21. April 2021 / 21:15 Uhr

Drama in der Nachspielzeit: Hansa verpasst Sieg gegen Wiesbaden

Drama in der Nachspielzeit: Hansa verpasst Sieg gegen Wiesbaden

Sönke Fröbe
Ostsee-Zeitung
Unfassbar: In der sechsten Minute der Nachspielzeit traf der SV Wehen Wiesbaden durch Florian Carstens (l.) zum Ausgleich. der Jubel danach war groß, auch bei Keeper Tim Boss (2.v.r.). Hansas Torhüter Markus Kolke (M.) und Nils Butzen (r.) müssen schlucken.
Unfassbar: In der sechsten Minute der Nachspielzeit traf der SV Wehen Wiesbaden durch Florian Carstens (l.) zum Ausgleich. der Jubel danach war groß, auch bei Keeper Tim Boss (2.v.r.). Hansas Torhüter Markus Kolke (M.) und Nils Butzen (r.) müssen schlucken. © LUTZ BONGARTS
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Beim 1:1 gegen den SV Wehen Wiesbaden führte der FC Hansa Rostock lange und war durch die Rote Karte von Phillip Tietz in den letzten Minuten noch in Überzahl. Bittere Pille: Am Ende müssen die Ostseestädter in der sechsten Minute der Nachspielzeit dennoch den Ausgleich hinnehmen.

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Rostock. Dieses Mal hat das viel beschworene Matchglück am Ende gefehlt – ein Elfmetergeschenk reichte Hansa nicht zum Sieg. Im Spitzenspiel gegen Zweitliga-Absteiger SV Wehen Wiesbaden kamen die Rostocker am Mittwochabend nicht über ein leistungsgerechtes 1:1 (0:0) hinaus. Weil auch Verfolger Ingolstadt zeitgleich in Lübeck patzte (1:1), bleibt die Elf von Trainer Jens Härtel aber mit zwei Punkten Vorsprung vorn. Bentley Baxter Bahn hatte Hansa im Ostseestadion mit einem umstrittenen Handelfmeter in Führung geschossen (51.), in einer hektischen Schlussphase traf Florian Carstens zum Ausgleich in der Nachspielzeit (90.+6).

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„Wir hatten den Sieg schon in der Tasche und haben uns zwei Punkte wieder rausnehmen lassen“, ärgerte sich Härtel. Auch Torschütze Bahn war nach dem Fight ohne Happy End bedient und konnte sich über den einen Zähler nicht freuen: „Wenn man in der 96. Minute so ein Tor frisst, hat man auf jeden Fall zwei Punkte verloren.“

Bilder aus der 3. Liga vom Spiel: FC Hansa Rostock - SV Wehen Wiesbaden

Schied bereits nach wenigen Minuten im Spiel gegen Zwickau verletzt aus: Hansas Außenbahnspieler Tobias Schwede (r.). Zur Galerie
Schied bereits nach wenigen Minuten im Spiel gegen Zwickau verletzt aus: Hansas Außenbahnspieler Tobias Schwede (r.). ©

Das Spiel ging für Hansa schon schlecht los: Nach wenigen Minuten war die Partie für Tobias Schwede vorbei. Der Verteidiger, der anstelle des gesperrten Scherff auflief, verletzte sich ohne Gegnereinwirkung. Erste Diagnose: schwere Prellung. Für ihn kam Butzen und beackerte die linke Abwehrseite. Neben Schwede waren im Vergleich zum 1:0 bei Bayern II Roßbach (für Sonnenberg) und Bahn (für Herzog) neu in der Startelf.



Wehen Wiesbaden brauchte einen Sieg, um nicht endgültig aus dem Aufstiegsrennen zu sein. Zug zum Tor zeigten zunächst aber nur die Rostocker. Den ersten vielversprechenden Vorstoß unternahm Bahn, als er von der Grundlinie nach innen flankte, Verhoek aber nicht an den Ball kam (6.). Anschließend sorgte Rhein ansatzweise für Torgefahr: Seinen wohl als Flanke gedachten Ball lenkte Wehens Keeper Boss über die Latte (12.).

Das Geschehen spielte sich aber weitgehend zwischen beiden Strafräumen ab. Bis zur 21. Minute, als Wiesbadens Medic den Ball unbedrängt in Hansas Strafraum kontrollieren konnte, aus spitzem Winkel abzog und den Pfosten traf. Glück für Hansa, denn Kolke hatte sich vergeblich lang gemacht. Durch diese Aktion ermutigt, intensivierten die Hessen ihre Offensivbemühungen, aber zwingende Torszenen gab es danach bis zum Pausenpfiff nicht mehr – ein enttäuschendes Spitzenspiel, in dem Tabellenführer Hansa offensiv nahezu alles schuldig blieb.

Jens Härtel konnte bestenfalls mit dem Ergebnis zufrieden sein, nicht aber mit dem uninspirierten und harmlosen Auftritt seiner Mannschaft. Es wurde nicht besser, aber dann half Schiedsrichter Braun den Rostockern auf die Sprünge: Als Löhmannsröben den Ball Wiesbadens Lankford an den angelegten Arm schoss, zeigte der Referee zum Ärger der Gäste auf den Punkt. Bahn nahm das Elfmetergeschenk dankend an und versenkte den Ball sicher zum schmeichelhaften 1:0 im Netz (51.). Kurz nach dieser strittigen Situation war für Löhmannsröben Schluss: Das Geburtstagskind – er wurde am Freitagabend 30 Jahre – humpelte mit dickem Knöchel verletzt vom Platz. Später musste auch noch Verhoek angeschlagen raus.

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Nach 67 Minuten dann endlich mal eine Hansa-Chance aus dem Spiel heraus, doch Engelhardt machte aus seiner guten Schussposition zu wenig – der Ball wurde geblockt. Mit einer schönen Einzelleistung, die Mockenhaupt im Strafraum abwehrte, ließ Herzog aufhorchen (78.), aber das erlösende 2:0 wollte nicht fallen. Kolke parierte einen Freistoß von Tietz, auf der anderen Seite verpasste Engelhardt die Entscheidung für Rostock (86.).

In der Schlussphase wurde es immer hektischer. Zunächst sah Tietz Rot, und dann gelang den Gästen in Unterzahl doch noch der Ausgleich, als Carstens den Ball in der Nachspielzeit ins Tor drosch. „Zum Schluss wurde es vogelwild. Eigentlich ziehen wir solche Spiele. Bitter, dass wir das heute nicht gemacht haben“. resümierte Löhmannsröben

FC Hansa: Kolke - Neidhart, Riedel, Roßbach, Schwede (6. Butzen) - Rhein, Löhmannsröben (61. Rother) - Omladic (71. Herzog), Bahn (71. Sonnenberg), Breier - Verhoek (61. Engelhardt).
Tore: 1:0 Bahn (51./Handelfmeter), 1:1 Carstens (90. +6).
Rote Karte: Tietz (90. +4/Tätlichkeit/SVWW).

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