27. November 2021 / 16:09 Uhr

Moral nicht belohnt: TSV Havelse verliert gegen 1860 München

Moral nicht belohnt: TSV Havelse verliert gegen 1860 München

Jonas Szemkus
Hannoversche Allgemeine / Neue Presse
Havelses Niklas Tasky im Zweikampf mit 1860-Stürmer Sascha Mölders.
Havelses Niklas Tasky im Zweikampf mit 1860-Stürmer Sascha Mölders. © Debbie Jayne Kinsey
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Start verpennt, Aufbäumen nicht belohnt: Der TSV Havelse ging im gefühlten Auswärtsspiel gegen den TSV 1860 München leer aus. Es fehlte dem Tabellenletzten gegen den Traditionsverein an Glück und an Abgezocktheit. 

Engagement und Kampf stimmten einmal mehr beim TSV Havelse, zumindest nach einer schwachen Startphase. Doch wieder gab’s dafür keine Punkte. Der Drittliga-Zwerg verlor vor 1343 Zuschauern mit 2:3 gegen Traditionsklub 1860 München. 

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Das Heimspiel in der HDI-Arena fühlte sich allerdings fast wie ein Auswärtsspiel an. Aus München (!) waren nicht viel weniger Fans angereist als aus Hannover. Und lauter waren die Auswärtsreisenden allemal. Das dürfte allerdings nicht der Grund gewesen sein, dass Havelse die Startphase verpennte. „Die war einfach schlecht von uns, viel zu passiv“, urteilte Stürmer Julius Düker, der gelbgesperrt nicht auf dem Platz stehen durfte und als Experte aushalf. Und weil seine Mitspieler auch „nicht eng genug dran waren“ an den Löwen, gingen die bereits in der 8. Minute in Führung. Viel zu einfach: Richard Neudecker überlief locker die rechte Abwehrseite, die scharfe Hereingabe grätschte TSV-Kapitän Tobias Fölster ins eigene Tor. Dahinter wäre allerdings auch 1860-Sturmstar Sascha Mölders einschussbereit gewesen. „1860 war einfach griffiger“, fand da auch TSV-Trainer Rüdiger Ziehl.

Bilder vom Drittligaspiel des TSV Havelse gegen den TSV 1860 München

Bilder vom Drittligaspiel des TSV Havelse gegen den TSV 1860 München Zur Galerie
Bilder vom Drittligaspiel des TSV Havelse gegen den TSV 1860 München ©

Havelse im Pech - aber auch ohne Cleverness

Havelse fing sich, hatte dann aber auch Pech. Als Linus Meyer Zentimeter vorm Strafraum nach einer Berührung von Semo Belkahia fiel, ließ der Schiri weiterlaufen. Diskutabel. Es wäre eine Notbremse gewesen „Es gab einen klaren Kontakt, er räumt mich an der Hüfte komplett ab“, schilderte Meyer später. „Das war ein Gamechanger. Das war sehr bitter.“ Denn während Havelse noch ungläubig war wegen der Entscheidung, machten die Löwen das Spiel schnell - und nur 20 Sekunden nach dem ausgebliebenen Pfiff das zweite Tor. Stefan Lex marschierte links durch, Marcel Bär köpfte freistehend ein - und Torwart Norman Quindt war zurecht stinksauer. 


Der Havelser Schlussmann hatte zwar erneut einen richtig guten Tag erwischt, war bei den Gegentoren aber machtlos. Dafür sorgte er übers Spiel verteilt mit vier, fünf ganz starken Szenen im Eins-gegen-Eins, dass die Partie nicht früher entschieden war. Auch gegen Sturmstar Mölders (34.), dessen Schuss er per Reflex hielt. Der Nachschuss landete an der Latte.

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Plume trifft den Innenpfosten

Die Pause kam zur richtigen Zeit und Havelse viel besser aus der Kabine. Der 1:2-Anschlusstreffer war dennoch ein wenig überraschend. Einer tolle Freistoßvariante von Leon Damer und Kianz Froese brachte eine Ecke ein. Diese Damer-Hereingabe köpfte Noah Plume an den Innenpfosten, Yannik Jaeschke staubte cool ab (51.). Es dauerte keine fünf Minuten, bis der alte Abstand wieder hergestellt war. Mölders schirmte den Ball nach einer Hereingabe gut ab und legte zurück auf den umtriebigen Merveille Biankadi, der den Ball mit der Innenseite unhaltbar reinlöffelte. 

Danach war’s erneut Quindt, der Havelse im Spiel hielt. Und erneut Jaeschke, der den Havelser Anschlusstreffer erzielte (85.) Es war sogar die gleiche Freistoß-Variante wie zuvor gewesen. Der freigespielte Froese legte im Sechzehner rechts von der Grundlinie zurück, Jaeschke traf mit links. 

Havelse mühte sich, aber gelang danach leider nicht. Eine Pleite, die Mut machen kann wegen des Engagements. Aber das reicht dem Drittliga-Schlusslicht nicht mehr. Havelse braucht endlich Punkte. Trainer Ziehl betont: „Ich wünsche mir, das diese Moral und der Mut der zweiten Halbzeit über 90 Minuten funktioniert. Dann können wir auch punkten!“