03. Juli 2021 / 20:27 Uhr

4:0! Panitzsch/Borsdorf gewinnt Leipziger Stadtpokalfinale gegen Markranstädt II

4:0! Panitzsch/Borsdorf gewinnt Leipziger Stadtpokalfinale gegen Markranstädt II

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Siegerehrung L-Cup, FInale des Stadtpokal Leipzig, Herren, SSV Markranstädt II vs- SV Panitzsch/ Borsdorf 1920 I
Freude beim SV Panitzsch/Borsdorf: Sie sind Leipziger Stadtpokalsieger 2020/21. © Alexander Prautzsch
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Tore, Karten, Fans: Das Finale im Leipziger Stadtpokal hatte vieles zu bieten - einen spannenden Spielverlauf allerdings weniger: Kurz nach der Halbzeitpause musste die zweite Garde des SSV in Unterzahl spielen und konnte den Sieg der Panitzscher und Borsdorfer nicht mehr verhindern. Bei den Damen konnte sich Grün-Weiß Miltitz gegen Eintracht Schkeuditz durchsetzen.

Leipzig. Der SV Panitzsch/Borsdorf hat sich den einzigen Titel, den der Fußball-Verband der Stadt Leipzig diesjahr zu vergeben hat, geangelt. Durch einen nie gefährdeten 4:0-(2:0)-Endspielerfolg gegen die zweite Mannschaft des SSV Markranstädt holten sich die Schützlinge von Trainer Thomas Wedemann am Sonnabend in der Sportschule „Egidius Braun“ den Leipziger Stadtpokal.

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2:0-Halbzeitführung

Das Finale war der Höhepunkt des im Grunde seit Freitagabend laufenden Vorprogramms mit etlichen Nachwuchs-, Frauen- und Seniorenfinals. Die Panitzscher kamen vor rund 500 Zuschauern blendend in die Partie und gingen bereits in der 8. Minute durch Steve Kühn, der von halbrechts volley ins kurze Eck traf. Nach einem Markranstädter Eckball hätte ein SVP-Konter beinahe schon zum frühen 2:0 geführt (12.). Das fiel dann aus dem fälligen Eckball, als Robin-Vinzenz Meyer zur Stelle war (13.). In dieser Phase musste man um die SSV-Reserve fürchten, die gut angelegten Panitzscher Angriffe wirbelten die SSV-Defensive immer wieder durcheinander. Doch Kevin Hertwig vergab zwei Tormöglichkeiten, eine davon schon vorm 2:0.

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Der SV Panitzsch/Borsdorf ist nach einem 4:0 gegen Markranstädt II Stadtpokalsieger in Leipzig. Zur Galerie
Der SV Panitzsch/Borsdorf ist nach einem 4:0 gegen Markranstädt II Stadtpokalsieger in Leipzig. ©

SSV-Coach Heiko Greunke reagierte auf die schwache Startphase seiner Jungs, wechselte André Bachmann für Abdoulaziz Samake ein. Bachmann verbuchte dann auch prompt die erste Markranstädter Chance, den Schuss parierte SVP-Keeper Leon Mercklein. Der SSV bekam nun mehr Zugriff, dennoch kam speziell Meyer noch zu einer guten Kopfballchance. Nachdem diese vergeben war, fing sich Hertwig mit bösem Foul Gelb ein. Der folgende Freistoß führte zur ersten Großchance des SSV, doch die SVP-Defensive konnte in letzter Not klären. Mit dem 2:0 ging es in die angesichts der Temperaturen erstaunlich kurze (12-Minuten)-Pause.

Schöne Kombi zum 4:0

Aus dieser kam die Greunke-Elf weit griffiger, was immerhin zu einem Lattenkopfball von Robin Loimer führte (47.). Die Partie wurde verbissener, Schiedsrichterin Susann Hänsel hatte es zuweilen schwer und zeigte Phillip Tröllsch Rot, nachdem er SVP-Torwart Leonhard Saewe völlig überflüssig attackiert hatte. Damit war das SSV-Hoch schon wieder vorbei, in Unterzahl kassierten die „Markranser“ unmittelbar darauf das dritte Tor – praktisch die Entscheidung schon nach gut 50 Minuten. Diesmal traf Kevin Hertwig, worauf ihm ein – wohlgemerkt männlicher – Fan zurief: „Kevin, ich will ein Kind von Dir!“ Die weitere Entwicklung dieses Ansinnens könnte interessant werden. Jedenfalls bog das Match damit in den heiteren Teil ein, wenngleich es teils verbissen blieb. Die zahlreichen Panitzscher Fans hatten ihren Spaß, feierten Trainer Wedemann, auch Stadionsprecher Roman Knoblauch, der sich das schon allein deshalb verdiente, weil er den gesamten Finaltag moderierte. Knoblauch zierte sich: „Das ist mir peinlich.“ Der anwesende Sanitäter wurde ebenfalls bejubelt und bereits vor seiner Einwechslung ließ man SVP-Urgestein Torsten Schönfeld hochleben.

Eine der weiteren Chancen nutzte Marcel Wagner, er schob nach schöner Kombination zum 4:0 ein (64.). Die Unterzahl des SSV war nun immer öfter zu erkennen. Schönefeld besaß noch zwei Chancen, worauf er von den Fans kurzerhand zum Panitzscher Bürgermeister erklärt wurde. Auf der Gegenseite wäre der SSV durch eine Nachlässigkeit des Gegners fast zum Ehrentor gekommen (77.). Aber eigentlich war da schon die Luft raus aus der Partie.

Miltitz holt den Cup bei den Frauen

„Wir sind schlecht gestartet“, bekannte Greunke, „und haben uns den Schneid abkaufen lassen. Nach der Pause waren wir am Drücker, bekamen dann aber gleich die Rote Karte, die berechtigt war. Am Ende hat sich Panitzsch den Erfolg völlig verdient“, erkannte der SSV-Coach, der sich genau zu seinem 54. Geburtstag natürlich etwas anderes gewünscht hatte.


SVP-Coach Wedemann sagte, nach der obligatorischen Bierdusche noch etwas klebend: „Wir haben heute noch einen Tick besser gespielt als im Halbfinale. Das lag mit an unserem guten Start, dem frühen 2:0-Vorsprung. Der Sieg ist vielleicht ein Tor zu hoch ausgefallen, aber wir nehmen das 4:0 gern.“ Sein Kapitän Tim Fischer urteilte: „Mit unserem guten Beginn haben wir Markranstädter, glaube ich, etwas überrascht. Nach unserem verdienten 2:0 fand der SSV besser ins Spiel, aber begünstigt durch die Rote Karte kamen wir zum 3:0. Danach war es ein Genuss für uns.“ Martin Tripke, der eigentliche Kapitän des SVP, der nach schwerer Bänderverletzung erst wieder im Aufbautraining ist, ergänzte: „Außerhalb bin ich aufgeregter als auf dem Spielfeld. Die Jungs haben von Anfang an überzeugt, mit dem dritten Treffer war der Deckel drauf.“

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Parallel zum Männerspiel holten sich die Frauen von Grün-Weiß Miltitz durch ein 4:3 (1:1, 3:3) nach Verlängerung gegen Eintracht Schkeuditz den Pott. Zur Galerie
Parallel zum Männerspiel holten sich die Frauen von Grün-Weiß Miltitz durch ein 4:3 (1:1, 3:3) nach Verlängerung gegen Eintracht Schkeuditz den Pott. ©

Parallel zum Männerspiel holten sich die Frauen von Grün-Weiß Miltitz durch ein 4:3 (1:1, 3:3) nach Verlängerung gegen Eintracht Schkeuditz den Pott. Zuvor hatten die Ü35-Senioren des LSV Südwest mit 4:1 gegen die SG Lausen gewonnen. Offen blieb, ob der vierfache Torschütze und frühere „Lok-Fußballgott“ René Heusel den Pokal angesichts seiner starken Leistung mit nach Hause nehmen durfte.