08. Januar 2021 / 16:34 Uhr

33 Kilo leichter und voll motiviert: Samir Mahmutagic kehrt an alte Wirkungsstätte zurück

33 Kilo leichter und voll motiviert: Samir Mahmutagic kehrt an alte Wirkungsstätte zurück

Marius Böttcher
Märkische Allgemeine Zeitung
Wieder zurück bei Schwarz-Rot Neustadt: Samir Mahmutagic (r.).
Wieder zurück bei Schwarz-Rot Neustadt: Samir Mahmutagic (r.). © Benjamin Feller
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Landesliga Nord: Nach einem halben Jahr bei Grün-Weiss Brieselang wechselt der 27-jährige Deutsch-Bosnier zu Schwarz-Rot Neustadt - und damit zurück zu einem seiner besten Kumpels.

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Das Transferkarussell nimmt beim SV Schwarz-Rot Neustadt ordentlich Fahrt auf. Nach der Verpflichtung von Jann Priesemuth - der 19-jährige Rechtsverteidiger kommt vom Brandenburgligisten MSV Neuruppin - hat der Landesliga-Sechste seinen zweiten Neuzugang für diesen Winter bekanntgegeben. Von Liga-Konkurrent Grün-Weiss Brieselang kehrt der 27-jährige Samir Mahmutagic ins Hans-Beimler-Stadion zurück. Schon zwischen 2017 und 2019 kickte der technisch versierte Kicker in der Pferdestadt – damals unter den Trainern Stefan Taube und später Markus Hinz.

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„Der Kontakt nach Neustadt brach nie wirklich ab, alleine schon wegen Tarik Wenzel“, erklärt Mahmutagic, dass der Schwarz-Rot-Torjäger als einer seiner besten Kumpels ein entscheidender Faktor für den Wechsel war. In der Spielzeit 2019/20 pausierte der Deutsch-Bosnier ein Jahr, die Lust am Spiel mit dem runden Leder ging zwischenzeitlich verloren. Dem Mittelfeldmann juckte es zuletzt aber wieder in den Füßen, weshalb er sich im Sommer Grün-Weiss Brieselang anschloss – jenem Club, bei dem er ebenfalls schon einmal aktiv war, sogar zu Oberliga-Zeiten.

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Grund für die Rückkehr auf den Fußballplatz war auch der eigene Körper, in dem sich Samir Mahmutagic nicht mehr wohl fühlte: „In Neustadt habe ich mit 90 Kilogramm auf den Rippen gespielt, bis vor ein paar Monaten hat die Waage sogar nochmal 20 Kilo mehr angezeigt.“ Es fand ein Umdenken statt, „zwei, drei Sachen habe ich verändert, gesünder gelebt und wöchentliche Partys weggelassen“, verrät der Spielmacher mit einem Schmunzeln im Gesicht. Den Kampf gegen die eigenen Pfunde und die abhanden gekommene Fitness hat Mahmutagic aufgenommen – und mittlerweile gewonnen. 33 Kilos sind gepurzelt, statt 110 zeigt die Waage nur noch 77 Kilogramm an.

„Ich bin quasi täglich joggen, fühle mich nun wieder gut und weiß, dass ich einer Mannschaft helfen kann“, sagt Mahmutagic, der das halbe Jahr am Fichtesportplatz in Brieselang als „super“ empfand: „Ich habe gebraucht, um fit zu werden, diese Zeit habe ich aber bekommen. Die Mannschaft war wirklich toll, auch mit Trainer Christian Eichelmann und Pit (Sportlicher Leiter Patrick Schlüter, Anm. d. Red.) habe ich mich gut verstanden. Aber in der sportlichen Zielstellung gab es Unterschiede, weshalb ich mich auf die Rückkehr nach Neustadt freue.“ Und noch ein Gutes sieht er mit dem Wechsel zu den Schwarz-Roten: „Statt auf Kunstrasen wird dort auf Naturrasen gespielt.“

Neustadt-Trainer Silvano Fiore war zunächst vorsichtig

Mit Neustadt-Coach Silvano Fiore tauschte sich Mahmutagic, der im Nachwuchsbereich unter anderem für Tennis Borussia Berlin, Hertha BSC und den Chemnitzer FC spielte, bereits aus. „Ich finde es spannend, mit so einem jungen Trainer zusammen zu arbeiten. Ich bin ein Charakterspieler, der auch mal gegen den Strom schwimmt und es ausspricht, wenn mir was nicht passt. Ich kann mich aber auch unterordnen. Der Trainer wird wissen, was er an mir hat“, prophezeit der in Berlin-Spandau lebende Neuzugang, dem auch weitere Angebote, unter anderem aus der Oberliga, vorlagen. Mit Schwarz-Rot hat er einiges vor: „Das Team gehört spielerisch zu den besten der Liga, in der Saison 2021/22 werden wir sicher ganz vorne mitspielen können.“ Vor allem mit einem so fitten Samir Mahmutagic: „Viele Gegner haben mich schon mit 90 Kilo gehasst, künftig werden sie noch mehr Spaß mit mir haben.“

Fiore selbst gibt derweil zu, dass er zunächst vorsichtig war, als er von der Möglichkeit hörte, Mahmutagic zurück nach Neustadt zu lotsen: "Ich habe mich selbst hinterfragt, ob ich mit Samir überhaupt zusammenarbeiten möchte, denn von zehn Leuten würde mir die Mehrzahl wohl sagen, dass er untragbar ist. Das, was erzählt wird, wird erzählt. Dem muss ich aber keinen Glauben schenken und deswegen habe ich den Kontakt gesucht und wir haben uns kennengelernt." Aus den Gesprächen merkte der Coach, dass eine Wandlung bei seinem neuen Schützling stattfand, weswegen er froh ist, ihn künftig in seinen Reihen zu haben: "Alleine dieser Gewichtsverlust zeigt, wie ehrgeizig Samir ist. Er brennt mit seinem bosnischen Herz und seiner temperamentvollen Art darauf, auf dem Platz zu zeigen, was er kann. Ich möchte ihm diese Chance geben und bin glücklich, diesen tollen Fußballer bei uns zu haben. Fußballerisch gibt es in der Landesliga, vielleicht sogar in der Brandenburgliga, keinen besseren als Samir Mahmutagic."