16. Februar 2020 / 17:30 Uhr

Hansa Rostock: John Verhoek darf endlich wieder jubeln

Hansa Rostock: John Verhoek darf endlich wieder jubeln

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
John Verhoek (r.), freut sich über sein erstes Tor für Hansa gemeinsam mit Daniel Hanslik.
John Verhoek (r.), freut sich über sein erstes Tor für Hansa gemeinsam mit Daniel Hanslik. © FOTO: Lutz Bongarts
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John Verhoek hatte fast schon vergessen, wie sich Toreschießen anfühlt. 22 Monate nach seinem letzten Erfolgserlebnis - damals in der 2. Bundesliga für Heidenheim - schoss der Mittelstürmer Hansa Rostock am Samstag zum 1:0-Sieg bei Sonnenhof Großaspach. „Ich bin überglücklich“, gestand der Niederländer.

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Das Auf und Ab der Hansa-Kogge im neuen Jahr geht weiter. Nach dem Heimsieg über Halle, der Niederlage in München und dem Unentschieden zu Hause gegen Unterhaching feierte der Rostocker Drittligist am Sonnabend einen 1:0-Auswärtserfolg bei Sonnenhof Großaspach. Dieser Punkte-Dreier sorgte nicht nur dafür, dass sich die Mannschaft vom zwölften auf den neunten Tabellenplatz verbesserte. Der Sieg war ein besonderes Erfolgserlebnis für John Verhoek, der nach 22 Monaten glücklosen Monaten endlich seine Ladehemmung beendete. Und er war auch für Jens Härtel eine Genugtuung. Denn nach dem Verletzungs-Ausfall seines besten Torjägers Pascal Breier hatte der Hansa-Trainer Verhoek eine neue Chance gegeben. Und diese mutige Entscheidung zahlte sich aus. Denn bei seinem Startelf-Comeback machte der 30-jährige Niederländer sein mit Abstand bestes Saisonspiel.

Härtel machte deutlich, warum er dem bislang erfolglosen Stürmer erneut das Vertrauen gab. „Es ist ja nicht so, dass ich irgendetwas verschenke. Im Training zeigt der Junge sehr oft, was er für Potential hat. Diese neue Chance hat er sich also erarbeitet. Und ich hoffe natürlich, dass der Knoten jetzt bei ihm geplatzt ist.“ Dazu könnte auch beitragen, dass Verhoeks Treffer ein ganz spezieller für die Mannschaft war. „Alle Spiele, in denen er bisher von Anfang an auf dem Platz stand, hatten wir ja nicht gewonnen. Da war es schon ganz wichtig für ihn, dass man so ein Spiel auch mal gewinnt. Und wenn er dann noch den Siegtreffer macht – besser kann es ja nicht laufen“, betonte der Hansa-Coach. Zwar hatte John Verhoek auch Ende August beim 1:0-Heimsieg über Münster begonnen, war beim Siegtreffer allerdings schon ausgewechselt worden.

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Bevor es in Großaspach ein Happy-End gab, hatte es zu Beginn noch danach ausgesehen, als sollte der niederländische Stürmer weiterhin nicht vom Glück verfolgt sein. Bereits nach sieben Minuten drückte er einen Opoku-Pass über die Linie und drehte jubelnd ab. Doch Schiedsrichter-Assistent Luca Schlosser hatte an der Seitenlinie seine Fahne gehoben und damit wohl als einziger im Stadion den Hansa-Stürmer im Abseits gewähnt. Auch Jens Härtel konnte es nicht fassen: „Das passte irgendwie zu Johns bisheriger Situation in Rostock. Endlich macht er mal das Tor und dann zählt es nicht. Oft ist er an solchen Situationen schon verzweifelt. Doch diesmal ist er drangeblieben, weiter giftig gewesen und hat auf die nächste Situation gelauert.“

Die gab es in der 21. Spielminute, als Aaron Opoku erneut den Ball von rechts für Verhoek auflegte – diesmal gab es nichts zu beanstanden. Doch auch unabhängig davon gab es ein großes Trainerlob für den zuvor oft gescholtenen Stürmer: „Er war sehr präsent, ist gut angelaufen und hat viele Bälle festgemacht. Heute hat man gesehen, was er für Qualitäten hat.“ Und zu diesen Qualitäten gehörte diesmal auch, dass John Verhoek seinen Ärger über den aberkannten Treffer sofort abgeschüttelt hat: „Nur kurz habe ich gedacht: Wird das etwa wieder so ein Spiel wie in Jena, wo ich nur Latte und Pfosten getroffen habe? Aber ich habe mir dann gesagt: Du hast doch gezeigt, dass du Tore machen kannst. Und zum Glück hat es dann ja noch ein zweites Mal geklappt.“

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Glück hatte Hansa, als McKinze Gaines nach einem Konter nur den linken Innenpfosten des Hansa-Tores traf (26.). Danach waren die Rostocker weiter tonangebend und erspielten sich ein klares Chancenplus. Ihre Angriffsbemühungen schienen endlich belohnt, als Winter-Neuzugang Daniel Hanslik für einige Sekunden ebenfalls über seinen ersten Treffer im Hansa-Trikot jubelte. Doch auch dessen Freude über die vermeintliche Vorentscheidung wurde wieder durch einen Abseits-Pfiff des Schiedsrichters gestoppt.

Und so mussten die Rostocker die Schlussphase, in der Amateur-Stürmer Michel Ulrich noch zu seinem Drittliga-Debüt kam, noch überstehen – trotz dicker Chancen davor. „Wir hatten so viele Möglichkeiten, dass es schon ärgerlich war, dass wir das Spiel wieder nicht vorzeitig entscheiden konnten“, monierte Härtel. „Aber im Gegensatz zur Vorwoche haben wir es geschafft, die gegnerischen Konteransätze zu unterbinden.“

Dieser hochverdiente Sieg sollte für neues Selbstvertrauen sorgen. Denn der Rückstand zum Tabellenzweiten Ingolstadt beträgt nur noch sechs Punkte. Und der könnte am Sonnabend im direkten Duell im Ostseestadion sogar halbiert werden.

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Eindrücke vom Spiel SG Sonnenhof Großaspach - Hansa Rostock


Julian Riedel hat in dieser Szene Lufthoheit. Zur Galerie
Julian Riedel hat in dieser Szene Lufthoheit. ©

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