09. März 2020 / 21:17 Uhr

3:0 gegen Eintracht Braunschweig: Hansa Rostock im Spielrausch

3:0 gegen Eintracht Braunschweig: Hansa Rostock im Spielrausch

Sönke Fröbe
Ostsee-Zeitung
Ein tollen Start erwischte der FC Hansa Rostock nach der Flutlicht-Pause. John Verhoek sticht hier zum 1:0.
Ein tollen Start erwischte der FC Hansa Rostock nach der Flutlicht-Pause. John Verhoek sticht hier zum 1:0. © LUTZ BONGARTS
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Nach Flutlicht- Chaos und langer Unterbrechung lässt die Härtel-Elf schwachen Braunschweigern keine Chance. Hansa Rostock trifft sogar noch dreimal das Aluminium.

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Coronavirus-Krise, Fan-Proteste, Stimmungsboykott der Ultras: Der Rahmen für Hansas Heimspiel gegen Eintracht Braunschweig war denkwürdig – und es begann mit einer peinlichen Panne: Schon nach 49 Sekunden musste die Partie unterbrochen werden. Weil zwei der Flutlichtmasten plötzlich ausfielen, schickte Schiedsrichter Sather beide Teams in die Kabinen. Wirklich nur eine technische Panne oder etwa Sabotage? Diese Frage dürfte die Hansa-Verantwortlichen noch am Abend beschäftigt haben.

Nach 20-minütiger Unterbrechung kehrten die Mannschaften zurück auf den Rasen und es wurde endlich Fußball gespielt. Und wie: Nach dem chaotischen Beginn sahen die 12 297 Zuschauer bei Nieselregen im Ostseestadion ein begeisterndes Spiel einer leidenschaftlichen auftretenden Rostocker Mannschaft. John Verhoek (3., 90.) und Daniel Hanslik (14.) machten den hochverdineten 3:0 (2:0)-Erfolg und damit den achten Heimsieg der Saison klar. Hansa liegt nun nur noch drei Punkte hinter Rang zwei.

Bilder vom Spiel aus der 3. Liga: Hansa Rostock - Eintracht Braunschweig

Kurz nach dem Anpfiff fielen zwei Flutlichtmasten im Ostseestadion aus. Die Partie war für rund 20 Minuten unterbrochen. Zur Galerie
Kurz nach dem Anpfiff fielen zwei Flutlichtmasten im Ostseestadion aus. Die Partie war für rund 20 Minuten unterbrochen. ©

Die Gastgeber nutzten die leichte Verwirrung durch die lange Unterbrechung eiskalt aus: Beim ersten Angriff setzte Nartey den vor dem Braunschweiger Tor lauernden Verhoek in Szene, und der traf aus kurzer Distanz zur Führung (3.). Der dritte Saisontreffer des Holländers im Duell der beiden Traditionsklubs, die in der Saison 2010/11 gemeinsam in die 2. Bundesliga aufgestiegen waren. Hansa-Trainer damals: Peter Vollmann, heute Sportchef der „Löwen“. Ein anderer Ex-Rostocker wurde bei jeder Ballberührung gnadenlos ausgepfiffen: Merveille Biankadi, der von Zweitligist Heidenheim an die Braunschweiger ausgeliehen ist.

Die Niedersachsen waren durch das frühe Gegentor sichtbar beeindruckt und luden Hansa in der 14. Minute förmlich zum Toreschießen ein: Hanslik setzte sich im Strafraum gegen zwei indisponierte Braunschweiger durch und versenkte den Ball zum 2:0. Opoku hatte anschließend Pech, als er einen 20-Meter-Freistoß an den Pfosten setzte (20.). Die Zuschauer waren begeistert, der Stimmungsboykott auf der Ultra-Tribüne fiel kaum ins Gewicht.

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In der 28. Minute hätte Opoku für die Vorentscheidung sorgen müssen. Doch vor den Augen von HSV-Sportchef Jonas Boldt ließ die Hamburger Leihgabe völlig frei und aus kurzer Distanz eine „Hundertprozentige“ aus. Hansa spielte gegen allerdings maßlos enttäuschende Braunschweiger dominant wie selten – einziges Manko: Zur Pause hätten die Rostocker schon mit drei oder vier Toren vorn liegen müssen.

Nach dem Seitenwechsel ließen die Gastgeber nicht locker. Verhoek und vor allem Butzen (63.) ließen aber auch jetzt Hochkaräter liegen. So konnte die Gäste weiter hoffen, vielleicht doch noch etwas aus Rostock mitzunehmen. Doch gegen eine auch in der Defensive konsequente Härtel-Elf kamen die Niedersachsen nicht durch. Stattdessen legte Verhoek mit Saisontreffer Nummer vier auf der anderen Seite noch einen nach – 3:0 (90.). Unmittelbar danach traf der eingewechselte Korbinian Vollmann zum Abschluss noch den Pfosten.

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Markus Kolke: ©

Die Begegnung war wegen des sich weiter ausbreitenden Corona-Virus’ nur in Verbindung mit Auflagen vor Zuschauern angepfiffen worden. So mussten sich die Besucher an den Eingängen die Hände desinfizieren. Hansa stellte in Absprache mit dem Gesundheitsamt sicher, dass diese Auflage erfüllt werden konnte, indem ausreichend Desinfektionsmittel zur Verfügung gestellt wurden und die Desinfektion über den Ordnungsdienst gewährleistet wurde. Weitere präventive Maßnahmen waren die Bereitstellung von Einweghandschuhen für die Ordner sowie eine verstärkte Reinigung von „Hotspots“.

Für die Mannschaft von Trainer Jens Härtel geht es am Sonntag mit dem Spiel in Zwickau weiter. Ob dann noch Zuschauer dabei sein dürfen, ist angesichts der sich zuspitzenden Coronavirus-Krise ungewiss.

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