12. Januar 2020 / 20:00 Uhr

Hansa-Coach Jens Härtel: Darum plane ich weiter mit John Verhoek

Hansa-Coach Jens Härtel: Darum plane ich weiter mit John Verhoek

Sönke Fröbe
Ostsee-Zeitung
Eine Woche bereitete Trainer Jens Härtel seine Mannschaft im türkischen Belek auf die zweite Saison-Halbzeit in der 3. Liga vor.
Eine Woche bereitete Trainer Jens Härtel seine Mannschaft im türkischen Belek auf die zweite Saison-Halbzeit in der 3. Liga vor. © Lutz Bongarts
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Nach einer Woche in Belek zieht Jens Härtel eine positive Bilanz. Der Trainer von Hansa Rostock glaubt trotz dessen enttäuschender Hinrunde weiter an das Potenzial von Stürmer Verhoek.

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Nach einer Woche in Belek zieht Jens Härtel eine positive Bilanz. „Bis auf den ersten Tag, als wir aufgrund des Wetters improvisieren mussten, haben wir alles durchziehen können, was wir uns vorgenommen haben. Mit den Spielen, den Ergebnissen und den Trainingsleistungen können wir zufrieden sein“, sagt der Trainer. Am frühen Sonntagmorgen um 7 Uhr startete der Flieger mit dem mehr als 40-köpfigen Hansa-Tross an Bord von Antalya nach Rostock-Laage, der Montag ist trainingsfrei. „Die Jungs haben gut gearbeitet und sich auch ordentlich verhalten. Jetzt können sie einen Tag durchschnaufen, dann geht es am Dienstag weiter“, erklärt Härtel. Ende der Woche stehen gegen den dänischen Erstligisten Lyngby BK (17.1.) und Regionalligist VfB Lübeck (18.1.) zwei weitere Testspiele an.

Das Trainingslager haben Sie mit dem bisherigen Personal absolviert. Neuzugänge sind trotz frei werdender Kaderplätze noch nicht in Sicht. Ist damit in den nächsten Tagen zu rechnen?
Jens Härtel: Das ist nicht meine absolute Priorität, eher so eine Nebengeschichte, über die ich mir im Moment nicht ganz so viele Gedanken mache. Ich konzentriere mich auf die Spieler, die ich habe.

Einer der Spieler, der die Erwartungen bisher nicht erfüllen konnte, ist John Verhoek. Planen sie über den Winter hinaus mit ihm?
Definitiv. Natürlich hat er Phasen, in denen es nicht so läuft – wie jeder Spieler. Aber er hat in Belek auch gute Situationen gehabt, macht hier und da auch mal eine Extraschicht. Das ist schon mal eine gute Basis. Außerdem ist er physisch in einem anderen Zustand als im Sommer, weil er die komplette Vorbereitung mitmachen kann. John hat einen Vertrag bis 2021, er hat überhaupt keinen Grund sich anderweitig umzugucken. Wir versuchen, mit dem Spieler zu arbeiten, weil er Potenzial hat. Dass er das nicht abrufen konnte, ist allen bewusst. Uns und ihm auch. Wir hoffen, dass es jetzt in die richtige Richtung geht.

Hansa Rostocks Trainer seit 2000:

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Der eigentlich als Abwehrchef verpflichtete Adam Straith ist seit Monaten nicht zum Zuge gekommen.
Jeder kann die Chance bekommen, es liegt an jedem selbst. Wir schreiben niemanden ab. Aber grundsätzlich müssen wir in puncto Neuzugänge die Augen immer offen halten. Wenn wir zum Beispiel merken, dass Kai Bülow und Nikolas Nartey nicht so schnell wie erhofft zurückkommen, müssen wir noch was machen, zumal auch Jonas Hildebrand weg ist (wechselte zu Rot-Weiß Essen/d Red.).

Bülow und Nartey konnten in Belek überhaupt nicht mit der Mannschaft trainieren. In weniger als zwei Wochen geht es mit dem Heimspiel gegen Halle weiter. Für sie dürfte es sehr eng werden, oder?
Auf jeden Fall. Der Plan war so, dass beide in Belek voll mit einsteigen und das komplette Programm mitmachen. Kai ist physisch schon auf einem ganz guten Level, aber bei Nikolas geht es gar nicht vorwärts. Kürzlich musste er einen Lauf nach fünf Minuten abbrechen, weil der Fuß wieder weh tat. In Rostock steht eine MRT-Untersuchung an, um die Ursache für die Probleme herauszufinden.

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Hansa hat bisher mäßige 27 Tore erzielt. Wie bewerten Sie die Situation in der Offensive?
Grundsätzlich haben wir genügend Spieler. Aber wenn einer auf den Markt kommt, von dem wir zu einhundert Prozent überzeugt sind, dass er uns sofort weiterhilft und in der Lage ist, in der Rückrunde zehn Tore zu machen, dann würden wir den natürlich verpflichten.

Wie groß soll der Kader sein?
Auf keinen Fall größer als 28 Spieler. Bei Erik Engelhardt hoffen wir, dass er nach seinem Kreuzbandriss Ende Februar, Anfang März zurückkommt. Das ist dann auch noch mal ein gefühlter Neuzugang, der auch zentraler Stürmer spielen könnte. Alternativen haben wir genug, die Jungs müssen halt ihre Leistung bringen. Dass sie es können, haben schon alle bewiesen. Was fehlt, ist die Konstanz, da haben alle noch Nachholbedarf. Was Kai Bülow ausgezeichnet hat: Er hat in seinen Spielen auf einem guten Niveau Konstanz gezeigt. Wenn wir das noch von ein paar mehr Spielern bekommen würden, wäre mir schon geholfen. Viel mehr als durch einen Neuzugang, der vielleicht zehn Tore schießt.