26. November 2020 / 21:46 Uhr

300. Bundesliga-Sieg für Wolfsburg? Da kommt Werder genau richtig

300. Bundesliga-Sieg für Wolfsburg? Da kommt Werder genau richtig

Marcel Westermann
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung
Der nächste Meilenstein? Gegen Werder Bremen kann der VfL Wolfsburg am Freitag seinen 300. Liga-Sieg feiern.
Der nächste Meilenstein? Gegen Werder Bremen kann der VfL Wolfsburg am Freitag seinen 300. Liga-Sieg feiern.
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Der VfL Wolfsburg steht vor seinem 300. Sieg in der Fußball-Bundesliga. Dafür kommt das Spiel am Freitagabend gegen Werder Bremen genau zum richtigen Zeitpunkt.

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Wenn es darum geht, Negativ-Serien zu beenden oder Meilensteine zu erreichen, war Werder für den VfL schon öfter ein gern gesehener Gegner. Da passt es nur zu gut, dass der Wolfsburger Fußball-Bundesligist am Freitagabend (20.30 Uhr) Werder in der VW-Arena zu Gast hat. Denn dann hat die Mannschaft von Trainer Oliver Glasner die Möglichkeit, ihren 300. Sieg im Oberhaus zu feiern!

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299 Erfolge hat der VfL in seiner 23-jährigen Bundesliga-Zugehörigkeit schon bejubeln dürfen. Da waren deutliche Siege genauso dabei wie enge, spektakuläre, hart umkämpfte - aber auch schmeichelhafte. Nun bietet sich den Wolfsburgern gegen Bremen die Gelegenheit, die Marke von 300 Liga-Siegen zu knacken. "Diese Zahl bedeutet, dass wir mittlerweile eine gewisse Tradition in der Bundesliga haben, was uns von dem einen oder anderen abgesprochen wird", betont Sportdirektor Marcel Schäfer, der in fast zehn Jahren beim VfL selbst etliche Siege mit dem Klub hat feiern dürfen. "Es ist erfreulich, dass sich der VfL mit fast 300 Siegen nicht nur in der Bundesliga etabliert, sondern auch das eine oder andere Mal für Furore gesorgt hat."

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Bis zur Möglichkeit, diesen Meilenstein zu erreichen, war es ein harter Weg, in einigen Spielzeiten wie 2006/07 (sieben) oder 2007/08 (acht) gab's eher selten Grund zu jubeln, in der Meister-Saison 2008/09 mit 21 Siegen oder der Vizemeister- und Pokalsieger-Saison 2014/15 mit 20 Dreiern hingegen häufiger. Den 100. Sieg hatten die Wolfsburger Ende Februar 2005 bei einem 4:0 gegen Hansa Rostock gefeiert, den 200. Erfolg gab's am 30. Spieltag der Saison 2012/13 - damals setzte sich der VfL mit 3:0 ausgerechnet in Bremen durch. Maximilian Arnold hatte die Gäste mit seinem zweiten Tor in seinem erst dritten Startelf-Einsatz in Führung gebracht, Ivica Olic und Diego sorgten für den Endstand.

Jetzt kann der VfL das Kunststück gegen Bremen wiederholen. In erster Linie aber wolle der VfL "unsere tabellarische Situation mit einem Sieg verbessern", so Schäfer. "Da wäre es natürlich toll, wenn wir den 300. Sieg einfahren, was für jeden Bundesligisten schön ist. Aber für uns geht’s vielmehr darum, unseren Weg fortzuführen." Und der ist derzeit ziemlich erfolgreich, seit acht Spielen ist der VfL ungeschlagen, feierte dabei drei Siege. Aber auch Werder kommt mit breiter Brust nach Wolfsburg, die Bremer sind seit sieben Partien ohne Niederlage, spielten zuletzt aber fünfmal in Folge 1:1.


Aber: Zuletzt knüpfte Werder Rekordmeister Bayern München einen Punkt ab. "Wir sind gewarnt, das wird alles andere als leicht. Werder ist schwer zu knacken", weiß Schäfer und sieht beim Klub von der Weser nach dem Fast-Abstieg (Rettung in der Relegation) einen Aufwärtstrend: "Werder ist jetzt ein Stück weit stabiler, hat aus der vergangenen Saison gelernt. Sie treten selbstbewusst auf und haben in München einen tollen Auftritt hingelegt. Das verdient Respekt." Und die Wolfsburger, die feierten zuletzt zwei Heimsiege in Folge. Drei am Stück gab's zuletzt im Herbst 2015, den dritten durch ein 6:0 - gegen Bremen. "Dass es so lange her ist, hätte ich nicht gedacht", sagt Schäfer. "Dann wird es jetzt mal Zeit, dass wir drei Heimsiege in Folge einfahren." Allerdings: Unter Trainer Glasner sind in Wolfsburg noch nie drei Liga-Siege in Folge gelungen.

Sollte auch diese Statistik gegen Werder gebrochen werden, würde der VfL den Anschluss nach oben halten - und dem Ziel, ins internationale Geschäft einzuziehen, einen Schritt näherkommen. "Das Athen-Spiel war ein herber Rückschlag, unsere Motivation, unter der Woche wieder Fußball zu spielen, ist dadurch aber noch größer geworden", betont Schäfer. Aber wie viele Punkte sind nötig für Platz sechs? Der Sportdirektor: "Definitiv über 50. Ich glaube aber, dass es noch zu früh ist. Wir sollten Schritt für Schritt denken. Jetzt wollen wir die gute Phase zur sehr guten Phase machen." Dem schließt sich auch Glasner an: "Wenn ich mich richtig erinnere, ist der Durchschnitt der letzten sechs Jahre 51 Punkte. Aber wir schauen Ende Mai, wie viele Punkte wir erreicht haben." Derzeit hat der VfL 14 Zähler auf dem Konto, macht einen Punkteschnitt von 1,75.