18. August 2019 / 16:41 Uhr

Hansa Rostock im Krisenmodus

Hansa Rostock im Krisenmodus

Sönke Fröbe
Ostsee-Zeitung
Hansa-Sportchef Martin Pieckenhagen (l.) und Trainer Jens Härtel
Hansa-Sportchef Martin Pieckenhagen (l.) und Trainer Jens Härtel © Lutz Bongarts
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Es brodelt bei Hansa Rostock: Nach der dritten Saisonpleite gab es Pfiffe für die Profis und „Raus“-Rufe gegen den Sportchef. Breier hinterfragt den Trainer und die Qualität des Kaders.

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Nach dem Schlusspfiff wurde es ungemütlich für die Hansa-Profis. „Das hat mit Fußball nichts zu tun!“, skandierte der eigene Anhang am Sonnabend im Ostseestadion und forderte in Richtung Sportdirektor: „Piecke raus!“ Erst fünf Spiele sind absolviert, und der Koggenklub befindet sich bereits im Krisenmodus. Das verdiente 0:1 (0:0) gegen Sonnenhof Großaspach machte den schlechtesten Saisonstart der Rostocker Drittliga-Historie perfekt: vier Punkte, Abstiegsplatz. Hansas traditionell oft heißer Herbst findet dieses Mal schon im Spätsommer statt.

„Ich kann verstehen, dass die Leute unzufrieden sind, wenn wir so eine zweite Halbzeit spielen. Da brauchen wir gar nichts schönzureden. So kann man sich in der Liga nicht präsentieren“, sagte Trainer Jens Härtel einigermaßen konsterniert angesichts des bislang schwächsten Auftritts seiner verunsicherten Elf gegen einen ebenfalls limitierten Gegner.

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Auch was Pascal Breier nach der dritten Saisonniederlage verbal anbot, dürfte Härtel und Sportvorstand Martin Pieckenhagen kaum gefallen haben. Der Stürmer übte unverblümt Kritik an der Trainer-Entscheidung, Mirnes Pepic für das Großaspach-Spiel zu suspendieren. Der Mittelfeldmann wurde von Härtel auf die Tribüne verbannt, nachdem eine private Sprachnachricht öffentlich wurde, in der der Profi die Mannschaftsleistung im Pokal gegen Stuttgart kritisierte („Katastrophe“). „Wir brauchen den Jungen, der hat eine Riesenqualität für uns“, meinte Breier und fügte hinzu: „Da muss man dann vielleicht auch mal ein Stück weit darüber hinwegsehen.“ Härtel, für den Disziplin im den Anforderungsprofil für einen professionellen Fußballer ganz weit oben steht, sieht das natürlich anders. Pepic habe eine „rote Linie überschritten“, es liege an ihm, ob er am Freitag (in Ingolstadt) wieder dabei ist oder ob das länger dauert.“

Pascal Breier, einmal in Fahrt, legte nach und übte Kritik an der Qualität des aktuellen Kaders. Die sei nicht ausreichend, um das gesteckte Ziel – mindestens Platz fünf – zu erreichen. Das sei mit dieser Mannschaft nicht realistisch, meinte der Stürmer: „Wir mussten absolute Leistungsträger gehen lassen. Irgendwann kriegst du mal die Quittung, wenn du in deinen Kader keine Konstanz reinkriegst. Das ist seit Jahren so. Jetzt müssen wir gucken, dass wir da wieder rauskommen. Vom Charakter her ist die Mannschaft stark genug. “

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Diesen Nachweis blieben Breier und Co. gegen Großaspach allerdings weitgehend schuldig. Nach einer ansprechenden ersten Halbzeit mit guten Möglichkeiten von Startelf-Debütant John Verhoek (12.) und Nils Butzen (36.) ließ sich Hansa das Spiel völlig aus der Hand nehmen. Die Quittung: Das Siegtor für die Gäste durch einen von Julian Riedel unglücklich abgefälschten Schuss von Jonas Behounek (79.).

„Wir müssen nicht immer nach Neuzugängen rufen. Die Jungs, die da auf dem Platz waren, haben alle den Anspruch, 3. Liga zu spielen – das haben wir in der zweiten Halbzeit nicht mehr gesehen“, urteilte Trainer Härtel, auf den im Hinblick auf das Spiel am Freitag bei Tabellenführer Ingolstadt nun jede Menge Arbeit wartet. Offenbar auch im zwischenmenschlichen Bereich zwischen Trainern und Spielern: „Beide Seiten müssen jetzt zusehen. Wir müssen vielleicht einen Schritt zurück machen, die ein Stück nach vorn gehen. So dass wir uns annähern und eine Basis finden.“

Jetzt abstimmen: Welche Noten gebt ihr den Hansa-Profis nach dem Spiel gegen Großaspach?

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