06. Dezember 2020 / 15:06 Uhr

Aufwärtstrend gestoppt: Hansa Rostock verpasst Sprung auf Platz eins

Aufwärtstrend gestoppt: Hansa Rostock verpasst Sprung auf Platz eins

Christian Lüsch
Ostsee-Zeitung

Wiesbadens Torschütze Benedict Hollerbach (r.) bei einer Hereingabe gegen den Rostocker Lukas Scherff (l.).
Wiesbadens Torschütze Benedict Hollerbach (r.) bei einer Hereingabe gegen den Rostocker Lukas Scherff (l.). © LUTZ BONGARTS
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Nach zwei Siegen zuletzt muss die Härtel-Elf am Sonntag eine 1:2-Niederlage beim SV Wehen Wiesbaden hinnehmen. Hansa Rostock wird vor und kurz nach der Pause jeweils eiskalt erwischt.

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Gut gestartet, aber die Chancen nicht genutzt und bestraft worden. Der FC Hansa Rostock hat sein Auswärtsspiel beim SV Wehen Wiesbaden mit 1:2 (0:1) verloren. Damit verpasste der Koggenklub, den Sprung an die Spitze der 3.Liga, der mit einem Sieg möglich gewesen wäre.

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Die Rostocker, die zu Beginn eine halbe Stunde dominierend waren, gerieten durch den Treffer von Benedict Hollerbach in Rückstand (34.). Nach der Pause erhöhte der erst 19-Jährige (48.), ehe John Verhoek zum Anschlusstreffer einnetzte (68.).

Bilder aus der 3. Liga: SV Wehen Wiesbaden - FC Hansa Rostock

Sascha Mockenhaupt hat den Ball gegen den Rostocker Oliver Deadlow (r.) im Blick. Zur Galerie
Sascha Mockenhaupt hat den Ball gegen den Rostocker Oliver Deadlow (r.) im Blick. ©

Hansa-Trainer Jens Härtel hatte lediglich eine personelle Veränderung in der Startelf vorgenommen. Anstelle von Björn Rother, der beim 2:0-Heimsieg am Mittwoch gegen Türkgücü München verletzt ausgewechselt werden musste und zunächst auf der Bank Platz nahm, rückte Oliver Daedlow ins Mittelfeld.

Die Gäste begannen couragiert und schwungvoll. Wenn die Wiesbadener am Ball waren, machte Hansa die Räume eng und attackierte mit mehreren Spielern. Im Angriffsmodus versuchten sie, den Ball schnell vor das gegnerische Tor zu befördern. So ergab sich schon nach vier Minuten die erste Chance: Maurice Litka wurde mit einem Diagonalpass in den Strafraum geschickt, brachte den Ball aber zu spät unter Kontrolle knapp. Die Ostseestädter hatten mehr Ballbesitz und brachten mehr zustande, als der Zweitliga-Absteiger. Einziges Manko: der Ball landete nicht im Tor. Erst wurden die Schüsse von Korbinian Vollmann (16.) und John Verhoek (18.) abgeblockt. Dann verpasste Lukas Scherff, der bei einem Freistoß von Litka am langen Pfosten gelauert hatte (23.). Härtel munter von der Seitenlinie auf und feuerte seine Schützlinge an und lobt gute Aktionen.


Hansa machte das Spiel, Wiesbaden das Tor: Nach Fehlpass von Jan Lohmannsröben kam Sven Sonnenberg nicht mehr zum Zug. Dann zog Benedict Hollerbach, der in den Strafraum durchgelaufen war, aus 12 Metern ab - Markus Kolke war chancenlos, Hansa kalt getroffen (34.).

"Wir sind auf das Lockvogel-Angebot reingefallen", kommentierte Co-Trainer Ronny Thielemann während des TV-Halbzeit-Interviews.

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Hansas Rhythmus war durch den Gegentreffer nachhaltig gestört. Bis zur Halbzeit ging an diesem grauen zweiten Adventssonntag fast nichts mehr für den FCH. Die Wiesbadener dominierten und hatten durch Hollerbach und Paterson Chato noch vor der Pause zwei gute Gelegenheiten. Kolke war beide Male glänzend zur Stelle (43. und 44).

Härtel brachte mit Manuel Farrona Pulido einen fischen Offensivspieler. Die Hoffnung zum schnellen Ausgleich zu kommen erfüllte sich jedoch nicht. Wiesbaden konterte Hansa aus. Bei einem Angriff über die linke Seite verlor Sonnenberg sein Laufduell. Hollerbach war wieder eingelaufen - 0:2 (48.). Unglücklicher hätte die zweite Halbzeit nicht beginnen können.

Die Hanseaten brauchten eine Weile, bis sie sich gegen die nun selbstsicher spielenden Wiesbadener fingen. Nach schöner Vorarbeit von Farrona Pulido nährte John Verhoek mit seinem fünften Saisontreffer den Glauben, dass Hansa am Nikolaustag wenigstens noch einen Punkt aus Wiesbaden mitnehmen könnten. In einer hart umkämpften und spannenden Schlussphase hatte die Härtel-Elf weitere Möglichkeiten. nach Vollmann-Flanke kamen Verhoek und Farrona Pulido nicht an den Ball (79.). Dann drosch Vollmann einen Volleyschuss aus Nahdistanzknapp vorbei (84.). Die Rostocker warfen alles nach vorn, als wollten sie den Ball ins Tor tragen. Der Ausgleich lag in der Luft, als Farrona Pulido sich durch den Strafraum arbeitete und dann auf Riedel ablegte. Der schickte den Ball ins Aus. So endete der bittere Tag für den FC Hansa.

FC Hansa: Kolke - Löhmannsröben (53. Rother), Sonnenberg, Riedel - Neidhart, Daedlow (66. Horn), Bahn, Scherff - Vollmann, Verhoek, Litka (46. Farrona Pulido).
Tore: 1:0, 2:0 Hollerbach (41., 48.), 2:1 Verhoek (68.).

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