04. Juli 2020 / 16:14 Uhr

Ein Spiel mit zwei Verlierern: Hansa Rostock unterliegt Absteiger Chemnitzer FC

Ein Spiel mit zwei Verlierern: Hansa Rostock unterliegt Absteiger Chemnitzer FC

Christian Lüsch
Ostsee-Zeitung
Sven Sonnenberg im Duell mit dem Chemnitzer Dreifachtorschützen Philipp Hosiner (r.).
Sven Sonnenberg im Duell mit dem Chemnitzer Dreifachtorschützen Philipp Hosiner (r.). © LUTZ BONGARTS
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Kein positiver Ausgang im Saisonfinale für Hansa Rostock. Die Konkurrenz spielt nicht und selbst verlieren die Ostseestädter mit 2:4 beim Chemnitzer FC. Der CFC steigt dennoch ab.

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Der FC Hansa Rostock beendet die Drittliga-Saison auf dem 6. Tabellenplatz. Angesichts der 2:4 (0:0)-Niederlage beim Chemnitzer FC am letzten Spieltag der Saison hätten die Hanseaten ohnehin keine Chance mehr auf die Aufstiegsrelegation gehabt. Die beiden Kontrahenten Ingolstadt (2:0 bei 1860 München) und Duisburg (4:0 gegen Unterhaching) gewannen ihre Spiele.

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Nach der Chemnitzer Führung durch Philipp Hosiner (51./Foulelfmeter) hatte Daniel Hanslik (52.) ausgeglichen. Drei CFC-Treffer in Folge durch Sören Reddemann (70.) und Hosiner (86., 88.) brachten das 4:1. Erik Engelhardt verkürzte für Hansa (89.). Der für Hansa unbedeutende Treffer besiegelte den Abstieg des CFC. Durch die um zwei Treffer schlechtere Tordifferenz gegenüber Zwickau steigt der CFC in die Regionalliga ab.

Eindrücke vom Spiel in der 3. Liga: Chemnitzer FC - FC Hansa Rostock


Fans vom Chemnitzer FC versammelten sich mit Spruchband vor dem Stadion
 an der Gellertstraße. Zur Galerie
Fans vom Chemnitzer FC versammelten sich mit Spruchband vor dem Stadion an der Gellertstraße. ©

Hansa-Trainer Jens Härtel hatte in seiner Startelf vier Veränderungen vorgenommen: Nach ihrer Sperre für das Heimspiel gegen Uerdingen (1:0) kehrten Kai Bülow und Sven Sonnenberg in die Anfangsformation zurück. Von Beginn an dabei waren diesmal auch Kapitän Julian Riedel und Nikolas Nartey. Nico Rieble, am Mittwoch noch von Beginn an dabei, stand nicht mehr im Kader.

Zwar waren Zuschauer auch im elften Drittliga-Spiel nach dem Corona-Re-Start ausgeschlossen. Dennoch waren einige Hansa-Fans mit nach Sachsen gereist. Vom Stadionvorplatz aus feuerten sie ihr Team an. So laut, dass sie im Innenraum der Arena an der Gellertstraße gut zu hören waren.

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Im angesichts der brisanten Konstellation spannenden Duell waren die Rostocker das reifere Team, das von Beginn an mit mehr Ruhe und Übersicht agierte. Die erste gute Gelegenheit ergab sich nachdem Kai Bülow per Steilpass Nico Neidhart bedient hatte. Doch CFC-Torhüter Jakub Jakubov kam aus seinem Tor gestürmt und entschärfte den Schuss (13.).

Die Härtel-Elf blieb spielbestimmend. Doch wieder war Jakubov zur Stelle und parierte einen Schuss von Nikolas Nartey, der ohne gegnerische Bedrängnis im Strafraum zum Schuss gekommen war, nachdem ihn Daniel Hanslik mit einem Pass aus dem Mittelfeld auf die Reise geschickt hatte (27.).

Dass die Himmelblauen gefährlich werden können, bewies Philipp Hosiner. Nachdem sich Sonnenberg bei einem Kopfball verschätzt hatte, ergatterte der Stürmer den Ball im Hansa-Strafraum, schob ihn aber rechts am Kasten von Markus Kolke vorbei (34.). Da fehlten nur Zentimeter. Beide Teams suchten bis zur Pause ihre Chance. Gefahr kam nur noch einmal vor dem Hansa Tor auf. Doch die gut abgestimmten Hanseaten klärten die Situation.

Hansa Rostock: Die Einzelkritik zum 2:4 in Chemnitzer FC

Markus Kolke: Zur Galerie
Markus Kolke: ©

Den Beginn des zweiten Abschnitts hatten sich die Rostocker sicher anders vorgestellt. Im Zweikampf mit Sonneneberg fiel Hosiner. Während der Linienrichter Weiterspielen signalisierte, entschied Schiedsrichter Benjamin Brand auf Strafstoß. Hosiner verwandelte sicher (51.). Doch schon im Gegenzug schlug Hansa zurück. Jakubov konnte eine hohe Hereingabe nicht festhalten. Lukas Scherff war wach und netzte aus spitzem Winkel ein (52.). Der CFC protestierte, dass das Spielgerät vorher im Tor-Aus gewesen sei.

Weil Ingolstadt und Duisburg zu diesem Zeitpunkt führten, lag der Relegationsplatz für Hansa zu diesem Zeitpunkt selbst bei einem Sieg nicht mehr in Reichweite. Dennoch blieb es ein packendes Spiel, in dem beide Teams verbissen um den Sieg kämpften. Pech für Hansa, dass der Linienrichter nicht auf Ballhöhe war. Ein Schuss von Pepic war hinter der Torlinie der Chemnitzer, doch das Schiri-Gespann ließ weiterspielen. Es war jetzt der erwartet offene Schlagabtausch. Und die Gastgeber trafen erneut. Nach einem CFC-Freistoß kam Sören Reddemann zum Kopfball. 2:1 für Chemnitz (70.).

Hansa leistete sich in der Abwehr ungewohnte Schwächen, die die Himmelblauen resolut bestraften. In der wilden Schlussphase war zunächst Hosiner nach einem Eckball zur Stelle (86.), dann erneut nach einem Konter (88.). Mit einem schönen Solo besorgte der eingewechselte Erik Engelhardt im Gegenzug das 2:4 aus Sicht der Rostocker (89). Ein Ergebnis, das für die Verlierer aber auch für die Gewinner enttäuschend war.

FC Hansa: Kolke - Riedel, Reinthaler, Sonnenberg (81. Engelhardt= - Neidhart (65. Ahlschwede), Pepic, Bülow, Nartey (46. Vollmann), Scherff - Verhoek (65. Breier), Hanslik (65. Butzen).
Tore: 1:0 Hosiner (50./Foulelfmeter), 1:1 Scherff (52.), 2:1 Reddemann (78.), 3:1, 4:1 Hosiner (86., 88.), 4:2 Engelhardt (89.).

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