18. Dezember 2021 / 09:51 Uhr

"Wir können auch was": Havelses Froese will Ex-Kollegen aus Saarbrücken ärgern

"Wir können auch was": Havelses Froese will Ex-Kollegen aus Saarbrücken ärgern

Jonas Szemkus
Hannoversche Allgemeine / Neue Presse
In Saarbrücken (links) war Kianz Froese meist nur Edeljoker, beim TSV Havelse nimmt der Mittelfeldakteur eine Führungsrolle ein.
In Saarbrücken (links) war Kianz Froese meist nur Edeljoker, beim TSV Havelse nimmt der Mittelfeldakteur eine Führungsrolle ein. © Florian Petrow / imago images/Hübner
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Die Erinnerungen sind noch sehr frisch: Im Sommer wechselte Kianz Froese vom 1. FC Saarbrücken zum TSV Havelse, am Samstag (14 Uhr) kehrt er mit den Garbsenern an seine alte Wirkungsstätte zurück. Trotz Außenseiterrolle will der Kreativkopf mit dem TSV Punkte aus dem Saarland entführen.

Wenn Havelses Kianz Froese am Samstag (14 Uhr) zum Rückrundenauftakt der 3. Liga im Ludwigsparkstadion in Saarbrücken einläuft, wird es ein besonderes Gefühl sein. „Ich freue mich darauf, wieder in diesem Stadion zu spielen, vor diesen Fans“, sagt der 25-Jährige. Bis Sommer kickte er beim Traditionsklub, jetzt gibt es das erste Wiedersehen. „Es sind fast alle noch da aus meinem Team von damals“, sagt Froese, „es macht immer Spaß, gegen Freunde zu spielen.“ Die will er mit Havelse ärgern.

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Dass Froeses Kapitel in Saarbrücken im Sommer nach zwei Jahren endete, gefiel vielen dort gar nicht, für das Wiedersehen haben Fans Plakate vorbereitet. Sie haben den Kubaner ins Herz geschlossen, genau wie die ehemaligen Kollegen. Den Kontakt hält Froese eng. „Ich telefoniere regelmäßig mit Spielern von dort.“ Sie sprechen aber selten über Sportliches, die Havelser haben ohnehin nicht die schönsten Geschichte zu erzählen. „Wir reden lieber über freundschaftliche Sachen“, verrät Froese.

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"Ich bin sehr glücklich in Hannover"

Während Saarbrücken in der zweiten Saisonhälfte um den Aufstieg mitspielt, muss Havelse für den Klassenerhalt bei der Punktausbeute zulegen. Froese fühlt sich trotzdem wohl beim neuen Team. „Ich bin sehr glücklich in Hannover. Mitspieler, Manager, Trainer – ich habe zu allen einen guten Draht. Und es ist schön, dass der Coach auf mich setzt.“


Vom Edeljoker zum Chef im Mittelfeld

In Saarbrücken bezeichnete sein früherer Coach Lukas Kwasniok ihn als besten Einwechselspieler der 3. Liga. Bei Havelse ist Froese als Chef gefragt. Seine Qualität hat er nachgewiesen, auch durch zwei Tore und vier Vorlagen. Der Kubaner ist Kreativkopf im Mittelfeld, mit offensiven Stärken. Das spiegelt sich bei den Wünschen wider: „Ich hoffe, mindestens noch auf zehn Scorerpunkte zu kommen. Das war vor der Serie mein persönliches Ziel.“

Havelse kann es brauchen, um die Chance auf den Klassenerhalt zu wahren. Aktuell sind es acht Punkte Rückstand auf den ersten Nichtabstiegsplatz. Froese ist aber sicher: „Es gab genug Spiele, die wir hätten gewinnen können. Uns hat nur noch ein wenig Glück gefehlt.“ Zuletzt war auch beim 1:2 gegen Mannheim mehr drin, stattdessen kassierte der TSV kurz vor Schluss das zweite Gegentor. „Wir müssen weitermachen und weiterarbeiten“, sagt Froese kämperisch. „Klar ist Saarbrücken gut. Aber wir können auch was. Es liegt an uns.“

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Norman Quindt (Torwart, 24 Jahre): Mit seinen Paraden half er Havelse in die 3. Liga. Die Nummer eins des TSV arbeitet hauptberuflich beim Dienstleistungsunternehmen Habekost+Fichtner. ©

"Am Ende der Saison brauchen wir vermutlich 40 Punkte"

Im Hinspiel verlor Havelse knapp mit 0:1, hatte aber kaum Tormöglichkeiten. „Vielleicht eine Halbchance“, bestätigt Trainer Rüdiger Ziehl. Da sieht er die wichtigste Entwicklung seines Teams: „Wir sind im Laufe der Saison offensiv immer besser geworden. Wir werden unsere Spielanteile haben, daraus müssen wir torgefährlich werden.“ Dann gehe es um Kaltschnäuzigkeit, Abgezocktheit und darum, sich das Glück zu erkämpfen für die nötigen Punkte im Abstiegskampf.

„Am Ende der Saison brauchen wir vermutlich 40 Punkte. Da fehlen uns ein paar, das wird total schwierig“, sagt Ziehl. Aber unmöglich scheint es nicht zu sein: „Wir haben in vielen Spielen gesehen, dass wir punkten und siegen können. In Saarbrücken wollen wir anfangen, mehr Punkte zu holen als in der Hinrunde.“