02. November 2020 / 21:04 Uhr

Müde Montagsnummer: Hansa Rostock punktet auf dem Betzenberg

Müde Montagsnummer: Hansa Rostock punktet auf dem Betzenberg

Christian Lüsch
Ostsee-Zeitung
Björn Rother liefert sich hier ein intensives Luftduell mit dem Lauterer Adam Hlousek (r.).
Björn Rother liefert sich hier ein intensives Luftduell mit dem Lauterer Adam Hlousek (r.). © LUTZ BONGARTS
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Im Duell zwischen dem 1. FC Kaiserslautern und Hansa Rostock fallen keine Treffer. FCK-Joker Marius Kleinsorge fliegt kurz nach seiner Einwechslung mit der Roten Karte vom Feld. 

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Gut gekämpft, Punkt verdient, alleinige Tabellenführung erobert: Der FC Hansa Rostock hat sich mit einer soliden Leistung beim 1. FC Kaiserslautern ein torloses Unentschieden gesichert. Damit ist das Team von Jens Härtel seit nunmehr sechs Spielen in Folge unbezwungen. "So richtig zufrieden bin ich mit dem Spiel nicht. Mit dem Punkt schon", urteilte der 51-Jährige.

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Der Hansa-Coach hatte seine Startformation im Vergleich zum Heimduell gegen Vikoria Köln auf zwei Positionen verändert: Für Julian Riedel, der beim 5:1 einen Platzverweis kassiert hatte und gesperrt war, kehrte Damian Roßbach die Abwehr zurück. Der 27-Jährige hatte die vergangenen drei Pflichtspiele verpasst, weil er eine Sperre abbrummen musste.

Bilder aus der 3. Liga: 1. FC Kaiserslautern - FC Hansa Rostock

Jan Löhmannsröben probiert es in dieser Szene mit einem Fallrückzieher . Zur Galerie
Jan Löhmannsröben probiert es in dieser Szene mit einem Fallrückzieher . ©

Nach seinem 45-Minuten-Einsatz und seinen beiden Treffern im Landespokal gegen Penkun (9:0), durfte Nik Omladic diesmal von Beginn an spielen. Dafür nahm Korbinian Vollmann zunächst auf der Auswechselbank Platz.

„Es ist immer ein enges Rennen. Und es sind immer Moment-Entscheidungen. Gut, wenn wir personell nachlegen können“, hatte Härtel vor dem Anpfiff erklärt.

Die vor Spielbeginn seit fünf Spielen ungeschlagenen Hanseaten waren von ihrem Coach auf einen leidenschaftlich kämpfende Kontrahenten eingestellt worden. So kam es dann auch. Das Team von Jeff Saibene kämpfte. Hansa hielt dagegen. Härtels Devise, „lauern und im richtigen Moment zuschlagen“, war sofort erkennbar.

Die Gastgeber versuchten zwar, sofort nach dem Anpfiff Druck zu erzeugen. Doch weil Hansa gut verteidigte, kamen sie nicht ins Rollen. Hansa bemühte sich, nach Balleroberungen schnellen Kombinationsfußball zu spielen. Das sah ansatzweise gut aus, führte aber in der ersten Hälfte zu keinen zwingenden Gelegenheiten vor dem Lauterer Tor. Den ersten Schuss auf das Tor gab Omladic nach 23 Minuten ab. Sein Freistoß aus 25 Metern blockte die gegnerische Mauer ab.

Die Rostocker mussten stets wachsam sein: nach einem Ballverlust von Max Reinthaler im Mittelfeld sprintete Marvin Pourie los und zog ab (30.). Sein Distanzschuss strich nur knapp links am Kasten von Markus Kolke vorbei (30.) – es war die beste Gelegenheit in der ersten Hälfte. Der FCK erhöhte den Druck, Härtels Defensive stand weiter sicher – der Strafraum war für Lautern verbotene Zone. Und so blieben dem Gegner nur Distanzschüsse. Beim Versuch von Hikmet Ciftci war Kolke zur Stelle (36.).

Bis zur Pause strahlten die Rostocker in der Offensive keine ernsthafte Gefahr mehr aus: Maurice Litkas Fernschuss verfehlte den Kasten deutlich (45.+1).

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Der Traditionsklub aus der Pfalz wollte das Montagsspiel eigentlich nutzen, um gemeinsam mit seinen Fans Fritz Walter zu ehren. Der Sohn der Stadt - Fußball-Weltmeister von 1954, Ehrenspielführer der DFB-Elf und Namensgeber des Stadions – wäre am Sonnabend 100 Jahre alt geworden. Doch daraus wurde in der geplanten Form nichts: Aufgrund der seit Montag wieder verschärften Corona-Schutzmaßnahmen fand das Flutlichtspiel unter komplettem Zuschauerausschluss statt.

Hansa drehte zu Beginn der zweiten Halbzeit deutlich auf. Die Blau-Weißen hatten jetzt mehr Ballbesitz und Zug.

Aber auch Glück: ein als Flanke geschlagener Ball von Hussein wurde immer länger und klatschte an den Pfosten des Rostocker Tors (62.). In der Schlussphase hatten die Hanseaten nach Kleinsorges Notbremse gegen Vollmann (85.) einen Mann mehr auf dem Feld, konnten aus der Überzahl aber kein Kapital schlagen. Am Ende hatten die Serie beider Klubs Bestand – die Freude der Rostocker darüber war deutlich größer.

FC Hansa: Kolke - Löhmannsröben, Reinthaler, Roßbach - Neidhart, Rother, Bahn, Butzen (65. Horn) - Omladic (75. Breier), Verhoek, Litka (70. Vollmann).
Tore: keine.
Rot: Kleinsorge (85./FCK/Notbremse).
Schiedsrichter: Tobias Schultes.

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