.
  • Tore: 0:1 (11:25) Machacek (DeSousa), 1:1 (14:55) Urbas (Jeglic - 5:4), 2:1 (15:29) Urbas (Dietz/Jeglic - 5:4), 2:2 (41:51) Gaudet (Archibald - 4:5), 3:2 (42:17) Urbas (Jeglic), 4:2 (57:46) Vikingstad (Uher - 4:4), 4:3 (59:20) Archibald (Bittner - 6:5).