29. November 2018 / 18:22 Uhr

Zeugwart Thiem: Hansas dienstältester Angestellter

Zeugwart Thiem: Hansas dienstältester Angestellter

Kai Rehberg
Zeugwart Andreas Thiem beim Sortieren von Spiel- und Trainingsbekleidung.
Zeugwart Andreas Thiem beim Sortieren von Spiel- und Trainingsbekleidung. © NOA
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Seit 1988 ist Andreas Thiem beim FC Hansa Rostock für Spiel- und Trainingskleidung, Schuhe und Bälle der ersten Mannschaft verantwortlich. Damit ist er der dienstälteste Vereinsangestellte. Privat ist er durch und durch Fan von Udo Lindenberg, hat zum Deutschrocker sogar privaten Kontakt.

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Er ist der dienstälteste Angestellte, den der FC Hansa zurzeit hat: Vor genau 30 Jahren hat Zeugwart Andreas Thiem beim Rostocker Fußballklub hauptamtlich angeheuert. Als „Wäschekammerverantwortlicher“ mit 570 DDR-Mark Grundgehalt + 295 Mark Leistungsprämie.

Anfänge im Nachwuchs

Angefangen hatte es noch zwei Jahre früher, als der gelernte Schweißer auf der Neptunwerft auf eine Anzeige im Hansa-Programmheft schrieb. Der Verein suchte Mannschaftsleiter für den Nachwuchs. Zwei Interessenten meldeten sich, einer davon war Thiem. Aus dem ehrenamtlichen Nebenjob, in dem er auch Reisekosten abrechnen und Spielerpässe kontrollieren musste, wurde 1988 ein hauptamtlicher. „Beim Klub zu arbeiten, damit ging für mich ein Traum in Erfüllung“, sagt der 53-Jährige. „Damals habe ich nur zwei Koffer gepackt für ein Auswärtsspiel, heutzutage sind das sechs bis acht Kisten.“

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In drei Jahrzehnten hat er Dutzende Trainer und einige hundert Spieler kommen und gehen sehen. Zu einigen hat er bis heute ein enges Verhältnis. Etwa zu Erich Rutemöller, Peter Vollmann oder Hilmar Weilandt. Die persönlichen Sternstunden liegen schon länger zurück: die letzte Nordost-Meisterschaft und der Pokalsieg 1991, der Auftritt beim großen FC Barcelona („Das Nou Camp kannte man bis dahin ja nur vom Hörensagen“), ein Trainingslager in Amerika oder die Aufstiege in die Bundesliga.

Thiem wird bis Saisonende von Alex Ogrinc vertreten

Wenn es dann wieder eine Etage tiefer ging, war das für den oftmals einzigen Rostocker im Team „ein Stich ins Herz“. „Das sind Momente, wo man sich fragt: Was hat man auch selbst falsch gemacht?“ Die neue Spielklasse bekam er auch auf dem Gehaltszettel deutlich vor Augen geführt.

Für Thiem ist jedes Spiel der Mannschaft „ein Feiertag“. Allerdings geht sein Job mit den unsichtbaren Stressfaktoren (Sieben-Tage-Woche, lange Reisen, Nachtarbeit nach Auswärtsspielen) auch an die Substanz. 2012 erlitt der Zeugwart, der zum dritten Mal verheiratet ist und zwei erwachsene Söhne hat, einen Herzinfarkt. Wenig später riss er sich die Achillessehne. Und im Frühjahr dieses Jahres musste er an der abgenutzten Wirbelsäule operiert werden. Zurzeit ist Thiem erneut krank geschrieben, als Folge eines Sturzes Anfang September. Als Vertretung wurde bis zum Saisonende Ex-Torwarttrainer Alexander Ogrinc (49) eingestellt.

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Die 20 Abgänge, die dem FC Hansa Rostock die meisten Transfer-Einnahmen brachten. ©
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Guter Draht zu Udo Lindenberg

Nicht nur in schwierigen Zeiten legt sich Andreas Thiem gern mal eine CD oder DVD von Udo Lindenberg ein. Denn was kaum jemand weiß: Er kennt den Deutsch-Rocker persönlich und hat ihn schon mehrmals privat getroffen. Nicht nur bei Konzerten, sondern auch in seiner Suite im Hamburger Hotel Atlantic, bei Weihnachtspartys oder Bootstouren. „Er hat eine ehrliche, sehr menschliche Art“, sagt Thiem über Udo. Der Nuschel-Rocker hat ihm mehrere seiner „Likörelle“ gemalt, es gab sogar mal einen persönlichen Anruf zum Geburtstag.

Hinterm Horizont geht’s weiter – das ist auch Thiems Devise. Denn bald will er wieder zurück sein im Ostseestadion, das in den vergangenen drei Jahrzehnten sein zweites Wohnzimmer geworden ist.

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