27. Juni 2019 / 12:59 Uhr

Adam Straith ist Hansa Rostocks neuer Hüsing

Adam Straith ist Hansa Rostocks neuer Hüsing

Sönke Fröbe
Ostsee-Zeitung
Schwitzen für die neue Saison: Hansa-Abwehrmann Adam Straith (28).
Schwitzen für die neue Saison: Hansa-Abwehrmann Adam Straith (28). © Lutz Bongarts
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Der neue Abwehrchef von Hansa Rostock ist eigentlich auf einer Pazifik-Insel zu Hause. Er fühlt sich an der Ostsee auch deshalb auf Anhieb wohl. 

Als Adam Straith am Tag vor dem Trainingsauftakt in Rostock ankam, fühlte es sich für ihn ein bisschen wie nach Hause kommen an. „Meine Frau Monica ist vor Freude ausgeflippt, als sie den Strand in Warnemünde gesehen hat. Das hat sie an unsere Heimat erinnert“, erzählt Hansas neuer Abwehrchef. Das Paar stammt aus Kanada und ist eigentlich in Victoria auf der Pazifik-Insel Vancouver Island zu Hause. „Auch da ist man nah am Strand und am Wasser“, sagt der 28-Jährige, der von Drittligaabsteiger Lotte nach Rostock gekommen ist: „Es ist nicht schwer, sich hier wohl zu fühlen. Das haben mir schon einige ehemalige Hansa-Spieler gesagt, mit denen ich vor meinem Wechsel gesprochen habe.“

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Als 18-Jähriger nach Deutschland

Nach Deutschland kam Straith als 18-Jähriger, als er von den Vancouver Whitecaps zur U 19 von Energie Cottbus wechselte. Nach den Stationen 1. FC Saarbrücken, Wehen Wiesbaden, Fredrikstad FK (Norwegen), FC Edmonton (Kanada) und Sportfreunde Lotte ist der weit herumgekommene Verteidiger bei Hansa gelandet und soll dort die Lücke schließen, die Abwehrchef Oliver Hüsing (nach Heidenheim) hinterlassen hat. „Er hat die Messlatte sehr hoch gelegt. Meiner Meinung nach war er in den letzten beiden Jahren in der 3. Liga der Beste auf seiner Position.“

Diese Spieler haben für die Saison 2019/20 einen Vertrag beim FC Hansa Rostock (Stand: 31. Januar):

Bricht nach acht Jahren in Wiesbaden seine Zelte ab und wechselt zu Hansa Rostock: Torhüter Markus Kolke. Zur Galerie
Bricht nach acht Jahren in Wiesbaden seine Zelte ab und wechselt zu Hansa Rostock: Torhüter Markus Kolke. ©

An ihm gemessen zu werden, sei eine Herausforderung, auf die er sich freue, sagt Lottes Ex-Kapitän. Wie Hüsing sieht er sich als Führungsspieler, der „vorangeht, auf dem Platz viel redet und organisiert“, erklärt der Kanadier. „Ich bin aber nicht hierher gekommen um ihn eins zu eins zu ersetzen. Ich bin ein anderer Typ und will mein eigenes Ding machen.“

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Argentinien-Debüt gegen Maradona

Dafür bringt Straith in jedem Fall eine Menge Erfahrung mit zu seinem neuen Arbeitgeber. 43 Mal trug der Defensivspezialist das Trikot der kanadischen Nationalmannschaft, war in den Qualifikationsrunden für die Weltmeisterschaften 2014 und 2018 dabei. Zum ersten Mal lief er im Mai 2010 bei einem Freundschaftsspiel in Buenos Aires gegen Argentinien für sein Heimatland auf. „Das war ein Highlight vor mehr als 50 000 Zuschauern, obwohl wir mit 0:5 verloren haben“, erinnert er sich neun Jahre danach immer noch gerne an das Duell des von Diego Maradona trainierten Teams, das mit Stars wie Higuain, Agüero, Mascherano, Teves oder Di Maria angetreten war.

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Während seiner Zeit in Lotte herrschte zwei Jahre Funkstille zwischen Straith und der Nationalmannschaft, bis Trainer John Herdman den Rechtsfuß in diesem Frühjahr zu einem Vorbereitungscamp für den Gold Cup nach Los Angeles einlud. „Es war aber von Anfang an offen kommuniziert, dass ich nur als Backup für einen angeschlagenen Spieler dabei bin“, sagt der Hansa-Neuzugang. Mit einer Nominierung für das Turnier wurde es dann auch nichts, so dass Straith pünktlich zum Trainingsstart in Rostock war.

„Siegermentalität entwickeln“

Mit guten Leistungen bei Hansa will sich der Kanadier vielleicht noch mal für die kanadische Auswahl empfehlen. „Dafür muss ich auf einem hohen Leistungsniveau spielen, denn unser Nationalteam wird immer besser.“ Der Wechsel von Lotte nach Rostock könnte dabei hilfreich sein, meint Adam Straith: „Unser Nationaltrainer hat mir gesagt, dass das ein richtig guter Schritt ist, weil Hansa ein großer Verein ist, der immer das Ziel hat, oben mitzuspielen.“ Das ist auch der Anspruch von Straith: „Man kann nicht in Rostock spielen und mit einem Unentschieden oder einer Niederlage zufrieden sein. Wir müssen bei uns eine Spielkultur und eine Mentalität reinbringen, die es nicht erlaubt, zu verlieren.“