07. Juli 2019 / 21:51 Uhr

Hansa-Trainer Härtel: Der Konkurrenzkampf bringt uns weiter 

Hansa-Trainer Härtel: Der Konkurrenzkampf bringt uns weiter 

Christian Lüsch
Ostsee-Zeitung
Hat genaue Vorstellungen, über die Art, Fußball zu spielen: Hansa-Trainer Jens Härtel. 
Hat genaue Vorstellungen, über die Art, Fußball zu spielen: Hansa-Trainer Jens Härtel.  © LUTZ BONGARTS
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Vier Tage trainierte Fußball-Drittligist FC Hansa Rostock in Barsinghausen. Nach mehr als der Hälfte der Vorbereitungszeit berichtet Trainer Jens Härtel im Interview mit dem Sportbuzzer über den Stand der Integration der neuen Hanseaten, seine Erwartungen und die Liga-Konkurrenz.

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Sie haben elf neue Spieler im Team. Wie bewerten Sie deren Integration?
Jens Härtel: Die Integration in die Mannschaft ist sehr gut gelungen. Alle kommen miteinander gut zurecht. Das ist eine gute Basis. Bei der sportlichen Eingliederung ist der eine weiter als der andere. In diesem Bereich liegt noch Arbeit vor uns.

Welchen Charakter hat Ihr Team?
Die Mentalität der Spieler ist gut. Das war während der bisherigen Vorbereitung zu sehen. In der Umsetzung der sportlichen Vorgaben gibt es hier und da noch Potenzial. Zum jetzigen Zeitpunkt ist das aber nicht ungewöhnlich. Wir arbeiten mit den Jungs daran. Sie wollen sich verbessern.

Diese Rückennummern tragen die Spieler des FC Hansa Rostock in der Saison 2019/20:​

Hansas neuer Torhüter Markus Kolke. Zur Galerie
Hansas neuer Torhüter Markus Kolke. ©
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Welche Art Fußball wünschen Sie sich?
Wir wollen aktiv sein – mit und ohne Ball. Ich wünsche mir, dass die Spieler Lösungen finden, wenn sie attackiert werden. Ich möchte eine kompakte und unangenehme Mannschaft formen, die variabel ist.

Können noch zwei Spieler holen, wenn wir einen Bedarf erkennen"

Waren Sie mit der Einstellung der Mannschaft in den ersten drei Wochen nach dem Trainingsauftakt zufrieden?
Ja, sehr. Alle sind pünktlich und fokussiert. Sie bereiten sich vor und das Training nach. Es gibt klare Regelungen untereinander, die gut funktionieren.

Ist Ihre Mannschaft komplett, oder kommen noch Spieler dazu?
Jungs mit Qualität würden wir noch nehmen. Wir können noch zwei Spieler holen, wenn wir einen Bedarf erkennen.

Haben Sie bestimmte Spieler auf Ihrem Radar?
Ja. Wir müssen aber schauen, was realistisch ist. Spieler und ihre Berater haben auch ihre Vorstellungen. Der Prozess ist fließend und hängt von verschiedenen Faktoren ab. Die Transferperiode läuft noch eine ganze Weile. Wir werden bestimmt noch jemanden holen, wenn es passt.

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Wissen Sie schon, welche Spieler Sie zum Saisonbeginn einsetzen werden?
Mein Wunsch ist es, dass sich im Laufe der Vorbereitung eine Mannschaft heraus kristallisiert. Ein gewisses Gerüst von Spielern habe ich im Kopf. Aber es ist kein starres. Ich bin nicht der Typ der sagt ,das sind die Elf, und die bekommen mein Vertrauen für ein halbes Jahr‘. Alle haben eine Chance. Die Jungs, die zu Saisonbeginn vielleicht nicht spielen, müssen eine Motivation haben, weiter Gas zu geben und sich weiter zu verbessern.

Sehen Sie die Gefahr, dass Härtefälle entstehen, wenn Spieler ähnlich gut sein, aber nicht jeder eingesetzt werden kann?
Mir ist es lieber, mich zwischen zwei starken Spielern als zwischen ,Not und Elend‘ zu entscheiden. Konkurrenzkampf ist gut, weil er alle weiterbringt.

Hat Sie jemand von den Spielern besonders überzeugt, die Hansa aus der Regionalliga geholt hat?
Phasenweise blitzt es mal auf. Aber dann sieht man auch wieder Sachen, die nicht so gut sind.

Klingt nach Aaron Opoku.
Zum Beispiel. Es ist jetzt aber nicht an der Zeit, über jeden Einzelnen zu urteilen. Denn die Belastung war zuletzt sehr hoch. Wenn die Jungs wieder frischer sind, werden sie ein anderes Gesicht zeigen. Da bin ich mir ganz sicher.

Das Team hat in Barsinghausen den Mannschaftsrat gewählt. Aus dem Kreis dieser Spieler werden Sie den Kapitän ernennen? Welches Anforderungsprofil muss er erfüllen?
Er soll der verlängerte Arm der Mannschaft sein, mit dem ich mich austausche. Mir geht es um ein Vertrauensverhältnis zum Kapitän und zur Mannschaft, darum, offen und ehrlich zu kommunizieren – in beide Richtungen.

Sind Spieler während der Vorbereitung zu Ihnen gekommen und haben gesagt, dass sie auf dem Zahnfleisch kriechen?
Nein. Dafür haben wir Trainer einen Blick. Wenn man das mitbekommt, stellt man auch mal um und reduziert den Umfang des Trainings.

Wie bewerten Sie das Auftaktprogramm mit den Spielen gegen Victoria Köln, Halle, Bayern II und Unterhaching?
Über Dinge, die ich nicht beeinflussen kann, mache ich mir nicht so viele Gedanken. Wir wissen jetzt, gegen wen wir spielen und bereiten uns entsprechend vor.

Jens Härtel rechnet mit Ingolstadt

Viktoria Köln kommt mit dem ehemaligen Hansa-Trainer Pavel Dotchev. Ist dieses Spiel deshalb ein besonderes?
Für die Medien ist das ein Fünfer im Lotto. Darüber kann man eine Menge Geschichten schreiben. Für mich ist es relativ normal. Trainer sehen sich häufiger und in unterschiedlichen Konstellationen. Generell ist es so, dass Aufsteiger mit einer gewissen Euphorie in die Saison gehen und oft am Anfang bessere Ergebnisse erzielen. Wir spielen Zuhause und wollen gewinnen. Da ist es egal, ob Victoria Köln mit Pavel Dotchev kommt, oder ob wir gegen Magdeburg, Ingolstadt oder Duisburg spielen.

Welche Teams sind Ihre Favoriten in der 3.Liga?
Duisburg wird trotz des Umbruchs eine gute Mannschaft an den Start bringen. Ich rechne mit Ingolstadt, die eine starke Rückrunde in der 2.Liga gespielt haben, mit Magdeburg und dem HFC, der sich gute Jungs dazu geholt hat. Dazu kommen die Aufsteiger, die noch nicht so richtig einzuschätzen sind. Einige haben Spieler aus der Regionalliga geholt. Bei denen weiß man nicht, ob sie „explodieren“. Würzburg und Braunschweig sind auch interessant. Und Kaiserslautern wird nicht schlechter als in der vergangenen Saison.

Also fast alle?
Ich denke, dass zehn Mannschaften in der Lage sind, oben mitzuspielen. Für die anderen geht es darum, genügend Punkte zu sammeln. Es wird Mannschaften geben, die in der Liga bleiben wollen, aber oben mitspielen werden. Und welche, die dachten, sie könnten oben mitspielen, aber unten reinrutschen.

Sie wirkten während des Trainingslagers sehr konzentriert, haben nach jedem Training lange Gespräche mit einzelnen Spielern geführt. Was haben Sie gemacht, um mal abzuschalten?
Ich habe an einem Abend mal zwei Saunagänge gemacht. Ansonsten ist es die Phase, in der viel zu tun und zu besprechen ist. Ich habe die Gelegenheit auch genutzt und mich mit Klubchef Robert Marien zu einem längeren Gespräch zusammengesetzt.

In knapp zwei Wochen beginnt die Saison. Wie würden Sie Ihren inneren Zustand beschreiben?
Ich bin nicht total ruhig, aber auch nicht total angespannt.

Eindrücke von Tag 4 im Trainingslager des FC Hansa Rostock:

Tanju Öztürk (l.) führt den Ball gegen Pascal Breier. Zur Galerie
Tanju Öztürk (l.) führt den Ball gegen Pascal Breier. ©

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