14. März 2021 / 18:25 Uhr

So viel Aufstiegserfahrung steckt schon im Hansa-Team

So viel Aufstiegserfahrung steckt schon im Hansa-Team

Kai Rehberg
Ostsee-Zeitung
Sind mit dem 1. FC Magdeburg zweimal aufgestiegen: 2015 in die 3. Liga und 2018 in die 2. Bundesliga: Nils Butzen und Trainer Jens Härtel, beide seit 2019 bei Hansa wieder vereint.
Sind mit dem 1. FC Magdeburg zweimal aufgestiegen: 2015 in die 3. Liga und 2018 in die 2. Bundesliga: Nils Butzen und Trainer Jens Härtel, beide seit 2019 bei Hansa wieder vereint. © Foto: Imago Images
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Das Hansa-Trainerteam und zehn Rostocker Profis haben schon den Sprung nach oben miterlebt und daran mitgewirkt. Chefcoach Härtel holte mittlerweile vier seiner Aufstiegshelden aus der Zeit beim 1. FC Magdeburg an die Ostsee. Das Ziel ist klar: Mit diesem Erfahrungsschatz soll es auch für Hansa nach oben gehen.

Hansa schnuppert am Zweitliga-Aufstieg. Zum ersten Mal seit zehn Jahren. Für den Weg nach oben ist gerade im Saisonfinale Erfahrung von unschätzbarem Wert. Nicht nur die Rostocker Trainer wissen, wie‘s geht, auch eine Reihe von Profis sind aufstiegserfahren. Sportchef Martin Pieckenhagen hat in den vergangenen zwei Jahren nicht ohne Grund Spieler an Bord der Kogge geholt, die „überaus erfahren“ (Markus Kolke), „gestanden“ (Philip Türpitz) oder „maßgeblich am Aufstieg beteiligt“ (Simon Rhein) waren. Anders gesagt: Sie wissen, worauf es ankommt beim Sprung nach oben.

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Aufstiegserprobt ist besonders Hansas Trainerteam. Chefcoach Jens Härtel und sein „Co“ Ronny Thielemann stürmten mit dem 1. FC Magdeburg 2015 aus der Regionalliga in die 3. Liga und 2018 als Drittliga-Meister in die 2. Bundesliga. Ex-Profi Thielemann hatte bereits als Spieler bei Carl Zeiss Jena (Januar 2005 bis Juni 2007) den Durchmarsch von der Oberliga bis in die 2. Liga miterlebt. Auch die Co-Trainer-Kollegen durften zu ihrer aktiven Zeit feiern: Uwe Ehlers mit Hansa 1995 beim Aufstieg in die 1. Bundesliga, Torwartcoach Dirk Orlishausen gelang 2013 mit dem Karlsruher SC die sofortige Rückkehr aus Liga 3 in Liga 2.

Das sind die Marktwerte der Hansa-Profis laut dem Internetportal transfermarkt.de (Stand: 13. Oktober 2021):

Streli Mamba: 800.000 Euro (unverändert) Zur Galerie
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Härtel hat mittlerweile eine sechsköpfige „Magdeburg-Fraktion“ an die Warnow geholt, darunter mehrere seiner Aufstiegshelden. Nils Butzen hat beide Ereignisse miterlebt. Björn Rother, Philipp Türpitz als bester Scorer (17 Tore/9 Assists) und Tobias Schwede wirkten als Stammkräfte beim Erreichen von Magdeburgs Zweitliga-Premiere 2018 tatkräftig mit. Für Schwede, der 2015 mit Werder Bremen II als Regionalliga-Nordmeister in die 3. Liga geklettert war, ging es mit Aufstiegen munter weiter. Denn vom FCM wechselte er fließend weiter zum SC Paderborn, wo er wieder ein Jahr später erneut aufstieg – sogar in die 1. Liga. Er selbst kam dort allerdings nicht an, weil er 2019 zum damaligen Zweitligisten Wiesbaden und Anfang 2021 zu Drittligist Hansa weiterzog.

Doch Schwede ist nicht der einzige Spieler, der nach einem Aufstiegs-Highlight seine Glück woanders versuchte. Auch Keeper Kolke ging diesen Weg. Der Torhüter, der 2011 mit Waldhof Mannheim als Oberliga-Meister in die Regionalliga Südwest gekommen war, setzte sich 2019 mit Wehen Wiesbaden in einer dramatischen Relegation um den Zweitliga-Platz gegen Ingolstadt durch (1:2, 3:2). Doch nach den Bierduschen setzte bald Ernüchterung ein – denn der „Krake“ blieb in der 3. Liga: Sein Wechsel zu Hansa stand schon vorher fest.

Wie man die 2. Liga erreicht, wissen auch andere FCH-Profis aus eigener Erfahrung. Julian Riedel schaffte 2016 unter Trainer Pavel Dotchev gleich im ersten Jahr bei Erzgebirge Aue als Vizemeister den Sprung nach oben. Später wollten beide das auch bei Hansa wiederholen - nun lebt der Traum bei Riedel weiter.

Damian Roßbach war Stammkraft beim damaligen Drittligisten KSC, der 2019 als Vizemeister in die zweithöchste Spielklasse aufstieg. Meister im selben Jahr war der VfL Osnabrück mit Manuel Farrona Pulido. In der 2. Liga lief es für den Deutsch-Spanier dann nicht mehr so gut – das Unterhaus peilt er seit dieser Saison mit Hansa erneut an. Getreut seinem Motto „Nur wer selbst brennt, kann das Feuer in anderen entfachen“ will er auch bei den Teamkollegen die (Aufstiegs-)Flamme entzünden. Ebenso wie Simon Rhein, der den Würzburger Kickers im Vorjahr als Leihspieler maßgeblich mit in Liga zwei verhalf. Aus der 4. in die 3. Liga aufgestiegen ist neben Schwede und Roßbach (2014 mit Mainz II) auch schon Nico Neidhart (2016 mit SF Lotte).


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Wie es allerdings ist, wenn nach einer tollen Saison die Krönung versagt bleibt, haben Nik Omladic, Korbinian Vollmann und Luca Horn erlebt: Ihre Vereine scheiterten in der Relegation. Der slowenische Ex-Nationalspieler Omladic zog 2017 im Kampf um den Bundesliga-Platz mit Eintracht Braunschweig gegen den VfL Wolfsburg den Kürzeren (0:1, 0:1). Vollmann gehörte 2012/13 zur zweiten Mannschaft von 1860 München, die als Meister der Regionalliga Bayern gegen Südwest-Vertreter Elversberg den Drittliga-Aufstieg verpasste (1:1, 2:3). Und Horn musste 2019 in seiner ersten Profisaison mit ansehen, wie sein VfL Wolfsburg II in einem Drama um den Drittliga-Platz gegen Bayern Münchens Zweite auf der Strecke blieb (3:1, 1:4).

Bemerkenswert: Mit Pascal Breier, Jan Löhmannsröben, Bentley Baxter Bahn oder John Verhoek, der 2011 bei einem Sieben-Monats-Gastspiel bei Stade Rennes sogar lange auf Meisterkurs in Frankreich lag, hat der FCH zwar gestandene Haudegen in seinen Reihen. Doch eigene Aufstiege haben sie alle kurioserweise noch nicht miterlebt. Es wird Zeit.