03. April 2022 / 17:41 Uhr

33:24 und klare Dominanz: SC DHfK Leipzig führt HSV Hamburg vor

33:24 und klare Dominanz: SC DHfK Leipzig führt HSV Hamburg vor

Tilman Kortenhaus
Leipziger Volkszeitung
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Der SC DHfK Leipzig gewinnt beim HSV Hamburg deutlich. © Klaus Trotter
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Mit einer dominanten und konzentrierten Vorstellung ergattert sich der SC DHfK Leipzig zwei Punkte beim HSV Hamburg. Zwei Punkte, die nie gefährdet waren.

Hamburg. Dumpfe Trommelschläge und scheppernde Klatschpappen schallten am Sonntagnachmittag aus einer Ecke der Sporthalle Hamburg. Während der Rest der Halle in ein betroffenes Schweigen gehüllt war, feierten die mitgereisten Fans des SC DHfK Leipzig ihre Mannschaft. Die Grün-Weißen hatten sich bereits in der 20. Minute so deutlich vom HSV Hamburg distanziert, dass ihre Fans bereits den Auswärtssieg zelebrierten – und das völlig zurecht. Die Sachsen dominierten die Partie von Beginn an, holten einen hochverdienten 33:24 (19:12)-Auswärtssieg und ließen sogar HSV-Ruhepol Torsten Jansen verzweifeln.

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Sime Ivic und Luca Witzke auf Lückensuche

Die Stärke der Sachsen ist auch in dieser Saison ihre Defensive. Die 6:0-Reihe um Abwehrchef Marko Mamic und Simon Ernst zeigt Spiel für Spiel, dass sie zu den besten der Liga gehört. Doch wenn der Gegner nicht beherzt verteidigen will, dann weiß die Truppe von Cheftrainer André Haber sehr wohl, wie man einen Angriff konsequent ausspielt. Das durften die Leipziger in Hamburg erneut unter Beweis stellen und spielten ihren Kontrahenten bereits im ersten Durchgang an die Wand. Egal ob im Positionsangriff, über die Tempogegenstöße oder vom Siebenmeterstrich – die Sachsen dominierten nach Belieben. Das 6:1 in der 10. Minute entlockte HSV-Trainer Torsten Jansen die erste Auszeit, der norddeutsche Ruhe bewies, seinen Jungs gut zusprach und strategische Anweisungen machte.

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Deutlicher Sieg in der Hansestadt: Der SC DHfK Leipzig gewinnt beim HSV Hamburg mit 33:24. Zur Galerie
Deutlicher Sieg in der Hansestadt: Der SC DHfK Leipzig gewinnt beim HSV Hamburg mit 33:24. ©

Umsetzen konnte seine Truppe davon nichts. Allen voran Sime Ivic und Luca Witzke fanden aus dem Rückraum immer wieder klaffende Lücken in der Defensive der Hausherren. Auch bei den zahlreichen Strafwürfen zogen Torhüter Johannes Bitter und Ex-Leipziger Jens Vortmann gegen Ivic stets den Kürzeren, der nach seiner Roten Karte gegen Lübbecke gleich zwei Heber weit, weit über die Köpfe der Keeper fliegen ließ.

„Immer wieder rankämpfen, nützt ja nichts“

Das 15:7 in der 22. Minute entlockt Jansen seine zweite Auszeit, der zu diesem Zeitpunkt seine ruhige Natur vergessen hatte und sich seine Sieben vorknöpfte. „Wir haben 15 Tore in 22 Minuten kassiert. Also entweder wir fangen jetzt an, hinten kompakt zu stehen und uns gegenseitig zu helfen oder wir können es lassen, geben auf und gehen nach Hause“, so der Coach lautstark. Eine deutliche Reaktion seiner Truppe blieb in den folgenden Minuten jedoch aus – mit 19:12 ging es in die Kabinen.

An die starke Offensivleistung konnten die Leipziger im zweiten Durchgang nicht mehr anknüpfen, denn plötzlich versuchten die Hausherren Lücken zu schließen und packten etwas beherzter zu. Doch gegen eine sieben Tore schwere Hypothek hatten die Norddeutschen keine Antwort und fanden im Angriff weiterhin nur wenig Chancen gegen die grün-weiße Abwehr. „Immer wieder rankämpfen, nützt ja nichts“, gab Jansen in der 50. Minute seinem Team noch auf den Weg. Es nützte nichts. Die DHfK-Handballer holten den sehr verdienten 33:24-Auswärtssieg und zwei wichtige Punkte im Kampf um Europa.

Es war "niemand mehr im Bus"

HSV-Trainer Torsten Jansen schwante schon früh Böses: „Es fing schon scheiße an und hat scheiße aufgehört. Wenn man erstmal so in der Negativspirale ist, dann funktioniert nichts mehr. Wir haben früh schon einige technische Fehler eingestreut, die eine so konterstarke Mannschaft wie Leipzig natürlich ausnutzt. Wir haben es in der 2. Halbzeit nochmal versucht, kamen auf fünf Tore heran - wenn man da überhaupt von Herankommen sprechen kann. Ich will nicht sagen, dass war peinlich – aber schon sehr bitter für uns. Wir waren heute immer einen Schritt zu spät, auch geistig.“


Lukas Binder und seine Mannen hatten dagegen kamen gut in die Partie: "Wir hatten von Beginn an eine gute Torhüterleistung, eine enorme Konsequenz, haben jedes Tor von ihnen sofort wieder ausgeglichen. Sime Ivic und Luca Witzke waren heute unglaublich stark, die gesamte Mannschaft war super. Nachdem wir Zuhause nur ein Unentschieden gespielt haben, muss man das erstmal so machen. Wir können stolz auf uns sein, dass wir das so souverän gemacht haben. Im Handball ist das Spiel nach zehn Minuten noch lange nicht entschieden, aber es stand 6:1 und wir waren voll da. Da war niemand mehr im Bus oder hatte das Kissen noch im Gesicht."

HSV Hamburg: Weller 6, Bauer 4, Mortensen 3/3, Tissier 3, Axmann 2, Forstbauer 2, Walullin 2, F. B. Andersen 1, Wullenweber 1

DHfK Leipzig: Ivić 8/6, Witzke 5, Wiesmach 4, Binder 3, M. Gebala 3, Mamic 3, Jotic 2, Milosevic 2, Sunnefeldt 2, Remke 1