16. Mai 2020 / 09:04 Uhr

30 Jahre FC Bad Lausick: Die Kurstädter feiern das Triple im Bezirkspokal

30 Jahre FC Bad Lausick: Die Kurstädter feiern das Triple im Bezirkspokal

Hans-Peter Weiske
Leipziger Volkszeitung
Die Kicker des FC Bad Lausick (gelbe Trikots) spielten im Pokal wieder groß auf, hatten aber in der Liga zu kämpfen
Die Kicker des FC Bad Lausick (gelbe Trikots) spielten im Pokal wieder groß auf, hatten aber in der Liga zu kämpfen © Klaus Dieter Gloger
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Zu Beginn des neuen Jahrtausends feierte der FC Bad Lausick eine wohl einmalige Erfolgsserie und gewann drei Mal in Folge den Bezirkspokal. Ein vierter Triumph blieb Ihnen nach der 1:3-Finalniederlage gegen die Kickers Markkleeberg verwehrt. 

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Bad Lausick. Mit dem Titel „Pokalsieger 2000“ geschmückt, begann für die Fußballer des FC Bad Lausick die Spielzeit 2000/2001 erneut mit einem Freilos im Bezirkspokal. Wie später zu hören war, stellte dies keinesfalls einen Bonus für den Champion dar. Die zweite Hauptrunde führte den FC zu einem alten Bekannten nach Leipzig-Lindenau – zur später mit Fortschritt West vereinigten SpVgg Leipzig. Nach dem klaren 4:1 wartete dann im Landespokal mit dem FSV Zwickau ein ebenso namhafter wie überlegener Gegner, der vor rund 500 Zuschauern mit 3:0 die Oberhand behielt.

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Im Achtelfinale des LFV-Pokals ging die Reise zur TSV 1886 Markkleeberg. Auch dies war ein Gegner, der den FC auf seiner Sportanlage „Möncherei“ schon öfters alles andere als eine klösterliche Einkehr beschert hatte. Das knappe 3:2 stand bereits nach 62 Minuten fest, doch in den letzten Minuten kroch der FC in doppelter Unterzahl (Tramp und Lippmann sahen Gelb-Rot) gegen einen wild anrennenden Gegner auf dem Zahnfleisch ins Ziel. Noch enger wurde das Viertelfinalspiel beim – man mag es kaum glauben – SV Groitzsch. Der damals in der Bezirksklasse agierte, sich allerdings auch einmal den Luxus erlaubte, in der Kurstadt mit Nichtantritt zu „glänzen“. 0:0 hieß es nach 90 und auch nach 120 Minuten, das notwendige Elfmetermeterschießen sah die Kurstädter mit 4:2 erfolgreich.

2001: Finalsieg gegen den SV Tresenwald

Auch das Halbfinale brachte kein Losglück, erneut ging es in die Fremde. Gastgeber Lipsia Eutritzsch, damals von späterer Meisterschaft und Landesliga weit entfernt, lud zur Maifeier – den 1:0-Erfolg des FC Bad Lausick konnte er aber nicht verhindern. Zum dritten Mal in Folge standen die Lausicker im Finale und diesmal war ihnen das Losglück hold und bescherte dem FC ein Finale daheim. Gegner war, auch dies ein Novum, wie ein Jahr zuvor erneut der inzwischen in die Bezirksliga aufgestiegene SV Tresenwald. Für die richtige Stimmung sorgte SV-Trainer Dieter Gosch, der nicht müde wurde zu behaupten, es sei eine Frechheit auf einem der schlechtesten Plätze der Region ein Endspiel bestreiten zu müssen.



Ein leichtes, wenn man einen überteuerten Sportkomplex samt „Einkauf“ einer Reihe von namhaften Spielern vorgesetzt bekommt, während andere Vereine mit weitaus geringeren Mitteln auskommen mussten. Die Quittung bekam er in Form einer erneuten Endspielniederlage und einem Stück des schlechten Rasens überreicht. Der FC Bad Lausick gewann 2:1 und schaffte damit als zweite Mannschaft nach dem 1.FC Lok Leipzig II das Kunststück, drei Jahre hintereinander den Bezirkspokal zu holen. Keiner konnte ahnen, dass in 12 Monaten an gleicher Stelle die Kurstädter sogar zum vierten Mal im Endspiel stehen würden.

Elfmeter-Krimi im Muldentalderby bei Eintracht Sermuth

Runde eins sah den FC im nordsächsischen Pehritzsch auflaufen. Eine stimmungsvolle Kulisse bildete den Rahmen für ein spannendes Match, das der FC mit 2:1 gewann. Der SV Belgern wurde auf eigenem Platz mit 5:2 bezwungen, im Landespokal machte man mit dem nächsten Hochkaräter Bekanntschaft. Der Chemnitzer FC gab sich die Ehre, 800 Zuschauer sahen einen klaren 8:0-Erfolg. Förmlich überrollt wurden die Kassierer, weil die CFC-Fans sich um die Programmhefte prügelten. Statt des zur Eintrittskarte gehörenden einen Heftes wurden gleich mal zehn verlangt.

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Im Achtelfinale ging die Reise zum Lieblingsgegner Nordwest Leipzig, ein knappes 1:0 brachte im Viertelfinale ein Heimspiel gegen den FSV Krostitz. Ein erstaunlich deutliches 4:0 ebnete den Weg ins Halbfinale und dies sah ein echtes Muldentalderby des FC bei Eintracht Sermuth. Tore sahen die Zuschauer in 120 Minuten keine, das Elfmeterschießen wurde mit 4:1 zur deutlichen Sache für die Lausicker.

Bitter: Finalniederlage und Abstieg

Zum vierten Mal im Endspiel, ein Sieg und ein neuer Rekord wäre aufgestellt wurden. Doch der Punktspielalltag der Kurstädter hatte sich eingetrübt, zusammen mit Geithain und Borna kämpfte die Mannschaft um jeden Punkt für den Klassenerhalt. Zudem kam mit Kickers Markkleeberg die Mannschaft der Saison nach Bad Lausick. Mit 3:1 setzten sich die Gäste durch, holten wenig später auch die Meisterkrone, hatten im Winter auch den Titel Hallenmeister des LFV (ein Wettbewerb der lange Jahre wunderbare Turniere sah) eingefahren.

Die Kurstädter mussten einige Wochen später, nach einem 3:5 gegen Krostitz auf eigenen Platz, die Segel streichen – wurden dabei aber auch ein Opfer des ziemlich einmaligen Vorgangs, dass Spieler des Tabellenzweiten Tresenwald vor dem Spiel in Borna streikten und so der BSV zu einem unerwarteten 1:0 kam. Und damit, es gab nur zwei Absteiger, vor den Lausickern ins Ziel kam. Doch auch wenn die Spielklasse nicht gehalten werden konnte: die Kurstädter Pokal-Ära war noch lange nicht am Ende.

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