29. Februar 2020 / 22:29 Uhr

31:28-Sieg: SC DHfK Leipzig kommt gegen Minden mit blauem Auge davon

31:28-Sieg: SC DHfK Leipzig kommt gegen Minden mit blauem Auge davon

Antje Henselin-Rudolph
Leipziger Volkszeitung
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In einer engen Partie konnten die Handballer vom SC DHfK am Ende den Sieg davontragen. © PICTURE POINT
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Die Bundesliga-Handballer des SC DHfK Leipzig offenbarten gegen die abstiegsbedrohten Gäste vor allem in Halbzeit eins ungeahnte Defizite.

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Leipzig. Das war absolut unnötig knapp! Der SC DHfK Leipzig sah am Samstagabend gegen GWD Minden über große Strecken der Partie wie der Verlierer aus, gewann am Ende aber dank einer deutlichen Leistungssteigerung in der zweiten Hälfte 31:28 (13:15). Vor 4118 Zuschauern agierten die Hausherren viel zu lange nicht wie der Favorit, als der sie in die Partie gegangen waren.

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Die Bilder zu der Begegnung vom 29.02.2020 zwischen dem DHfK Leipzig und GWD Minden. Zur Galerie
Die Bilder zu der Begegnung vom 29.02.2020 zwischen dem DHfK Leipzig und GWD Minden. ©

Zur Halbzeit stand DHfK-Geschäftsführer Karsten Günther, der zwischenzeitlich mehrfach entsetzt-ungläubig die Hand vor die Augen gehalten hatte, minutenlang mit leerem Blick auf das Feld starrend am Rand. Offenbar konnte er kaum glauben, was er in den 30 Minuten zuvor gesehen hatte. Denn seine Grün-Weißen ließen irgendwie das Konzept vermissen gegen die abstiegsbedrohten Gäste. "Wir waren da irgendwie nicht bereit genug, alles in die Waagschale zu werfen", monierte Coach André Haber später.

Der Angriff: zu pomadig, zu wenig aggressiv. Der Rückraum: unglücklich in seinen Entscheidungen. Die gestarteten Gregor Remke und Marko Mamic verließen rasch wieder das Parkett. Die Würfe: zu hastig, zu spät, aus ungünstiger Position. Die Abwehr: zu oft zu spät, bekam die Mitte der Gäste nicht in den Griff. Keeper Joel Birlehm, der zunächst das Vertrauen erhalten hatte: mit wenig Fortune, fand keinen Zugriff. Da wirkte selbst Haber zwischenzeitlich rat- und/oder fassungslos. Denn nur zwei Tempogegenstöße kurz vor der Pause verhinderten, dass seine Jungs nicht mit einem Vier-Tore-Rückstand in die Kabine gingen. „Wir haben in der ersten Halbzeit unglaublich viele technische Fehler gemacht", so Lukas Binder.

Dach
Mit dieser Konstruktion unterm Hallendach sollte verhindert werden, dass es erneut in die Arena regnet. © Matthias Roth

Jubel und Erleichterung

Zum Glück für den SC DHfK gab es ja noch die zweite Halbzeit. Haber beorderte den bis dato auf der Bank wartenden Philipp Weber auf‘s Parkett. Der hatte unter der Woche nach einem Schlag im Derby in Magdeburg nur einmal trainiert, war deshalb zunächst nicht zum Zug gekommen. Der Nationalspieler war sofort da, machte unmittelbar ein erstes Tor und lenkte die Partie insgesamt klug in eine andere Richtung. Nicht die einzige positive Entwicklung im grün-weißen Spiel: Vortmann bekam nun doch den einen oder anderen Ball zu fassen. Lucas Krzikalla blieb stabil beim Siebenmeter. Und außer den beiden Außen Binder und Patrick Wiesmach netzten nun auch mal andere Leipziger ein. Die Folge: Nach 22 Minuten Rückstand gingen die Hausherren in der 39. Minute zunächst mit 19:18 in Führung, bauten diese bis zur 46. Minute auf 24:21 aus.

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Marian Michalczik Zur Galerie
Marian Michalczik ©

Ein Problem blieb indes der Rückraum der Gäste. Denn den bekamen die DHfK-Jungs weiterhin nur ungenügend verteidigt. Vor allem Christoffer Rambo konnte bisweilen nach Belieben schalten und walten. "Der hat eine ganz schöne Kelle im Arm, ihn kannst du nicht immer verhindern", so Binder. Zudem zeigte sich nun auch Gästekeeper Malte Semisch auf dem Posten. Der Vorsprung schmolz so zügig dahin. Einmal mehr kündigte sich eine spannende Schlussphase an. Für die kehrte Birlehm in den Kasten zurück. Und der 22-Jährige hielt, nicht einmal, nicht zweimal, dreimal. Die Arena tobte. Die Gastgeber warfen den nötigen Vorsprung heraus. Wiesmach nagelte den Ball acht Sekunden vor Schluss zum 31:28 in die Maschen. Der Rest war Jubel...und Erleichterung.

DHfK-Coach Haber verteilte im Anschluss ein Sonderlob an seine beiden Außen. "Ich bin froh über ihre Quote. Das gehörte mit zum Matchplan. Wir haben uns natürlich vorher angeguckt, aus welcher Position Minden eher etwas zulässt."

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Die Statistik zum Spiel:

Leipzig: Vortmann; Birlehm; Semper (3); Wiesmach (5); Witzke (1); Krzikalla (8/7); Binder (7); Janke; Pieczkowski; Roscheck (2); Weber (1); Mamic (1); Remke; Gebala (3); Milosevic; Santos.

Minden: Christensen; Semisch; Meister (1); Ritterbach; Savvas; Rambo (9/2); Korte (3); Padshyvalau (1); Knorr (3); Pusica; Gullerud; Michalczik (5); Staar; Reißky (1); Gulliksen (5).

Siebenmeter: Leipzig 7/8; Minden 2/3.

Strafen: Leipzig 1; Minden 2.

Stimmen aufgezeichnet von Matthias Roth!