20. September 2020 / 21:30 Uhr

Hansa Rostock: Doppelpack und Hasen-Jubel

Hansa Rostock: Doppelpack und Hasen-Jubel

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Hasen-Jubel: Hansas Jan Löhmannsröben hat das 1:1 erzielt und freut sich auf seine Art. Links Pascal Breier, der zwei Mal traf.
Hasen-Jubel: Hansas Jan Löhmannsröben hat das 1:1 erzielt und freut sich auf seine Art. Links Pascal Breier, der zwei Mal traf. © foto: Lutz Bongarts
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Starker Start: Hansa Rostock dreht durch Tore von Pascal Breier und Jan Löhmannsröben das Spiel gegen Duisburg. John Verhoek fällt vorerst aus.

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Es war die Schlüsselszene in einem phasenweise rasanten Spiel. Als Bentley Baxter Bahn sich in der 56. Spielminute den Ball zum Eckball zurechtlegt, dringt Jan Löhmannsröben bis an den Duisburger Fünfmeterraum vor, steigt höher als alle anderen und wuchtet den präzise servierten Ball unwiderstehlich ins Netz. 1:1 – Hansa ist wieder im Spiel. „In diesen Kopfball habe ich alles reingelegt“, erklärt Hansas Mittelfeldmann anschließend das, was alle 7125 Zuschauer am Sonnabend im nicht ganz ausverkauften Ostseestadion gesehen hatten.

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Auch eine gute Portion „Wut im Bauch“ sei dabei gewesen, so der Neuzugang: „In der letzten Viertelstunde der ersten Halbzeit haben wir nicht unser wahres Gesicht gezeigt. Wir wollten die Saison auf jeden Fall mit einem Erfolg beginnen.“ Dafür sorgte anschließend Torjäger Pascal Breier mit seinem Doppelpack(65./75.) zum 3:1 (0:1)- Endstand gegen den hoch gehandelten MSV Duisburg.

Die Hansa-Noten zum Auftakt gegen den MSV Duisburg:

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Markus Kolke: ©

Nicht nur ein Rostocker Standardtor ist ein Ereignis mit Seltenheitswert – es war auch das erste Mal seit langem, dass Hansa ein Spiel nach einem Rückstand noch drehen konnte. „Letzte Saison ist uns das gar nicht gelungen und jetzt gleich am ersten Spieltag“, stellte ein nach der starken zweiten Halbzeit höchst zufriedener Jens Härtel fest. „Das ist eine gute Basis und zeigt, dass wir über eine gewissen Mentalität und eine Druckresistenz verfügen“, sagte der Trainer. Denn nach dem 0:1 durch Scepanik (32.) lief bei Hansa bis zur Pause zunächst gar nichts mehr zusammen. Die Spieler wurden von den enttäuschten Zuschauern mit Pfiffen in die Kabine verabschiedet.

„Die Stimmung im Stadion kippte ja komplett, da dann den Kopf wieder rauszustrecken, war nicht so einfach. Wie wir das in der zweiten Halbzeit gemacht haben – Kompliment an die Mannschaft!“, meinte Härtel nach seinem 25. Sieg als Hansa-Trainer. Das bedeutet Rang drei in der Nachwende-Rangliste, gemeinsam mit Andreas Zachhuber. Davor rangieren nur noch Frank Pagelsdorf (81 Siege) und Peter Vollmann (29).

Genau so sehr wie der Sieg selbst freute den Trainer, wie er zustande kam. „Unheimlich viel Zeit“ habe man im Training in das Üben von Standardsituationen investiert, meinte Härtel: „Das war ein großes Thema in der Vorbereitung. Standards sind exorbitant wichtig, weil du damit schnell zurück ins Spiel kommen kannst.“ Jan Löhmannsröben hat das offenbar verinnerlicht und durfte sich über sein erstes Drittliga-Tor seit April 2019 freuen. Seinen anschließenden Hasen-Jubel erklärte der 29-Jährige so: „Ein guter Hase springt nur so hoch er muss. Das war irgendwann mal in meinem Kopf, seitdem ist das mein Torjubel, und ich hoffe, dass ich den noch öfters machen kann.“

Dass Hansa nach dem 0:1 (Härtel: „Das war ein richtiger Bruch im Spiel“) noch mal so zurückgekommen ist, war auch auf das „goldene Händchen“ des Trainers zurückzuführen. Zur zweiten Halbzeit brachte er Butzen und Vollmann, die den Doppelpack von Breier dann sehenswert vorbereiteten. „Die Wechsel haben heute den Unterschied gemacht. Nils Butzen und Korbinian Vollmann waren unbelastet, konnten der Mannschaft gute Energie geben“, sagte Härtel, der in der Pause entschieden habe, „all-in“ zu gehen und sein Wechselkontingent damit schon früh ausschöpfte. Denn nach gut einer halben Stunde hatte Verhoek durch Breier ersetzen müssen. Der Niederländer, der nach vier Minuten den ersten gefährlichen Torschuss abgab, erlitt eine Muskelverletzung und fällt vorerst aus.

Nach dem Abpfiff verriet Jan Löhmannsröben, wie sich die Mannschaft in der Pause für die zweite Halbzeit gepusht hat. Es sei „ein bisschen lauter geworden“, sagte er, aber die Analyse war sachlich: „Es gibt keinen Grund, den Kopf in den Sand zu stecken. 45 Minuten alles reinhauen und dann gehen wir als Sieger vom Platz!“ So einfach ist Fußball manchmal.