04. Mai 2021 / 21:14 Uhr

1:1 im Topspiel: Hansa macht Mini-Schritt

1:1 im Topspiel: Hansa macht Mini-Schritt

Christian Lüsch
Ostsee-Zeitung
John Verhoek (r.) langt hier gegen den Ingolstädter Tobias Schröck zu. Hansas Niederländer sah dafür die Gelbe Karte.
John Verhoek (r.) langt hier gegen den Ingolstädter Tobias Schröck zu. Hansas Niederländer sah dafür die Gelbe Karte. © LUTZ BONGARTS
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Im Spitzenspiel der 3. Liga macht der FC Hansa Rostock einen Rückstand gegen Ingolstadt wett und erkämpft sich beim 1:1 einen Punkt. Ein wichtiger im Kampf um den Aufstieg.

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Rostock​. Dieser Punktgewinn war wichtig und könnte am Ende Gold wert sein: Der FC Hansa Rostock bleibt nach dem 1:1 (0:0) gegen den FC Ingolstadt auf einem Aufstiegsplatz. ​

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Dennis Eckert-Ayensa hatte die Ingolstädter in Führung geköpft (57. Spielminute). Hansa steckte den Rückstand aber weg und glich dank eines Treffers von John Verhoek aus (69.). Damit ist der FCH nach zehn Jahren in der 3. Liga seinem Aufstiegsziel ein kleines Stück näher gekommen.

Bilder aus der 3. Liga vom Spiel: Hansa Rostock - FC Ingolstadt


Viele Rostocker Anhänger versammelten sich vor dem Ostseestadion mit Pyrotechnik. Zur Galerie
Viele Rostocker Anhänger versammelten sich vor dem Ostseestadion mit Pyrotechnik. ©

Für die Gastgeber gab es vor dem Anpfiff eine gute Nachricht: Damian Roßbach, der sich vor zehn Tagen beim 3:2-Auswärtssieg beim SV Meppen eine große Platzwunde am Kopf zugezogen hatte, meldete sich einsatzbereit. Und Härtel setzte fast auf seine komplette Meppen-Erfolgself: Nur Nico Neidhart ersetzte nach abgesessener Gelbsperre Nils Butzen in der Startformation.

Dass für beide Mannschaften sehr viel auf dem Spiel steht, wurde von Beginn an deutlich. Denn das große Risiko gingen beide Teams zunächst nicht ein. Bis zur zwölften Minute. Dann wurde es für die Hanseaten erstmals gefährlich. Nach Flanke von Stefan Kutschke kam Filip Bilbija im Fünfmeterraum zum Abschluss. Reflexhaft riss Hansa-Keeper Markus Kolke seinen rechten Arm hoch und verhinderte den frühen Rückstand. „Unfassbar, dass er da noch rankommt. Er ist ein toller Rückhalt“, meinte Hansa-Profi Tobias Schwede, der nicht im Kader stand und das Spiel von der Tribüne verfolgte, im TV-Halbzeit-Interview bei Magenta Sport.

Auf den Tag genau 30 Jahre nachdem sich die Rostocker mit einem Sieg gegen Dynamo Dresden für die Fußball-Bundesliga qualifiziert hatten, war die Härtel-Elf wild entschlossen, gegen Ingolstadt eine Vorentscheidung im Kampf um den Aufstieg in die 2.Liga zu erzwingen. „Wir haben uns gut vorbereitet. Ich denke, wir sind gewappnet“, hatte der Coach des Tabellenzweiten Hansa (65 Punkte) vor dem Duell mit dem Dritten (63) erklärt. Zu sehen war das aber in den ersten 45 Minuten nicht.

Das lag auch daran, dass der FCI den Spielaufbau der Norddeutschen mit allen Mitteln störte. Dennoch war es ein rassiges und intensives Duell, das vom Kampfgeist und der Spannung lebte und sich vor allem zwischen den Strafräumen abspielte.

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In der Offensive zeigten die Schanzer aber mehr Initiative. Zum Glück aber auch Abschlussschwächen: erst scheiterte Bilbija an Kolke (28.) kurz darauf verfehlte Kutschke den Rostocker Kasten (30.).

Für Aufregung sorgte Hansa beim Gegner nach einem Foul von John Verhoek, der beim Versuch einen Ball weiter nach vorn zu leiten Tobias Schröck traf und dafür Gelb kassierte. Das „Rudel“ mit Profis beider Teams, dass wild diskutierte, löste sich aber schnell wieder auf.

Positiv aus Sicht des FCH war an der ersten Hälfte lediglich, dass es noch 0:0 stand. Der Schuss von Pascal Breier, der in der 43. Minute in Richtung des Ingolstädter Tors abzog, war die einzige nennenswerte Offensivaktion der Blau-Weißen.

Schwede war war dennoch guter Dinge: „Der Wille ist da. Die Gier ist da. Die Jungs werden in der zweiten Hälfte alles geben“, drückte er seinen Kollegen die Daumen. Die konnten sich trotz des Geisterspiels ohne Fans auf den Rängen der Unterstützung gewiss sein. Es müssen eine ganze Menge Anhänger des FCH gewesen sein, die ihren Herzensverein aus dem Stadionumfeld lautstark unterstützten – ihre Sprechchöre waren vor dem Anpfiff im Innenraum der Arena gut zu hören – ihre Böller und Raketen sowieso.

In Führung gingen aber die Bayern: Nach Ecke von Marc Stendera war Eckert-Ayensa im Strafraum mit dem Kopf zur Stelle. Julian Riedel und Lukas Scherff konnten ihn nicht stören (57.).

Es war ein Weckruf. Und um ein Haar wäre der Ausgleich gefallen. Ein als Flanke gedachter ball von Breier wurde immer länger und klatschte auf die Querlatte der FCI-Tors (67.). Es kam aber besser: nach feinem Pass von Nik Omladic nahm John Verhoek den Ball klasse mit in den Strafraum und legte ihn an Keeper Fabijan Buntic vorbei zum Ausgleich (69.). Der elfte Saisontreffer des Holländers – für Hansa ein immens wichtiger.

Es blieb eine Nervenschlacht mit Chancen auf beiden Seiten und beim 1:1, das für Hansa durchaus wertvoll ist.

FC Hansa: Kolke - Neidhart (86. Butzen), Riedel, Roßbach, Scherff - Löhmannsröben, Rhein (76. Rother) - Bahn - Omladic (70. Lauberbach), Verhoek, Breier (86. Türpitz).
Tore: 0:1 Eckert-Ayensa (57.), 1:1 Verhoek (69.).

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