09. Dezember 2018 / 14:53 Uhr

Rostocker werden Ansprüchen nicht gerecht

Rostocker werden Ansprüchen nicht gerecht

Christian Lüsch
Ostsee-Zeitung
Er hätte vollstrecken müssen, scheiterte aber: Cebio Soukou, der  KFC-Keeper  Rene Vollath hinter sich gelassen hatte.
Er hätte vollstrecken müssen, scheiterte aber: Cebio Soukou, der KFC-Keeper Rene Vollath hinter sich gelassen hatte. © Foto:Lutz Bongarts
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Was die Kicker des FC Hansa Rostock beim Auswärtsspiel gegen den KFC Uerdingen zeigte, war insgesamt zu wenig. Die Ostseestädter kamen zwar zu guten Gelegenheiten, nutzten aber nur eine. Am Ende spiegelte die 1:2-Niederlage das Kräfteverhältnis zwischen den Team gerecht wider.

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Trotz der Niederlage beim KFC Uerdingen bleibt es dabei: Der FC Hansa hat eine gute Mannschaft. Eine sympathische Truppe mit Kämpferherz, Potenzial und großen Zielen.

Trotz vieler Erfolg versprechender Attribute droht der Traum vom Aufstieg zu platzen. Denn auch im Duell mit dem hochgehandelten Aufsteiger fehlte es den Rostockern an Abgebrühtheit vor dem Tor, am letzten Quäntchen Biss, den Gegner nicht zum Zuge kommen zu lassen, und am nötigen Glück.

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Ioannis Gelios: Zögerlich und ungenau im Spielaufbau. Gut gehalten gegen Morys (58.). Machtlos beim Gegentor. Note: 3,5 ©

Unbefriedigenes Zwischenzeugnis

Das Wichtigste, was zuletzt fehlte und das Saisonziel in immer weitere Ferne rücken lässt, ist die Konstanz. Aus dem zurückliegenden drei Partien holten die Rostocker nur einen Punkt und werden damit den eigenen Ansprüchen und denen der Fans nicht gerecht.

„Es kotzt uns alle an: Wir sind nicht grottenschlecht, haben gute Chancen, aber nutzen sie nicht“, meinte Julian Riedel nach der enttäuschenden Niederlage und machte sich auf den Weg in die Kabine. „Da wird Totengräberstimmung herrschen“, schwante dem Abwehrspieler. Gute Stimmung und Unterstützung, die das Team so sehr gebraucht hätte, gab es von 1500 Rostocker Anhängern nicht. Nach Prügelei, Polizeieinsatz und Festnahmen gab es kaum Anfeuerung.

Dass Hansas Zwischenzeugnis einen Spieltag vor der Saison-Halbzeit unbefriedigend ausfällt, weiß auch Cebio Soukou. Trotz seines siebten Saisontreffers fühlte sich der Hansa-Stürmer mies: „Wenn man viermal allein vor dem Tor steht und nur einmal trifft, ist das eine Katas­trophe. Die Niederlage geht auf meine Kappe“, sagte er.

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Uerdingen abgeklärter

„Wir sind nicht da, wo wir hätten stehen können, denn wir lassen zu viele Punkte liegen.“ meldete sich am Sonntag Klubchef Robert Marien zu Wort. Und schickt seinen Rat hinterher: „Es gilt nicht nach Ausreden zu suchen. Jeder ist gut beraten, sich zuerst immer selbst zu hinterfragen.“

Was sich hinter den Begriffen Selbstvertrauen, Abgezocktheit und Effizienz verbirgt, bekamen die FCH-Profis und 5614 Zuschauer in der Schauinsland-Reise-Arena von den Uerdingern vorgeführt. Maximilian Beister netzte zweimal eiskalt ein und nährte damit die Hoffnungen der Westdeutschen auf den Durchmarsch in Liga zwei.

„Beister hat den Unterschied ausgemacht“, meinte Hansa-Trainer Pavel Dotchev mit süßsauer Miene. Nach den jüngsten resultaten vom aufstieg zu sprechen, verbiete sich. „Das wäre unseriös. Wir haben zwei Heimspiele. Und die müssen wir gewinnen“, forderte der 53-Jährige. Die Ursache für Hansas-Ergebniskrise ist offensichtlich: liegt für den Coach auf der Hand: „Von den Chancen her waren wir ganz klar im Vorteil. Aber am Ende stehen wir mit leeren Händen da. Die Chancenverwertung ist unser Problem. Uns fehlen die Unbekümmertheit und das Selbstvertrauen.“.

In Bildern: Die Ausschreitungen vor dem Spiel zwischen dem KFC Uerdingen und Hansa Rostock


Ein Polizeieinsatz im Hauptbahnhof Duisburg. Es musste der gesamte Bahnverkehr ruhen. Zur Galerie
Ein Polizeieinsatz im Hauptbahnhof Duisburg. Es musste der gesamte Bahnverkehr ruhen. ©

Es ist wahrscheinlich das Beste, wie Cebio Soukou mit der Situation umzugehen. Der Stürmer ärgerte sich zwar über die verpassten Gelegenheiten, meinte aber auch, dass ihm uns seinen Mitspielern gar nicht so viel fehlen würde: „Wir dürfen nicht anfangen zu viel zu grübeln. Wir müssen weitermachen und wieder Spiele gewinnen.“

Nach kompletter Trainingswoche, in der Dotchev auch das Selbstvertrauen seiner Schützlinge fördern muss, erwartet der FCH am kommenden Sonnabend (Anstoß 14 Uhr) den VfR Aalen zum Heimspiel im Rostocker Ostseestadion.

Jetzt abstimmen: Welche Noten würdet Ihr den Hansa-Profis nach dem Spiel gegen den KFC Uerdingen geben?

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