16. Oktober 2020 / 16:10 Uhr

34 Schützen: Ein Elfmeterschießen für die Geschichtsbücher

34 Schützen: Ein Elfmeterschießen für die Geschichtsbücher

Timm Ottenberg
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Entscheidung im Elfmeterschießen: Das gibt es nur im Pokal.
Entscheidung im Elfmeterschießen: Das gibt es nur im Pokal. © imago images / Sebastian Wells (Symbolbild)
Anzeige

Darüber werden sie beim TuS Wangerooge und bei SW Middelsfähr/Mariensiel noch lange sprechen: Im Elfmeterschießen des Kreispokals gewann der TuS mit 17:16. Von 34 Elfmeterschützen scheiterte nur einer.

Anzeige

Dieser Artikel ist Teil der Amateurfußball-Initiative #GABFAF. Mehr dazu auf gabfaf.de.

Jeder Schuss muss sitzen, alles oder nichts, die Anspannung ist spürbar: Einen echten Elfmeterkrimi hat wahrscheinlich fast jeder Amateurspieler schon erlebt. Doch der Elfmeterkrimi, den die Zuschauer und Spieler Ende September 2020 bei der Partie des Kreispokals Jade-Weser-Hunte zwischen dem TuS Wangerooge und SW Middelsfähr/Mariensiel erlebten, war an Spannung nicht zu überbieten. Insgesamt 34 Schützen traten an. Vereinspräsident und Spieler Marco van Koten verwandelte den entscheidenden Elfmeter zum 17:16-Endstand für seinen TuS.

Anzeige

Der klare Außenseiter

Dabei sah es vor der Partie gar nicht nach einem Erfolg für den TuS aus. Wangerogge als Verein aus der vierten Kreisklasse empfing als Außenseiter den zwei Klassen höher spielenden SW. Angst hatte Wangerooge jedoch nicht, wie Marco van Koten berichtet: „Wir dachten, dass wir es mit Glück ins Elfmeterschießen schaffen könnnen. Trainiert haben wir es allerdings nicht. Wir hatten einfach Bock zu kicken. Deshalb hatte ich auch das Gefühl, dass etwas gehen könnte.“

Mehr von #GABFAF

Auf dem Platz merkte man dem TuS Wangerooge die lange Pause zunächst allerdings nicht an. Durch ein Tor von Dominik Alarich in der 29. Minute ging der Außenseiter mit 1:0 in Führung. Zur Pause blieb es dabei. In der 68. Minute konnte Colin Gerdes die Führung für den TUS auf 2:0 ausbauen. „In Halbzeit eins waren wir ganz klar besser. In der zweiten Halbzeit haben wir dann etwas Gegenwind bekommen. Dennoch haben wir ein zweites Tor nachlegen können. In der Folge ist leider die Kondition etwas eingebrochen“, erinnert sich van Koten.

Das kostete den TuS den Sieg in der regulären Spielzeit. Mit zwei Toren sorgte Demush Sadrija für den Ausgleich für die Gäste aus Middelsfähr/Mariensiel. Es blieb beim 2:2. Schwarz-Weiß-Torhüter Marvin Pretsch fasst die 90 Minuten so zusammen: „TuS Wangerooge hat uns ein sehr faires Spiel geboten und war sehr stark. Wir als zwei Klassen besseres Team hätten deutlich besser spielen müssen.“

Der Krimi beginnt

Ohne Verlängerung folgte das Elfmeterschießen. Schütze um Schütze verwandelte seinen Elfmeter. Nach insgesamt 33 Schützen trat Marco van Koten an. Der Zwischenstand war zu diesem Zeitpunkt 16:16, Schwarz-Weiß hatte gerade einen Elfmeter verschossen. „Ich hatte schon Schiss. Dann dachte ich mir aber: ,Komm schieß ihn einfach rechts unten rein.´ Das hat dann auch ganz gut funktioniert“, beschreibt van Koten die Sekunden vor dem Schuss. Mit einem Flachschuss in die rechte untere Torecke und markierte er den 17:16-Endstand für Wangerogge. Zum Vergleich: Das längste Elfmeterschießen in der Geschichte des DFB Pokals zwischen dem SV Sandhausen und dem VFB Stuttgart endete 1995 nach „nur“ 26 Schützen mit 13:12.

„Das war ein gutes Gefühl nach dem Abpfiff. Eskalation pur!“, schwärmt van Koten. Nun geht es für Wangerooge in der zweiten Runde erneut gegen ein Team aus der zweiten Kreisklasse. Gegner ist dann der SG Sengwarden/Fedderwarden. Van Koten: „Zur Not gewinnen wir wieder im Elfmeterschießen!“