18. Mai 2021 / 17:47 Uhr

Hansa-Käpt’n Kolke – am Sonnabend will er feiern

Hansa-Käpt’n Kolke – am Sonnabend will er feiern

Christian Lüsch
Ostsee-Zeitung
Er weiß, was er will: Hansa-Torhüter und -Kapitän Markus Kolke.
Er weiß, was er will: Hansa-Torhüter und -Kapitän Markus Kolke. © Fotostand / Wagner
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Es ist eine Mischung aus Gelassenheit, Konzentration und gedämpfter Vorfreude, mit der der Hansa-Kapitän in die Woche der Entscheidung gestartet ist. Der 30-Jährige weiß, was er will. Am meisten freut er sich, beim Spiel der Spiele wieder vor Fans auflaufen zu können.

Bei den einen steigt beim bloßen Gedanken an den möglichen Aufstieg und das, was danach kommt, der Puls. Markus Kolke bleibt ganz cool. Er habe in der Woche relativ wenig Zeit, sich über Eventualitäten den Kopf zu zerbrechen. „Bei mir zu Hause ist viel los“, erzählt der Torhüter des FC Hansa Rostock. Der Mann hat zwei kleine Söhne: der eine zweieinhalb, der andere noch kein Jahr alt.

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Dass der kommende Sonnabend ein ganz besonderer in der Vereinsgeschichte des Koggenklubs werden könnte, blendet der Profi aus. Mit einem Sieg würden die Hanseaten nach neun Jahren endlich aus der 3. Liga aufsteigen. Auch ein Unentschieden gegen Lübeck würde reichen. Kolke sagt, er versuche das Saisonfinale gegen den VfB wie jedes andere Saisonspiel zuvor zu sehen. Wohlwissend, dass es dieser ganz große Tag werden kann – auch für ihn als Profi-Kicker. „Es ist das Schönste im Leben eines Fußballers. Am Samstagmittag will ich feiern“ – Klartext von Käpt’n Kolke.

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Vor zwei Jahren ist dem 1,87 Meter Mann schon mal der Aufstieg geglückt – damals spielte er noch beim SV Wehen Wiesbaden, der sich Ende Mai 2019 in der Relegation gegen Ingolstadt durchsetzte. Zu Zweitliga-Einsätzen gegen den Hamburger SV, den VfB Stuttgart oder den FC St. Pauli kam es für den schon damals als einen der besten Keeper der 3. Liga gefeierten Mann in der folgenden Saison aber nicht. Nach acht Jahren und trotz laufenden Vertrags entschied sich Markus Kolke, in der 3. Liga zu bleiben und an die Ostsee zu wechseln.

Nun kann und will er die Aufstiegsmission zum zweiten Mal in seiner Karriere erfüllen. Dass die Lübecker nach der 1:2-Heimniederlage gegen den FSV Zwickau unwiderruflich als Absteiger feststehen, mache die Sache für ihn und seine Mannschaftskollegen keineswegs leichter. „Ich habe am Montagabend die zweite Halbzeit des Spiels der Lübecker gesehen. Die haben jetzt gar keinen Druck mehr. Und sie werden alles geben, um sich für andere Vereine zu empfehlen.“

Der FC Hansa und seine Torhüter - eine lange Geschichte seit 2000:

Die wechselvolle(n) Geschichte(n) auf der Torhüterposition bei Hansa Rostock seit 2000. Zur Galerie
Die wechselvolle(n) Geschichte(n) auf der Torhüterposition bei Hansa Rostock seit 2000. ©

Es ist eine Mischung aus Gelassenheit, Konzentration und gedämpfter Vorfreude, mit der der Hansa-Kapitän nach zwei trainingsfreien Tagen in die Woche der Entscheidung gestartet ist. Am meisten freut er sich darauf, dass 7500 Fans im Ostseestadion sein werden, wenn er und seine Team-Kollegen Hansas die erfolgreichste Saison des vergangenen Jahrzehnts mit dem Aufstieg krönen können. „Ich sage es immer wieder: Fans gehören zum Fußball. Sie pushen Dich und sorgen dafür, dass man die letzten Prozente aus sich herausholt.“

Im Gegensatz zu einigen seiner Mitspieler hat Markus Kolke kaum Anfragen nach den begehrten, weil streng limitierten Eintrittskarten zum Spiel der Spiele erhalten. „Die meisten meiner Kumpels sind weit weg“, begründet er. Definitiv im Stadion sein wird am Sonnabend zum Spielbeginn um 13.30 Uhr seine Ehefrau Alisa, mit der er seit sieben Jahren verheiratet ist. Ihre beiden kleinen Jungs werden wohl zu Hause bleiben – Oma und Opa kommen und passen auf. Wenn alles so läuft, wie es sich Markus Kolke erträumt, wird es Samstag eine große Sause geben. Und wenn er nach Hause kommt, wird er seinen beiden Jungs eine Geschichte erzählen können. Eine mit Happy End. Eine, die man nicht vergisst.